News / 2. Handball Bundesliga

Ante Tokic - von der Championsleague zum ThSV Eisenach

Linkshänder zweitbester Feldtorschütze der Liga

Von der Champions-League in die 2. Handballbundesliga, von einer 540.000 Einwohner zählenden Stadt Nord Mazedoniens in eine 43.000 Einwohner beheimatende Kleinstadt Thüringens; diesen Weg vollzog Handballspieler Ante Tokic im Sommer. Er wechselte vom HC Metalurg Skopje zum ThSV Eisenach. Warum? „Mein Traum ist die 1. Handballbundesliga, der Wechsel nach Eisenach war der erste Schritt. Zudem, hier kann ich unter Leitung eines der weltbesten Trainer spielen“, begründet der 25-jährige im Zagreb geborene Rechtsaußen den Schritt. Seine Qualitäten hat der 1,89-Meter-Mann und 88 Kilo auf die Waage bringende Ante Tokic im deutschen Handballunterhaus bereits mit Nachdruck unter Beweis gestellt. Er eifert seinem Vorbild, Mirza Dzomba, ehemaliger jugoslawischer Rechtsaußen und zu jener Zeit einer der Besten der Welt auf dieser Position, nach. Ante Tokic wurde während der ersten 8 Spieltage gleich 4-mal in die Mannschaft der Woche gewählt, rangiert in der Liste der Feldtorschützen auf dem 2. Platz. Er absolviert gerade ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement. Auch aus dem privaten Sektor gibt es Erfreuliches. „Ich habe meiner Verlobten einen Heiratsantrag gestellt, sie hat Ja gesagt. Nun muss noch ein Hochzeitstermin gefunden werden“, berichtet der torgefährliche Rechtsauen mit strahlenden Augen. Privates Glück befördert bekanntlich sportliche Leistungen.

 

Ante Tokic ist maßgeblich am Erfolgskurs der Wartburgstädter beteiligt. Nach 9 Spieltagen rangiert der Aufsteiger mit 13:5 Punkten auf dem 4. Tabellenplatz, Ante Tokic belegt in der Tabelle der besten Werfer aus dem Feld, gemeinsam mit Johannes Wassielewski vom TV Emsdetten, den 2. Platz. Am vergangenen Wochenende pausierten die beiden Handball-Bundesligen aufgrund von Länderspielen. Mit einem Traditionsderby setzt der ThSV Eisenach den Punktspielbetrieb fort, gastiert am Samstag, 02.11.2019 um 17.00 Uhr beim EHV Aue.

 

Wir sprachen mit Ante Tokic über sein Gestern, Heute und Morgen:

Sie entschlossen sich im Jahr 2003 für Handball im Verein. Was bewog Sie dazu?

Ich hatte zuvor drei Jahre Fußball gespielt. Im Tor. Mein bester Freund hat mich dann zum Handball mitgenommen. Das hat mir sofort Spaß gemacht und ich bin dabeigeblieben.

 

Wann rückten Sie auf die Rechtsaußenposition?

Ich war damals klein, auf der Rechtsaußenposition fehlte ein Spieler, der Trainer hat mich auf die Rechtsaußenposition gestellt – und ich blieb dort.

 

Auf Ihrer Vita stehen beachtliche Erfolge im Handball?

Ich habe über 30 Länderspiele mit der Junioren-Nationalmannschaft meiner Heimat bestritten, war im Jahr 2012 bei der U 20-Junioren-Europameisterschaft dabei. Mit der U 21-Auswahl belegte ich 2013 den 4. Platz bei der WM, wurde ins All-Star-Team gewählt. In den Spielzeiten 2017/2018 und 2018/2019 spielte ich in der Champions-League.

 

Und nun der ThSV Eisenach?

Manager Rene Witte hat mit mir Kontakt aufgenommen, mir das Konzept erläutert, das mein Interesse geweckt hat. Dadurch wurde für mich der Wechsel nach Deutschland möglich, als erste Stufe in Richtung 1. Handballbundesliga.

 

 

Welche Erwartungen, welche Hoffnungen verknüpfen Sie mit dem Wechsel zum ThSV Eisenach?

Es ist für mich eine Ehre, unter Sead Hasanefendic spielen zu dürfen. Wir bereiten uns auf jedes Spiel ganz intensiv vor, wollen stets 100 Prozent unserer Leistung abrufen, jedes Spiel gewinnen. Mal sehen, wo wir zum Ende der 1. Halbserie stehen.

 

Was ist neu, neben der Sprache?

Deutsch ist nicht ganz neu für mich. Ich habe an der Hochschule zwei Jahre einen Deutsch-Kurs belegt. Wir profitieren alle von einer hohen Organisationsstruktur beim ThSV Eisenach. Eine volle Halle motiviert uns alle mächtig. Die Kleinstadt Eisenach kommt meinem Naturell sehr entgegen, sie ist ähnlich wie Varazdin mit etwa 45.000 Einwohnern, wo ich von 2014 bis 2017 spielte. Na klar, auf der Wartburg war ich schon, ist sie doch das Wahrzeichen der Stadt und der ganzen Region.

 

Was bevorzugt Ante Tokic, das Gegenstoßspiel oder den Positionsangriff?

Ein Top-Außen muss beides können!

 

Ante Tokic müsste eigentlich rundherum zufrieden sein?

Nach 9 Spieltagen 13:5 Punkte, das kann positiv vermerkt werden. Wir wollen als Mannschaft den eingeschlagenen Weg weiter beschreiten. Das bedarf ganz intensiven Trainings. Das wird kein Selbstläufer! Rückblickend ist zu vermerken, schade, dass uns beim ersten Spiel in Dresden noch die Harmonie untereinander fehlte.

 

Wie ist Ihr Verhältnis zu Willy Weyhrauch, auch ein Rechtsaußen im Team?

Wir helfen uns gegenseitig. Willy hilft mir beispielsweise beim Verstehen der deutschen Sprache im Training. Entscheidend ist der mannschaftliche Erfolg.

 

Th. Levknecht

 

Ante Tokic vor dem Mikrofon des mdr-Fernsehens