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ThSV-Talente im Punktspielbetrieb der Regionalliga auf rasanter Talfahrt

B-Jugend unterliegt Tabellenführer HSG Baunatal 14:38 / A-Jugend bei Schlusslicht HSG Wettenberg 18:37

Die HBL würdigte jüngst die Nachwuchsarbeit des ThSV Eisenach erneut mit einem Gütesiegel, dem Jugendzertifikat. Die in der Regionalliga spielenden 15 bis 18-jährigen Talente, die B- und A-Jugend, befinden sich jedoch aktuell auf rasanter sportlicher Talfahrt. (mit Bildergalerie)

Adrian Winkler im B-Jugend-Kasten, der mit Abstand Beste seines Teams
Im Aufeinandertreffen zwischen Schlusslicht (ThSV Eisenach) und dem Tabellenführer (HSG Baunatal) im nach Wutha verlegten Heimspiel der B-Jugend hatte wohl keiner im Eisenacher Lager mit einer Überraschung gerechnet, doch beide Teams trennten beim 14:38 (5:17) ja schon Handballwelten. Die männliche Jugend A des ThSV Eisenach war als Tabellen-Vorletzter mit dem Vorhaben zum Tabellen-Letzten HSG Wettenberg gereist, um endlich mal wieder zu punkten. Die Hessen überrollten ihre Altersgefährten aus dem Nachwuchsprojekt in der Wartburgstadt mit 37:18 (17:6)! Knallharter kann die Landung auf dem Boden der Tatsachen schon gar nicht mehr sein.


B-Jugend nicht einmal in der Rolle eines Trainingspartners

„Manolo“, Eisenachs Bundesliga-Cheftrommler, in Wutha wohnend, wollte wenige Minuten nach dem Seitenwechsel des B-Jugend-Vergleichs in der Hörselberghalle zwischen dem ThSV Eisenach und der HSG Baunatal rasch nach Hause, um ein Handtuch zu holen. Es war der Zeitpunkt, bei dem in einer anderen Sportart das Handtuch geworfen wird. Die Gäste hatten gerade zum 9:25 (35.) getroffen. Die Eisenacher erfüllten nicht einmal die Rolle eines Trainingspartners! Da durften sich sämtliche Wechselspieler der Gäste leicht und locker am Torreigen beteiligen. Adrian Winkler im ThSV-Kasten, der mit Abstand Beste seines Teams, konnte einem nur leid tun. Mit einer Vielzahl von Glanzparaden verhinderte er ein noch größeres Desaster. Nach dem Abpfiff der Unparteiischen Leinhos/Sondermann, die in dieser einseitigen Partie leichtes Amtieren hatten, schlich Adrian Winkler mit hängendem Kopf vom Parkett. Vorbei an einer Traube jubelnder Baunataler, die mit ihrem 38:14-Erfolg den Staffelsieg in der Regionalliga Ost des Südwestdeutschen Handballverbandes völlig losgelöst feierten. Es ist noch nicht lange her, da waren die Talente des ThSV Eisenach auf diesem Erfolgspfad. Mit Blick auf das Heute, scheint dies Lichtjahre entfernt!

Den Besuchern bot sich das derzeit für nahezu alle Mannschaften des ThSV Eisenach typische optische Bild; durch eine zu dünne Personaldecke hervorgerufene kärglich besetzte Wechselbank, mit einem Torhüter und einem Feldspieler. Mit dem Selbstbewusstsein eines Tabellenführers übernahmen die Gäste sofort das Kommando (0:5, 4.Min.). Hausbacken, ängstlich, ohne Torgefahr agierten die Eisenacher, denen in der ersten Halbzeit drei (!!) Feldtore, alle durch Konstantin Singwald, gelangen. Bei Ballbesitz steuerten die Gäste sofort das ThSV-Gehäuse an, scheiterten mehrfach am glänzenden Keeper Adrian Winkler oder jagten das Leder unkonzentriert weit vorbei. Einfachste technische Fehler nahezu aller ThSV-Talente brachten die Gäste immer wieder in Ballbesitz, wie vor dem 4:11 (16.) und 5:14 (21.).

Tempogegenstoß auf Tempogegenstoß rollte in Richtung ThSV-Gehäuse zum 5:17-Halbzeitstand. Ein kleines Aufflackern beim ThSV Eisenach, als endlich einmal Tim Hohmann am Kreis einbezogen wurde, der im Doppelpack zum 9:20 (31.) traf. Abgeblockte Würfe waren Ausgangspunkt für weitere Tempogegenstöße der Gäste zum 9:25 (35.). Hoch angesetzte Würfe der Eisenacher waren zudem so recht nach dem Geschmack des Gästekeepers. Ein Wechsel auf der Regieposition beim ThSV Eisenach änderte nichts. Baunatals Wechselspieler setzten vielmehr zum Schaulaufen an, vom mitgereisten Anhang lautstark unterstützt. Als Jan Ritz nach einer Vielzahl von Fahrkarten das Leder endlich mal nach unten platzierte, zappelte es auch gleich doppelt im Netz (10:29, 11:29; 42.) Von Rückzugsverhalten konnte indes beim ThSV Eisenach keine Rede mehr sein. Scheibenschießen, an dem sich sämtliche Baunataler beteiligten, war angesagt. Adrian Winkler stand in Serie frei auf ihn zustürmender Gästespieler gegenüber. „Ich hätte als Torhüter bei diesen Vorderleuten schon längst meine Sachen gepackt“, so der Kommentar auf den Zuschauerplätzen. Der beste Pfiff der gesamten Partie war – aus Eisenacher Sicht – der Abpfiff beim Stand von 14:38.

