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| Ersatzgeschwächter ThSV Eisenach unterliegt im Testspiel dem VfL Potsdam mit 25:27 (14:13) / Beste Handballatmosphäre in Treffurt
Ein überaus gelungener Handballtag in der Normannsteinhalle in Treffurt (Wartburgkreis)! Im Spitzenspiel der Landesliga Männer fegte die hier beheimatete SG Schnellmannshausen die SG Arnstadt/Plaue mit 35:18 regelrecht vom Parkett. Im Anschluss wehte dann Handballbundesligaluft durch die schmucke Sportstätte, standen sich Süd-Zweitligist ThSV Eisenach und Nord-Zweitligist VfL Potsdam gegenüber.
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Die Trommlergruppe der SG Schnellmannshausen, die 335 Zuschauer (Ausnahme die kleine aber hörbare Potsdamer Anhängerschar) feuerten den ohne eine Vielzahl von verletzungsbedingt fehlenden Stammkräften und ohne EM-Teilnehmer Tomas Sklenak angereisten ThSV Eisenach lautstark an. Letztendlich ging der Sieg beim 25:27 (14:13) an den VfL Potsdam, in dessen Reihen die Ex-Eisenacher Stephan Mellack und Alexander Urban stehen. In einer über weite Strecken auf Augenhöhe geführten Partie, entschieden die ausgeglichener besetzten Gäste mit voller Wechselbank die Partie im Schlussabschnitt, trafen vom 20:19 für den ThSV Eisenach (47.) zum 21:26 (53.) und zur Entscheidung. Beide Trainer, Maik Handschke (Eisenach) und Frank Melzer (Potsdam), lobten die tolle Atmosphäre in der Halle und die Gastfreundschaft der SG Schnellmannshausen, auf deren Einladung diese Partie zustande gekommen war. „Den Verantwortlichen um Peter Krauße mit den vielen fleißigen Helfern gebührt ein ganz dickes Danke“, betonten Maik Handschke und ThSV-Marketing-Geschäftsführer Karsten Wöhler. Die Veranstalter hielten für beide Teams nach dem Abpfiff Herzhaftes vom Rost bereit. Der VfL Potsdam machte sich mit dem sportlichen Erfolg und bestens gestärkt wieder auf ins Trainingslager nach Naumburg.
Ungewöhnliche Taktik getestet
ThSV-Coach Maik Handschke nutzte die Partie zum Testen taktischer Varianten, nahm beispielsweise bei Ballbesitz in Unterzahl seinen Schlussmann für einen zusätzlichen Feldspieler vom Parkett. Einmal fruchte das, kamen die Eisenacher zum Torerfolg, einmal landete ein Ball der Potsdamer aus der eigenen Hälfte im verwaisten ThSV-Kasten.
„Wir hatten nur zwei etatmäßige Rückraumspieler zur Verfügung; als Potsdam diese im zweiten Abschnitt offensiver deckte, bekamen wir Probleme. In der Schlussphase unterliefen uns zu leichte Ballverluste, vermochten wir zudem gute Chancen von den Außenpositionen nicht zu nutzen. In punkto Abwehrarbeit war ich zufrieden“, lautete das Fazit von Eisenachs Trainer Maik Handschke. „Der ThSV Eisenach war der erhofft starke Kontrahent, um unseren Leistungsstand ohne den länger verletzten Rückraumspieler Victor Pohlack eine Woche vor Wiederaufnahme der Punktspiele zu überprüfen. Der Auftritt in Thüringen lässt hoffen“, bilanzierte Frank Melzer, der Coach des VfL Potsdam. Seine Schützlinge steigen bereits am kommenden Wochenende wieder ins Punktspielgeschehen ein, gastieren beim HC Empor Rostock, zu dessen aktueller Torhütergilde der mit Zweitspielrecht von Erstligist MT Melsungen ausgestattete ehemalige Eisenacher Simon Herold gehört. Der ThSV Eisenach greift „verspätet“ ein, erst am Mittwoch, 13.02.2010, beim Bergischen HC. Zum ersten Heimspiel um Punkte im neuen Jahr erwartet der ThSV Eisenach am Samstag, 13.02.2010 um 19.30 Uhr die HSG FrankfurtRheinMain. Der Ticket-Vorverkauf ist bereits angelaufen. Der ThSV Eisenach empfiehlt den Erwerb von Halbjahresdauerkarten für die sieben Heimspiele vom Februar bis Mai.
Stamm-Rechtsaußen Martin Hoffmann half über weite Strecken im rechten Rückraum aus, an der Seite vom im linken Rückraum agierenden Kapitän Pavel Prokopec und Alexander Koke in der Regierolle. Als Linkshänder war Martin Hoffmann für den Spielfluss dienlich, doch in punkto Durchschlagskraft mangelt es bei ihm. Neben Tomas Sklenak fehlten für den Rückraum die verletzten Daniel Luther, Girts Lilienfelds und Krisztian Szep-Kis. Der junge noch immer an Schulterproblemen laborierende Paul Lipsky kam zu Kurzeinsätzen, konnte eine übergroße Nervosität im Vorwärtsgang nicht abstreifen. Sein Debüt im ThSV-Zweitligakader – und das gleich über 60 Minuten - feierte auf Linksaußen der 20-jährige Lars Keller, Stammspieler auf dieser Position in der eigenen Oberligamannschaft. Nach Ballstafetten über Alexander Koke kam Lars Keller vielfach in beste Wurfposition, hätte dabei mehr wie drei Bälle versenken können. Stamm-Linksaußen Alexander Schiffner war zeitgleich im Trikot von Kooperationspartner HSV Bad Blankenburg um Regionalligazähler gefordert. Adrian Wöhler weilte als Rückraumspieler (!) mit dem ThSV Eisenach II zum Oberligapunktspiel bei der HSG Werratal. (Zehn Wöhler-Treffer änderten nichts an der 28:34-Niederlage der Reserve.)
