2. Handballbundesliga

Heute und morgen

19.03.2017 - Bundesliga

Das wird am Mittwoch gegen Rostock kein Selbstläufer! KaWö bastelt am Team der Zukunft

Marcel Niemeyer empfängt mit unserem Team am Mittwoch den HC Empor Rostock - und trägt auch nächste Saison das ThSV-Trikot

Der ThSV Eisenach musste zuletzt zwei Heimniederlagen in Folge einstecken. Völlig ungewohnt, für das so heimstarke Team! Am Mittwoch, 22.03.2017 empfangen die Wartburgstädter um 19.30 Uhr in der Neuauflage eines jahrzehntelangen Aufeinandertreffens den HC Empor Rostock. In der nächsten Saison wird es diese Spielpaarung wohl nicht geben;  nach der jüngsten 21:26-Niederlage vor 2.000 Zuschauern in der Rostocker Stadthalle, trudelt die Empor-Kogge gen Drittklassigkeit. Zum rettenden Ufer fehlen 13 Punkte! Der ThSV Eisenach will mit einem Doppelpunktgewinn seine Bilanz  aufbessern, hofft trotz des Mittwoch-Spieltages auf eine stimmgewaltige Kulisse im Rücken. 

„Nicht wieder so gravierende personelle Veränderungen“

Nach den Erstliga-Aufstiegen 2013 und 2015 – mit den prompten Abstiegen – wird es für den ThSV Eisenach zum Ende dieser Saison wohl keinen erneuten Aufstieg ins Oberhaus geben. Die Verantwortlichen können für die kommende Saison planen.  In der 2. Handballbundesliga. Manager Karsten Wöhler arbeitet hinter den Kulissen schon seit geraumer Zeit emsig am Aufgebot für die Saison 2017/2018. Verstärkt sollen junge deutsche Spieler, natürlich auch aus dem eigenen Nachwuchs, befähigt werden, in das Zweitbundesligateam aufzurücken. „Wir wollen, im Gegensatz zu den Vorjahren, nicht wieder so gravierende personelle Veränderungen“, beschreibt Trainer Christoph Jauernik, seit dem 01.07.2016 im Amt, die Vorstellungen.

Personelle Veränderungen wird es freilich dennoch geben. 

Nicolai Hansen geht, Justin Mürköster kommt

Eine Veränderung betrifft die Kreisposition. „Diese ist eine sehr wichtige, daher arbeiten Vereine mit anspruchsvollen Aufgaben mit drei Kreisläufern. Es ist für uns wichtig, auf dieser Position gut aufgestellt zu sein“, unterstreicht Christoph Jauernik. Gerade wurde es fest gesurrt, Marcel Niemeyer trägt auch in der Saison 2017/2018 das Trikot des ThSV Eisenach. Die beidseitige Ausstiegsklausel des bestehenden Vertrages kam nicht zur Anwendung. „Ausschlaggebend für mich, die Ausstiegsklausel nicht zu ziehen, die zuletzt deutlich erhöhten Spielanteile. Auch im nächsten Jahr werde ich viele Einsatzzeiten erhalten. Das ist für mich als 23-Jährigen der richtige Weg, um mich weiterzuentwickeln. Für mich auch wichtig, das Mannschaftsgefüge passt“, argumentierte der 2,01-Meter große und 115 Kilo auf die Waage bringende 23-jährige Marcel Niemeyer. Sein Kreisläuferkollege Nicolai Hansen hatte bereits zum Jahreswechsel signalisiert, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. „Ich weiß nicht, ob mein Körper noch ein oder zwei Jahre Handballbundesliga mitmacht“, sinnierte der Anfang Juni das 35. Lebensjahr vollendende stellvertretende Mannschaftskapitän. Um neben Marcel Niemeyer und dem jungen aus dem eigenen Nachwuchs aufgerückten Hannes Iffert mit drei Kreisläufern in die nächste Saison zu gehen, verpflichteten die Wartburgstädter den 20-jährigen Justin Mürköster von TuSEM Essen. „Ein junger Mann mit sehr Potential, körperlich sehr robust“, unterstreicht Karsten Wöhler. Der Eisenacher Neuzugang weist mit 1,96 Meter Körpergröße und 110 Kilo Körpergewicht Gardemaße für einen Kreisläufer auf. 