Statistik

ThSV Eisenach: Winkler, Räbiger; J. Hohmann (2/2), T. Hohmann (3), Kriegel, Urbach, Ritz (5), Singwald (4), Frohmüller

HSG Baunatal: Brettschneider, Tum; Otto (2), Käse (3), Winkler (2), Trogisch (5), Forster (2), Schlosser (4), Maienschein (1), Krug (4/1), Bachmann (4), Pregler (8/1), Werner (3)

Siebenmeter: Eisenach 2/2 - Baunatal 2/2

Zeitstrafen: Eisenach 2 x 2 Min. – Baunatal 2 x 2 Min.

Schiedsrichter: Leinhos/Sondermann (Erfurt)

Zuschauer: 70 in der Hörselberghalle Wutha-Farnroda


Keine Bereitschaft zum aggressiven Zweikampfverhalten, lustloses Zurücklaufen nach Ballverlusten: A-Jugend wird vom Tabellen-Schlusslicht überrollt

„Ohne Umsetzung der taktischen Marschroute, ohne letzten Willen zum Sieg ist das Team hoffungsvoll überfordert“, so das Fazit von Coach Christian Roch zum Auftritt der ThSV-A-Jugend bei der HSG Wettenberg. Der Tabellenletzte überrollte im Kellerderby den Tabellenvorletzten aus der Wartburgstadt mit 37:18 (17:6). „Das wahre Können wurde nicht abgerufen“, merkte Christian Roch an, der auf die Rückkehr der erkrankten Clemens Schlegel, Christian Lämmerhirt und Maurice Bäßler hofft, „damit lust- und willenlose Spieler ausgewechselt werden können“. Starker Tobak von Christian Roch, der Charakter fordert. Das tat auch sein Vorgänger Werner Klöckner. Allerdings ohne spürbaren Widerhall bei den jungen Handballern!

Mit Druck aus dem Rückraum, ständigen Übergängen sollte die defensiv ausgerichtete Abwehr der Gastgeber in Bewegung gebracht Der eigene 9-Meter-Raum sollte vor Einbrüchen abgeschirmt werden. Doch das blieb nur Theorie. Die Umsetzung auf dem Parkett fand von Beginn nicht statt. Kaum zu glauben, aufgrund des Harzverbotes in der Halle schienen einige ThSV-Spieler schon vor dem Anpfiff den Schalter auf Niederlage umgelegt zu haben! Lässige Torwürfe, wie misslungene Heberversuche von Tim Nothnagel und Qendrim Alaj, schwache der Außen (Stefan Ebenhoch, Johannes Hopf) sowie keine Bereitschaft zum aggressiven Zweikampfverhalten im Deckungsverband und lustloses Zurücklaufen nach Ballverlusten bestimmten den Auftritt der ThSV-Akteure. Eine frühe Auszeit nach acht Minuten, beim Stand von 5:0 für die Gastgeber, ließ bei den Eisenachern keinen Wecker schrillen. Nach 13 Minuten, beim Stand von 7:0, fiel der erste ThSV-Treffer durch Tom Winner, der zweite (durch Johannes Hopf) nach 20 Minuten (11:2). Ein starker Christian Trabert im ThSV-Kasten vereitelte mit großartigen Paraden Schlimmeres. Streitbare Entscheidungen der insgesamt überfordert wirkenden Unparteiischen verunsicherten die Eisenacher zusätzlich. Nach einem klaren Offensivfoul am Felix Rollmann zeigten die Spielleiter zur allgemeinen Verwunderung auf den Siebenmeterpunkt für die Hessen. Mit starkem Nasenbluten und Verdacht auf Nasenbeinbruch war für Felix Rollmann damit die Partie beendet. Ergo, auf der ThSV-Bank saß fortan nur noch ein Wechselspieler. Aber das ist ja aktuell symptomatisch für fast alle Teams des ThSV Eisenach. Beim Stand von 17:6 ging es in die Halbzeitpause. Eine laute, kurze und prägnante Kabinenansprache sowie die Umstellung der Abwehr auf ein 4:2-System, mit Tim Nothnagel und Qendrim Alaj auf vorgezogener Position, fruchtete nur bedingt. Individuelle Schlafeinlagen der Eisenacher verhalfen der HSG Wettenberg zu einfachen Toren. Etwas besser lief es in der Offensive, weil Tom Winner, aus dem rechten Rückraum kommend, seinen Körper besser einsetzte. Obwohl die Partie längst entscheiden war, mit einem konstanten 10-Tore-Polster für die Gastgeber bis zur 47. Minute, brachten beide Mannschaften übertriebene Härte in ein insgesamt unansehnliches Spiel. Die Schiedsrichter verloren nun vollends den Überblick, benachteiligten aber keine Seite! Im Schlussabschnitt häuften sich die disziplinlosen Aktionen beim ThSV Eisenach, was die Gastgeber zu Tempogegenstößen und zum 19-Tore-Sieg nutzten. Nur allzu verständlich, die überschäumende Freude beim Tabellen-Letzten über den Kantersieg über die Handballmacht aus Thüringen.

Das Heimspiel am Sonntag, 14.03.2010, gegen die JSG Gersprenztal (wahrscheinlicher Anpfiff bereits um 12.00 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle) sieht ThSV-Coach Christian Roch als Chance zur Rehabilitation.

ThSV-A-Jugend: Trabert, Kämmerer; Hopf (3), Winner (4), Ebenhoch (2), Klyuyko (3/2), Rollmann (1), Nothnagel (3), Koch, Q. Alaj (2)

Th. Levknecht
 
Interne Verweise:
Bilder vom Spiel der B-Jugend gegen Baunatal

http://www.thsv-eisenach.de
erstellt am 09.03.2010

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