News / 2. Handball Bundesliga

„Dass wir erneut unter Druck stehen, haben wir uns selbst eingebrockt.“

Nachgefragt bei unserem Coach, nach dem Auswärtsspiel bei den DJK Rimpar Wölfen und vor dem Heimspiel gegen den TuS Ferndorf

Bis zum Jahreswechsel stehen für den ThSV Eisenach drei Punktspiele an. Am Mittwoch, 23.12.2020 kommt zunächst der TuS Ferndorf in die Werner-Aßmann-Halle (Anpfiff 19.30 Uhr) Nahezu exakt vor einem Jahr gastierte das Team um den Ex-Eisenacher Branimir Koloper in der Wartburgstadt, nahm beim 25:30 beide Punkte mit. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, am 26.12.2020, empfangen den Wartburgstädter um 17.00 Uhr mit dem HSV Hamburg einen Aufstiegsanwärter, in dessen Reihen mit Linkshänder Jan Forstbauer ebenfalls ein ehemaliger Eisenacher steht. Einen Tag vor Silvester, am 30.12.2020 geht es zum HC Elbflorenz. Alle diese Begegnungen müssen im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Vor der Partie gegen den TuS Ferndorf sprachen wir mit Markus Murfuni, dem Coach des ThSV Eisenach:

Eine Woche nach dem 32:29-Derby-Sieg über den Dessau-Roßlauer HV unterlag Ihr Team bei den Rimpar Wölfen 23:26, obwohl Torhüter Blaz Voncina 6 von 7 Strafwürfen parierte. Woran haperte es in Mainfranken?

Blaz Voncina bot eine Super-Leistung, doch bei Ballbesitz unterliefen uns 15 technische Fehler. Dieses Auf und Ab stört mich gewaltig. Jedes Mal kommt ein anders Thema auf. Wir müssen uns selbst in die Pflicht nehmen. Bis zu einer kleinen Pause stehen noch drei Punktspiele an. Wir wollen mindestens 4 Punkte holen, 3 Zähler wären - mit dem Blick auf den Spielverlauf – auch zufriedenstellend. Ja, wir befinden uns in einer intensiven Zeit; als Ausrede will ich das aber nicht gelten lassen. Wir wussten das alles vorher. In Rimpar konnten wir über weite Strecken nicht überzeugen. Wir müssen auch realistisch sein, was können wir umsetzen? Gegen den Dessau-Roßlauer HV ist uns das mit kleinem Kader gelungen. Das zehrt natürlich an den Kräften. Wir trafen in Würzburg auf eine Mannschaft, die sich 10 Tage in häuslicher Quarantäne befand. Unsere 5:1-Abwehr mit einem starken Blaz Voncina, der 35 % der Bälle parierte, funktionierte ganz gut. Im Angriff fehlte die Durchschlagskraft. Wir haben schon 12 Begegnungen absolviert, drei kommen noch hinzu.

Einen Tag vor Heiligabend kommt der TuS Ferndorf, der nahezu exakt vor einem Jahr beim 26:30 beide Punkte entführte und für lange Gesichter im Eisenacher Lager sorgte. Wie sehen Sie die Neuauflage gegen die Kreuztaler?

Der TuS Ferndorf, gut in die Saison gestartet, kassierte zuletzt zwei Niederlagen. Gegen den HSV Hamburg hielt der TuS Ferndorf lange mit, führte zur Pause 14:11, unterlag am Ende 23:27. Sie stehen nun wohl etwas unter Druck. Ähnlich wie wir! Das haben wir uns freilich selbst eingebrockt. Was zeichnet den TuS Ferndorf aus? In ihr stehen junge schnelle Spieler. Ein gut funktionierender Deckungs-Innenblock mit viel Erfahrung ist ein Markenzeichen. Mit Spielwitz und Freude wird der Angriff gestaltet. Eine hohe Identifikation der Spieler mit Verein und Region gehört zu einer Haupttugend! Wir haben vom letzten Jahr noch etwas gutzumachen, wollen uns in heimischer Umgebung nicht wieder so leicht bezwingen lassen wie in der Vorsaison.

Wie sehen Sie die Lage Ihres Teams kurz vor dem Jahreswechsel?

Die 5:1-Abwehr funktioniert derzeit besser als die 6:0. Mit Kristian Beciri fehlt uns der Abwehrchef. Für den Innenblock stehen uns aktuell nur Daniel Dicker und Andrej Obranovic zur Verfügung. Während der Pause werden wir versuchen, Hannes Iffert in diese Aufgabe einzuarbeiten. Wir sind kein Verein, der sich erfahrene Mittelleute leisten kann. Dennoch muss es uns gelingen, zügig Konstanz in die Truppe zu bringen. Was die Tage zum Jahresende betrifft, gibt es eine klare Ansage: Wir sind Leistungshandballer. Weihnachten und Corona sind Nebenschauplätze. Wir müssen uns auf unseren Beruf Handball konzentrieren, haben bis zum 30. Dezember voll zu arbeiten! Dem ist alles unterzuordnen. Das muss jeder Einzelne verstehen! Das ist unser Beruf!

 

Th. Levknecht