News / 2. Handball Bundesliga

Auszeit mit David Röhrig, Coach des VfL Lübeck-Schwartau

„Die Aufgabe beim sehr variabel operierenden ThSV Eisenach wird für uns eine sehr große Herausforderung.“ - Auszeit mit David Röhrig, Coach des VfL Lübeck-Schwartau, vor dem Gastspiel der Norddeutschen in Thüringen

Der 4. Spieltag der 2. Handballbundesliga der Männer hält die Partie zwischen dem ThSV Eisenach und dem VfL Lübeck-Schwartau bereit. Die Schiedsrichterinnen Sophia Janz und Rosana Sug werden diese Begegnung am Samstag, 24.09.2022 um 19.30 Uhr im Thüringer Handballtempel, der Werner-Aßmann-Halle, anpfeifen.

Tickets sind vorab erhältlich online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle, werden am Spieltag ab 18.15 Uhr an der Tageskasse (mit einem Aufschlag von 2,00 € je Eintrittskarte) angeboten. Der ThSV Eisenach empfiehlt, den Vorverkauf zu nutzen, sich rasch ein Ticket zu besorgen.

Zu Wochenmitte sprachen wir David Röhrig, dem Coach des VfL Lübeck-Schwartau:

Von der A-Jugend des TSV Bayer Dormagen, mit der Sie die deutsche Vizemeisterschaft errangen, führte Sie der Weg nach Schleswig-Holstein. Ein atemberaubender Aufstieg, bis zum Ende der Saison 2019/2020 waren Sie bei Ihrem Heimatverein TSV Bonn rrh. als Cheftrainer und Sportlicher Leiter in der Verantwortung, zugleich Trainer im Nachwuchsbereich des TSV Bayer Dormagen. Als knapp 32-Jähriger stehen Sie nun an der Seitenlinie des Männer-Zweitbundesligisten VfL Lübeck-Schwartau. Ein folgerichtiger Schritt? Was reizt Sie an der Aufgabe?

Ob das ein folgerichtiger Schritt war, können andere beurteilen. Für mich persönlich ist es ausgesprochen reizvoll, beim VfL Lübeck- Schwartau, der einen Umbruch eingeläutet hat, das Traineramt zu übernehmen. Für mich als jungen Trainer die richtige Aufgabe zum Einstieg in den Profibereich.

Einige Spieler im Kader sind älter als Sie; ein Problem?

Nein. Die Spieler checken meine inhaltlichen Aussagen ab. Es geht am Ende um die fachliche Qualität.

Es war zu lesen, Sie wollen der Mannschaft einen skandinavischen Stil geben.  Was heißt das?

Das ist eher ein plakatives Schlagwort, um unseren Weg zu beschreiben. Wir wollen unseren Angriff breiter auslegen, viel über die Außen spielen, über Durchbrüche kommen, über Qualität im Passspiel.

Der größte Umbruch seit dem Wiederaufstieg 2008 war angesagt: zehn Neuzugänge, ein verjüngter Kader, mit 21 Spielern der breiteste seit Jahren. Wo soll der Weg hingehen?

Kurzfristiges Ziel ist es, eine gewisse Konstanz auf das Parkett und Routine in unsere Abläufe zu bringen, zu blindem Verstehen gelangen. Wir wollen uns ins Mittelfeld der Tabelle einordnen.

Dennis Klockmann, obwohl inzwischen 40-jährig, ist die unumstrittene Nummer 1 im Tor?

Auch unsere anderen beiden Keeper machen einen Super-Job. Paul Dreyer hat sein Potential in den ersten Saisonspielen schon gezeigt. Auch Nils Conrad drängt sich wieder auf. Dennis Klockmann ist mit seiner Erfahrung, seiner Präsenz und seiner Qualität die Nummer 1. Das hat er in den ersten Saisonspielen wieder gezeigt.

Dem 36:35-Erfolg am ersten Spieltag über Motor Zaporoshje, der am Ende aus der Wertung genommen wird, eine 21:28-Niederlage bei Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten und zuletzt der 40:29-Erfolg über die Wölfe Würzburg; entspricht der Saisoneinstieg Ihren Erwartungen? Woran wollen sie noch feilen?

Eine Einschätzung ist schwierig. Das eine Spiel haben wir zu hoch verloren, das andere zu hoch gewonnen. In Balingen haben wir über weite Strecken mitgehalten, dann aber abreißen lassen. Ich würde den Saisonstart als in Ordnung einstufen. Wir arbeiten daran, uns schneller anzupassen, wenn der Kontrahent neue taktische Mittel einsetzt. Das braucht bei unserer neu zusammengestellten Mannschaft noch Zeit. Die Aufgabe beim sehr variabel operierenden ThSV Eisenach wird für uns eine sehr große Herausforderung.

Sie sprachen es gerade an, nun geht es nach Thüringen, zum ThSV Eisenach. Was erwarten Sie von der Partie in der Werner-Aßmann-Halle? Was geben Sie Ihrem Team mit auf den Weg? Wie sieht es personell aus?

Der ThSV Eisenach hat unter Leitung von Misha Kaufmann eine extrem gute und beeindruckende Entwicklung genommen. Als eines der wenigen Teams setzt es vornehmlich auf ein 5:1-Deckungssystem, hat in Hagen aber auch gezeigt, in einer 6:0-Formation bestens verteidigen zu können. Eisenach zeichnet ein sehr gutes kollektives Angriffsspiel aus, das Team lässt den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen, setzt auf eine gute Flügelachse. Schon die Vorbereitung auf den Trip nach Thüringen wird sehr anspruchsvoll. Die Partie wird für uns ein Gradmesser sein. Unser langjähriger Abwehrchef Martin Waschul wird verletzungsbedingt weiterhin fehlen. Alle anderen sollten an Deck sein.

Th. Levknecht