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„Wir müssen auf dem Parkett zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind“

Der ThSV Eisenach gastiert als Tabellen-Vierter am Samstag, 30.11.2019 um 19.00 Uhr beim Tabellen-Letzten, der HSG Krefeld.

Wir sprachen zu Wochenmitte mit unserem Trainer

 

Nach der deftigen Niederlage in Coburg war der 31:24-Heimerfolg über den TV Emsdetten sicherlich auch für Sie Balsam auf die Wunden…?

 

Im Handballsport ist es so, gute Spiele kann man rasch bestätigen, schlechte rasch korrigieren. In Coburg haben wir die zweite Halbzeit unter unserem Niveau gespielt. Eine Woche später wartete die Aufgabe TV Emsdetten, die wir erfolgreich lösten, wir in die Erfolgsspur zurückkehrten. Das war für uns alle wichtig, insbesondere für meine junge Mannschaft. Eine kompakte Abwehr und Variabilität im Angriff zeichneten uns aus. Wir haben die Hoffnung, das im nächsten Spiel zu bestätigen.

 

Der ThSV Eisenach hat bisher 17 Pluszähler auf dem Konto, von denen er 16 durch 8 Heimsiege in 8 Heimspielen verbucht hat. Wie ist diese große Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen zu erklären?

 

Es gilt zu beachten, wir hatten wesentlich mehr Heim- als Auswärtsspiele. Wir spielten auswärts nicht durchgehend schlecht. Weshalb es bisher nur zu einem Auswärtszähler reichte, hierfür gibt es viele Gründe. Da sind die Unerfahrenheit und Ungeduld unserer ganz jungen Mannschaft. Ich verweise nochmals darauf, dass zwei 19- und 20-Jährige überwiegend als Spielgestalter fungieren, drei 22- und 23-Jährige die Kreisposition besetzen. Oftmals lagen wir in der ersten Halbzeit in Führung, machten den Sack nicht zu. Ging stattdessen plötzlich der Kontrahent in Führung, ließ uns das teilweise resignieren.Taktische Auswechslungen, die in unserem Wohnzimmer Werner-Aßmann-Halle fruchteten, brachten vor fremden Publikum nicht den gewünschten Erfolg. In eigener Halle, vor den eigenen Fans, setzen von der Bank gekommene Spieler Impulse, bringen neue Dynamik auf das Parkett. In fremden Hallen erreichen sie nicht das gleiche Niveau. Letztendlich scheitern wir da an uns selbst. Wir bewahren keine Ruhe, verlassen unser Konzept, verlieren den berühmten Faden. Unsere im Sommer neu zusammengestellte junge Mannschaft braucht noch Zeit, wir müssen weiter Geduld aufbringen! Wir arbeiten ganz intensiv. Wir machen Schritte nach vorn. Ganz langsam.

 

Nun geht es zum Tabellen-Letzten, der bisher ein einziges Erfolgserlebnis hatte, ein 30:26-Sieg am 8. Spieltag über Bayer Dormagen. Wenn nicht in Krefeld, wann soll sonst der Auswärtsbock umgestoßen werden?

 

Ein Blick auf die Tabelle mit der unterschiedlichen Punktezahl lässt diese Meinung zu. Voraussetzung ist, wir sind präsent, liefern ein gutes Spiel ab. Über 60 Minuten! Ich erinnere nochmals daran, dass wir auswärts nach guten ersten 30 Minuten uns letztendlich selbst geschlagen haben. Ja, von der Papierform kann man zu der Aussage kommen, wenn nicht am Samstagabend, wann dan. Grundvoraussetzung ist, wir bieten eine gute Leistung in allen Mannschaftsteilen über die gesamte Distanz. Beim Gastgeber kehren einige verletzte Spieler zurück, sie machen sich Hoffnung.

 

Genau. Die HSG Krefeld wird vermutlich Morgenluft wittern. Wie wollen Sie die Aufgabe angehen?

Na klar, die Gastgeber werden mit einem gegenüber der Vorwoche besser besetztem Kader alles versuchen, um zu punkten, um den zweiten Sieg einzufahren. Die Atmosphäre in unserem Team ist gut. Wir trainieren engagiert und intensiv. Um zu gewinnen, müssen wir besser als die Gastgeber sein. Und das ist unser klares Ziel! Wir dürfen uns aber nicht vom Tabellenplatz der HSG Krefeld zu einer Unterschätzung verleiten lassen. Wir müssen auf dem Parkett zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind.

 

Wie sieht es personell aus?

Alle Spieler haben ihre Krankheit, ihre Infektion auskuriert. Alle sind beim Training dabei. Wir können also aus dem Vollen schöpfen. Wie stets, nach dem Abschlusstraining am Freitag wird der 16er Kader benannt. Unser Ziel, mit einer überzeugenden Leistung beide Zähler mitzunehmen. Dafür benötigen wir jeden einzelnen Spieler, den, der zu Beginn auf dem Parkett steht, und den, der später eingewechselt wird.

Sead, danke für das Interview.

Bis zum Samstag in Krefeld.

Thomas Levknecht