| Miserable Hinrunde war nicht mehr zu reparieren
Der ThSV Eisenach II schloss die Saison 09/10 mit 20:32 Punkten lediglich auf Tabellenplatz 10 der Handballoberliga der Männer ab. „Unsere Zielstellung, ein Platz im oberen Mittelfeld, haben wir klar verfehlt“, bekennt Frank Keller. Der Coach des ThSV Eisenach II, zumeist mit einer U 20-Auswahl im Einsatz, geht aber noch weiter; man habe die große Chance des Erreichens der neuen Mitteldeutschen Liga nicht mit aller Konsequenz genutzt.
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Durch Terminüberschneidungen mit dem Zweitligateam und der A-Jugend standen personelle Verstärkungen und Ergänzungen für die Punktspiele in der Oberliga Männer oftmals nicht zur Verfügung. (Viel Akribie haben die Verantwortlichen Christian Roch und Christoph Jauernik daher für die nächste Saison und die entsprechenden Terminkonferenzen walten lassen, um Terminüberschneidungen soweit wie möglich zu minimieren!) Durch Verletzungen war der ThSV Eisenach II zudem frühzeitig gehandicapt.
Ausgerechnet in den beiden Auftaktspielen in heimischer Halle gegen Goldbach und Ziegelheim konnten aufgrund der Wettspielordnung keine Spieler auflaufen, die in der Saison schon für das Zweitligateam mitgewirkt hatten. Dadurch konnte beispielsweise der so wichtige Kreisspieler Philipp Lindner nicht aufgeboten werden. Die Gäste nutzten das weidlich zu Siegen. Der ohnehin ganz schmale Kader wurde zudem frühzeitig durch Verletzungen arg gebeutelt. Linkshänder Christoph Kaufmann, aus dem rechten Rückraum gerade so richtig in Fahrt gekommen, zog sich am vierten Spieltag einen Kreuzbandriss zu. Für ihn war damit die Saison bereits beendet. „Konkret, wir spielten fortan ohne Linkshänder“, verweist Frank Keller auf ein gewichtiges Manko. Wenig später verletzten sich Manuel Blezinger und Paul Lipsky, sodass plötzlich die komplette Aufbaureihe fehlte. Johannes Drieß zeigte sich verletzungsanfällig. Auch Florian Schulze musste verletzungsbedingt passen. Trotz eines überraschenden Auswärtssieges Mitte Oktober beim mit Ex-Eisenachern gespickten Ernestiner SV Gotha fand der ThSV Eisenach II nicht zu Kontinuität. Die Personaldecke wurde immer dünner. Nur mit Mühe (und durch das Nachfahren von zuvor im A-Jugend-Spiel mitwirkendem Youngstern) konnte der ThSV Eisenach II Anfang November eine spielfähige Mannschaft im Auswärtsspiel beim kampfstarken THC Erfurt/Bad Langensalza aufbieten. Die Punkte verbuchte allerdings der THC. Der „Tiefpunkt“ der Saison folgte Mitte November: eine Heimniederlage gegen die bis dahin sieglosen HSG Suhl. „Von kontinuierlichem Trainings- und Wettkampfbetrieb konnte keine Rede sein. Oftmals waren zum Training nur drei oder vier Akteure da. Ich wusste am Donnerstag nicht, mit wem wir Samstag das Punktspiel bestreiten. Fast jeder Spieler musste auf ungewohnten Positionen aushelfen. Abwehrstabilität, auch als Ausgangspunkt für Tempogegenstöße, konnte nicht einziehen“, unterstreicht Frank Keller. Das alles war sicherlich auch der Motivation der aufgebotenen Akteure nicht gerade zuträglich. Doch das wollte Frank Keller keinesfalls als Entschuldigung für den desaströsen Auftritt beim SV Town & Country Behringen/Sonneborn gelten lassen, als seine Crew zur Halbzeit bereits mit 12 Toren Differenz im Hintertreffen lag! So darf sich eine Mannschaft des ThSV Eisenach nicht präsentieren! Selbst das Minimalziel für die erste Halbserie von zehn Pluspunkten konnte nicht umgesetzt werden. Mit gerade einmal 7:19 Punkten und damit im Tabellenkeller wurde der Wechsel ins neue Kalenderjahr vollzogen.