Rückraumspieler Marcel Popa kehrt zurück

Von Drittligist SV Bernburg kommt der 19-jährige Rückraumspieler Marcel Popa. Kein Unbekannter unter der Wartburg, trug der in Niedersachsen Geborene im C-Jugend-Alter des Trikot des ThSV Eisenach, bis er dem Ruf zum SC Magdeburg folgte. „Wir haben seinen Weg  in den letzten Jahren verfolgt;  als Kapitän des SC Magdeburg gehörte er im Vorjahr zu den auffälligsten Spielern im Finale um die deutsche Meisterschaft“, argumentiert Christoph Jauernik. „Ich stelle mich der Herausforderung, zweite Bundesliga zu spielen und freue mich auf sie“, lässt der Jura-Student Marcel Popa wissen. „Ich trauen es ihm zu, sich auf Zweitliga-Niveau zu etablieren“, so Christoph Jauernik. 

Th. Levknecht 

Olafur Bjarki Ragnarsson zieht es in die österreichische Metropole

Der ThSV Eisenach wird in die nächste Saison ohne Rückraumspieler Olafur Bjarki Ragnarsson gehen. Der Isländer, vor zwei Jahren vom TV Emsdetten gekommen, wechselt zur vom Ex-Eisenacher Hannes Jon Jonsson trainierten SG Westwien in die 1. Liga Österreichs. Für den 28-Jährigen bietet sich zudem die Möglichkeit, nach Jahren der Fernbeziehung mit seiner Lebenspartnerin, die in Wien eine berufliche Chance erhält, in der österreichischen Metropole gemeinsam zu leben.  „Wir haben Olafur Bjarki Ragnarsson in mehreren Gesprächen die Möglichkeiten bei uns über diese Saison hinaus aufgezeigt, er hat sich für das Angebot aus Wien entschieden“, lässt Karsten Wöhler wissen. 

Vertrag mit Dirk Holzner nicht verlängert

Nicht verlängert wird der Vertrag mit Linksaußen Dirk Holzner. Der heute 26-Jährige war vor zwei Jahren als einer der Toptorjäger der 2. Handballbundesliga  (Platz 2 hinter Eisenachs Bjarki Elisson, der zu den Füchsen Berlin abwanderte) von der HG Saarlouis zu den in die DKB Handballbundesliga aufgestiegenen Wartburgstädtern gekommen. Zu Beginn demonstrierte er seine Torjägerqualitäten auch im Oberhaus, doch mit ausbleibenden Toren sank sein Selbstbewusstsein;  seine Einsatzzeiten reduzierten sich, auch verletzungsbedingt. Ein neuer Anlauf in der neuen Saison wurde von einer langwierigen Verletzung ausgebremst. „Wir haben  ihm die Nichtverlängerung rechtzeitig mitgeteilt, damit er sich neu orientieren kann“, ließ Karsten Wöhler wissen. Finanzielle Umschichtungen zugunsten anderer Positionen führte der Eisenacher Manager als Beweggründe an.  Auf der Linksaußenposition sollen sich  künftig hinter Adrian Wöhler zwei Youngster aus dem eigenen Nachwuchs entwickeln.

 

Drei eigene Talente für zwei Jahre gebunden

Der ThSV Eisenach band drei weitere Talente aus den eigenen Reihen für zwei Jahre:  Linksaußen Maximilian Manys, Rückraumspieler Jonas Bogatzki und Rechtsaußen Luca Baur. Alle drei gehörten im Vorjahr zu der von Christoph Jauernik betreuten A-Jugend des Vereins. „Wir wollen diesen drei Talenten die Möglichkeit geben, sich bei uns weiter zu entwickeln, sie hinter etablierten Spielern an das Zweitbundesliga-Niveau heranführen“, erklärt Christoph Jauernik. 

Th. Levknecht