Der Linkshänder mit der Rückennummer 9 war Torgarant jener Motor-Generation der 70er und 80er Jahre, mit Hans-Joachim Ursinus als Trainer und Rainer Osmann als Kapitän, die die Erstligazugehörigkeit absicherte. Sie boten den durch die DDR-Staatsmacht privilegierten Sportclubs erfolgreich die Stirn und sicherten sich mehrfach den inoffiziellen Titel eines „Amateurmeisters“, beste Betriebssportgemeinschaft (BSG) hinter den Sportclubs. Das gewinnt zusätzlich an Gewicht, musste Motor Eisenach bis zur Einweihung einer zeitgemäßen erstligatauglichen Heimstätte 1984 (der Sporthalle Katzenaue, die nach der politischen Wende den Namen des legendären Werner Aßmann erhielt) einige Jahre die Heimspiele in Erfurt, Mühlhausen und auch Leinefelde austragen, weil die gefürchtete und berühmt berüchtigte Jahnsporthalle für Erstligaspiele nicht mehr zugelassen wurde. Lutz Sinke, überwiegend im rechten Rückraum eingesetzt, spielte gemeinsam mit Jochen Mascher, Gerhard Wagner, Rainer Lehmann, Axel Prill, Steffen Wohlrab, Vikor Eiser, Karl-Heinz Rost, Edmund Nositschka, Hans-Peter Zöllner, Michael Dubiel, Lutz Westram, Detlef Henkel, Peter Witzsche und Jürgen Beck, um nur einige aus diesen Jahren zu nennen.
„Lutz Sinke, einer der besten Spieler, die Eisenach je im rechten Rückraum hatte. Ich habe sehr gern mit ihm zusammengespielt. Das war eine ganz tolle Zeit. Mit seiner Leistung trug Lutz Sinke als stets bescheidener Sportler über viele Jahre zum Erfolg der Motor-Handballer bei“, schwärmt sein langjähriger Mannschaftskollege und heutige Bundestrainer Frauen, Rainer Osmann, von den gemeinsamen. „Er war über viele Jahre einer der ganz Großen, mit ganz viel Herz für den Eisenacher Handball“, betont Hans-Joachim Ursinus, sein langjähriger Wegbegleiter als Trainer. Lutz Sinke, ein Vollbluthandballer mit Leib und Seele, der die Zunge direkt über dem Herzen trug, dadurch immer wieder Zeitstrafen kassierte, von den Anhänger besonders verehrt. Als endlich die neue Heimstätte zur Verfügung stand, war Lutz Sinke bereits 34 Jahre. Er streifte sich weiterhin mit Herzblut und Engagement das blau-weiße Vereinstrikot über, später in den Reihen der zweiten Mannschaft und als „Aushilfe“ in der „Ersten“. Aus sportlicher Sicht kam die politische Wende 1989/90 für Lutz Sinke zu spät. Beruflich, Lutz Sinke war bis dato als Reparaturschlosser im AWE (Automobilwerk Eisenach) tätig, brachte die neue Zeit manchen Tiefpunkt. Seine Liebe zum Handballsport blieb. Er spielte noch jenseits der 50 erfolgreich für die TSG Ruhla im Punktspielbetrieb. Verfolgt er Spiele von Mannschaften des ThSV Eisenach aller Altersgruppen als Zuschauer, da spürt man sofort wieder jene Liebe und Leidenschaft des Lutz Sinke zum Eisenacher Handball.
Die etwas älteren Handballanhänger aus der Region Eisenach, ja aus ganz Thüringen, erinnern sich nur allzu gern an das leidenschaftliche Energiebündel von Motor Eisenach mit der Rückennummer 9.
Der ThSV Eisenach gratuliert ganz herzlich, verbunden mit den besten Wünschen!
Th. Levknecht