Leistungskurve zeigte im neuen Jahr nach oben
Die Situation besserte sich deutlich. Maik Handschke, der damalige Zweitbundesligacoach, erkannte die Misere, öffnete allen zum Oberligakader gehörenden Spielern die Tür zu seiner Trainingsgruppe. „Die Spieler der zweiten Mannschaft wurden in den Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft integriert. Das führte zu einem deutlichen Leistungsschub“, betont Frank Keller auch mit Dank an Maik Handschke. Die Ergebnisse der Rückrunde, auch mit mehr Kontinuität in der personellen Besetzung, sind ein Beleg dafür. Mit „voller Kapelle“, mit Andreas Nositschka im Tor und Regisseur Manuel Blezinger sowie den Zweitligaanschlusskadern Adrian Wöhler und Philipp Lindner gelang mit dem Auswärtssieg in Goldbach ein kräftiger Paukenschlag. Paul Lipsky, eigentlich ein Rückraumspieler, schlüpfte oftmals fortan mit viel Engagement in die Rolle eines Kreisspielers. „In den Auswärtsauftritten bei den Spitzenteams der Oberliga - Hermsdorf, Ziegelheim, Ronneburg - die nun in der Mitteldeutschen Liga spielen, agierten wir jeweils lange auf Augenhöhe“, unterstrich Frank Keller. Ein Rückfall war freilich das Auswärtsspiel in Werratal. „Ein Grottenspiel“, zeigt sich Frank Keller mit Abstand noch stinksauer. Trotz einer höheren Zahl von Auswärtsspielen, der ThSV Eisenach II gestaltete die zweite Halbserie mit 13:13 Punkten ausgeglichen. „Unnötig die Punkteinbussen in Werratal und beim Heimspiel gegen Gotha“, merkte Frank Keller kritisch an. „Für uns war die Saison leider zu früh beendet. Als endlich vieles rund lief, war die Punktspielserie zu Ende“, so der Coach des ThSV Eisenach II. Mit der Kontinuität und der Stabilisierung der Abwehr steigerten sich auch die Torhüter Julian Krüger und Andreas Nositschka. Nach Ballgewinnen konnte das Konterspiel über die Außen erfolgreich ausgelöst werden. Durch das Mitwirken von Adrian Wöhler im rechten Rückraum wurde das Angriffsspiel variabler, die Torgefahr deutlich erhöht.
Christoph Jauernik/Frank Keller das neue Trainerduo
In die neue Punktspielsaison in der Thüringenliga geht der ThSV Eisenach II mit neuem Trainerduo und verändertem Spielerpotential. Christoph Jauernik und Frank Keller führen das Team als Duo. Peter Weiß unterstützt in bewährter Weise als Mannschaftsleiter. Den ThSV Eisenach verlassen - und damit auch nicht mehr für die zweite Mannschaft am Ball - haben Johannes Drieß (zu Regionalligist TV Gelnhausen), Andreas Nositschka (heuert wahrscheinlich auch bei Regionalligist TV Gelnhausen an), Manuel Blezinger (zu Regionalligist Sportfreunde Budenheim) und Julian Krüger (zu Regionalligist TV Jahn Duderstadt). Die Verantwortlichen des ThSV Eisenach um Präsident Gero Schäfer, dem sportlichen Leiter Uwe Schreiber und Geschäftsführer Shpetim Alaj sind aktuell dabei, eine Mannschaft zusammenzustellen, die bei der Titelvergabe in der neuen Thüringenliga, und damit auch in Sachen Aufstieg, ein gewichtiges Wort mitreden soll. Als Torhüter kehrt Sven Luckert zurück. Weitere Neuzugänge sollen demnächst vermeldet werden.
Th. Levknecht
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http://www.thsv-eisenach.de erstellt am 19.07.2010
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