Alexander Koke und Pavel Prokopec als die ThSV-Motoren
In ungewohnter Formation fehlte es den Eisenachern an Harmonie. Der VfL Potsdam, im gesamten Spiel wechselweise mit Stephan Mellack und Trainersohn Lars Melzer in der Spielmacherrolle, trumpfte gleich mit wuchtigen Angriffszügen auf (2:4, 5.; 6:8 (14.). Viel Bewegung mit und ohne Ball hieß die Devise der Potsdamer, die zudem auf einen Angriffs- und Deckungswechsel setzten. Zunehmend übernahmen jedoch die Eisenacher über Alexander Koke und Pavel Prokopec das Kommando. Mit der Hereinnahme von Till Bitterlich stabilisierte sich der ThSV-Deckungsverband. Nach einem Ballgewinn bediente Nick Heinemann den mitgelaufenen Pavel Prokopec, der zum 8:8-Ausgleichstreffer traf. Martin Hoffmann war immer wieder an Ballstafetten zu Benjamin Trautvetter am Kreis beteiligt, die die Potsdamer nicht regelkonform stoppten. Alexander Koke verwandelte vom Punkt zum 11:11 (25.), dem 36-jährigen Keeper Ariel „Paul“ Panzer keine Abwehrchance lassend. Als der selbstbewusst durchstartende Lars Keller nur regelwidrig gebremst wurde, versenkte Alexander Koke vom Punkt zum 12:11 (27.), der ersten ThSV-Führung. Mit seinem 5. Treffer – aber auch dem letzten der Partie - markierte Pavel Prokopec den 14:13-Pausenstand.
Offensive Deckung stoppt ThSV-Angriffsschwung
Nach Wiederanpfiff nutzt Alexander Koke einen weiteren Siebenmeter zum 15:13 (31.). Der ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Andreas Nositschka zeichnete sich nun mehrfach aus, blieb in Duellen mit Alexander Urban und Stephan Mellack Sieger. In Überzahl entschied sich Lars Keller für die falsche Variante. Seinen Heber von Linksaußen fischte der junge VfL-Schlußmann Matthias Frank herunter (37.). Wie es geht, zeigte im Gegenzug Jan Piske, der zum 16:16-Ausgleichstreffer traf (38.). Der VfL Potsdam stoppte Eisenachs Spielfluss mit einer offensiveren Abwehr nun erheblich. Personelle Alternativen hatte ThSV-Coach Maik Handschke jedoch nicht auf der Bank. Ein Hoffmann-Kracher landete am Holz (43.). Im Gegenzug glich Potsdam durch den als Feldspieler aufgebotenen zur Torhütergilde zählenden Christian Pahl zum 18:18 aus (43.). Mit einem verdeckten Wurf hatte Alxander Koke Erfolg zum 20:19 (47.). Doch dann häuften sich Missverständnisse und Zuspielfehler, wurden Wurfchancen nicht genutzt. Der viel zu wenig ins Spiel einbezogene Nick Heinemann traf von Rechtsaußen nochmals zum Ausgleich (21:21, 48.), doch vermochte selbst der bestens aufgelegte ThSV-Keeper Andreas Nositschka die Trefferfolge der Potsdamer nicht mehr zu verhindern. Bestens strukturierte Angriffszüge mit präzisem Abschluss zum 21:26 (53.) sorgten für die Entscheidung zugunsten des Nord-Zweitligisten. Den Wartburgstädtern blieb nur noch Ergebniskosmetik. Lars Keller traf zum 25:27-Endstand. Beide Teams wurden mit reichlich Beifall vom überaus dankbaren Publikum verabschiedet.
Statistik
ThSV Eisenach: Musil, Nositschka (ab 31.); Hoffmann (1), Trautvetter (4), Lipsky, Keller (3), Bitterlich (1), Heinemann (1), Koke (10/ 5), Prokopec (5)
VfL Potsdam: Panzer, Frank; Pahl (1), L. Melzer (5), Barsties, Bolduan (4/1), Urban, Piske (2), Mellack (4), Takev (2), Schmidt (1), Sommer (4), Kohnagel (1), Kübler (3)
Zeitstrafen: Eisenach 2 x 2 Min.
Potsdam 3 x 2 Min.
Siebenmeter: Eisenach 6/5
Potsdam 2/1
Schiedsrichter: Große/Kreutz (Nordhausen)
Zuschauer: 335 in Treffurt, Normannsteinhalle
Th. Levknecht
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http://www.thsv-eisenach.de erstellt am 31.01.2010
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