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„Wir müssen an unser Maximum kommen“

Nachgefragt bei Eisenachs Coach Markus Krauthoff-Murfuni vor dem Heimspiel gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke

Zum ersten Heimspiel der Saison empfängt Handball-Zweitbundesligist  ThSV Eisenach am Samstag, 10.10.2020 um 19.30 Uhr mit dem TuS Nettelstedt-Lübbecke einen Aufstiegsanwärter. Die Gastgeber freuen sich, in der heimischen Werner-Aßmann-Halle vor Zuschauern, in Corona-Zeiten in limitierter Zahl, spielen zu dürfen.

Wir sprachen im Vorfeld mit Markus Krauthoff-Murfuni, dem neuen Cheftrainer des ThSV Eisenach:

Die Saison 2020/2021 ist gestartet. Eine Spielzeit mit vielen Unwägbarkeiten und besonderen Herausforderungen. Wie sehen Sie die Saison allgemein und im Speziellen für Ihre Mannschaft?

Bedingt durch die Corona-Pandemie sehen sich alle Teams mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Wir werden mit Überraschungen leben müssen, in spielerischer und organisatorischer Hinsicht. Wir müssen lernen, damit umzugehen. Durch keine oder nur wenige Zuschauer wird der Heimvorteil schwinden, sehen sich Gastmannschaften keinem Hexenkessel gegenüber. Das hat uns am ersten Spieltag in Fürstenfeldbruck geholfen. Insgesamt stellen wir uns als ThSV Eisenach der Situation. Wir kümmern uns um das, was wir beeinflussen können. Unser Focus richtet sich auf das Handballspiel, auf einen für uns positiven Verlauf der Saison. Die Entwicklung unserer Mannschaft steht an erster Stelle. Dinge, die wir uns erarbeiten, wollen wir gezielt einsetzen. Das soll und muss eine Säule werden.

 

Sie haben erstmals eine Cheftrainerrolle übernommen…?

Ein lang ersehnter Wunsch ging in Erfüllung. Ich freue mich extrem auf diese Aufgabe bei einem Traditionsverein. Ich weiß natürlich, dass auf mich ganz viel Arbeit wartet. Arbeit, die mir Spaß macht, zugleich eine Herausforderung ist. Es wird nicht nur Sonnenseiten geben. Bei Hochs werde ich die Mannschaft auf den Boden zurückholen, andererseits nach Tiefs aus einem möglicherweisen Loch wieder nach oben führen. Das sind Stärke und Kunst eines Trainers. Der Trainer ist immer der Hauptverantwortliche. Er muss Ideen und Gedanken durchsetzen und letztendlich dafür geradestehen. Ob ein Spieler die ihm zugedachte Rolle ausfüllen kann, sich dabei wohl fühlt, erkennt man an der Leistung des Spielers.

 

Wohin soll es den ThSV Eisenach in dieser Saison tragen?

Wir wollen zu einer im Kern gefestigten Mannschaft, die sich sportlich und menschlich findet. Ich bin überzeugt, dass uns dies gelingt. Wir wollen den Menschen in Eisenach und in der Region Freude vermitteln, Sie sollen stolz auf uns als Mannschaft sein. In diesem Miteinander werden wir positive Ergebnisse erzielen können.

 

Welche Spielphilosophie vertreten Sie?

Ich möchte einen fairen, aber dennoch harten Handball in Eisenach sehen. Wichtig, eine kompakte bewegliche Abwehr, egal in welcher Formation, im Zusammenspiel mit dem Torhüter. Durch die Zeitspielregel sind im Angriff oft nur wenige Pässe möglich; wir müssen ständigen Druck auf die Abwehr erzeugen. Unsere Mannschaft muss mit Mut und ganz viel Druck ihr Angriffsspiel gestalten.

 

Der Auftakt mit einem 36:26-Erfolg beim TuS Fürstenfeldbruck und damit die Übernahme der Tabellenführung ist bestens gelungen. Wie stufen Sie den Sieg beim Aufsteiger ein?

Die Tabellenführung nach dem ersten Spieltag ist eine schöne Momentaufnahme, die wir mit sehr viel Demut und Bescheidenheit betrachten müssen. Der Sieg war möglich, weil die Mannschaft 80 bis 90 Prozent der Vorgaben umgesetzt hat. Zum ersten Heimspiel erwarten wir mit dem TuS Nettelstedt einen Kontrahenten ganz anderen Kalibers.

 

Mit dem TuS Nettelstedt-Lübbecke kommt nun ein Team aus dem Kreis der Titelanwärter. Wie sehen Sie diese Aufgabe?

Vergangene Woche, gegen den TuS Fürstenfeldbruck, waren wir der Favorit. Diesen Samstag ist das Gegenteil der Fall. Wir sind der Au0enseiter. Wir spielen gegen eine starke Mannschaft, die sich im Sommer gezielt verstärkt hat, um ganz oben mitzumischen. In Team stehen erfahrene Spieler, insbesondere in der Abwehr. Geführt wird der TuS Nettelstedt-Lübbecke von einem erfahrenen und abgeklärten Trainer. Im Vorjahr war der TuS eine der wenigen Mannschaften, die in Eisenach abgebrüht und abgeklärt aufgetrumpft aufgespielt und gewonnen haben.

Wir müssen an unser Maximum kommen, um den Gästen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Ich habe schon viele Eindrücke von unserem ersten Heimspielkontrahenten bekommen. Wir bereiten uns gezielt vor. Ich freue mich sehr auf dieses Spiel. Für den TuS Nettelstedt-Lübbecke ist es das erste Punktspiel der Saison, Ein Vor- oder Nachteil! Ich mag das nicht zu bewerten.

 

Wird sich gegenüber dem Aufgebot vom vergangenen Wochenende was ändern, kehren verletzte Spieler zurück?

Wir werden voraussichtlich mit dem Aufgebot vom Auswärtsspiel in Fürstenfeldbruck diese Partie bestreiten. Justin Mürköster ist wieder ins Training eingestiegen. Für ihn und den ebenso verletzten Adrian Wöhler kommt ein Einsatz aber noch zu früh.

 

Th. Levknecht