News / 2. Handball Bundesliga

Auszeit mit Sead Hasanefendic

5:1-Abwehr hat sich als Gewinner-Variante bewährt

Hand aufs Herz, hatten Sie damit gerechnet, dass Ihre Mannschaft nach 7 Spieltagen 9:5 Punkte aufweist, auf Platz 7 rangiert, punktgleich mit dem großen VfL Gummersbach?

Um ehrlich zu sein, damit hatte ich nicht gerechnet. Wir verfahren nach der Devise, unseren Focus stets auf das nächste Spiel zu richten, uns dafür bestens vorzubereiten, um das Maximale zu erreichen. Erst danach blicken wir auf die Tabelle. Neun Punkte sind gut, Platz 7 ist nicht so wichtig. Vor uns liegen noch 27 Spieltage. Der VfL Gummersbach hat die gleiche Punkteausbeute, und wird damit sicherlich nicht zufrieden sein.

Was zeichnet Ihre Mannschaft dieser Tage aus, gab es nach der Niederlage am 3. Spieltag in Dormagen doch reichlich Kritik?

Diese Kritik konnte ich verstehen, doch ich verweise erneut auf den Fakt, dass wir dort eine sehr gute erste Halbzeit gespielt haben, aber eben nicht mit einer Führung, sondern nur mit einem 13:13 in die Halbzeitpause gegangen sind. Im zweiten Abschnitt war es lange ein offenes Spiel, ehe wir völlig aus unserem Konzept ausbrachen. Das war am 3. Spieltag. Inzwischen haben wir unsere Disziplin in Angriff und Abwehr verbessert, behalten unser Konzept über 60 Minuten bei. Wir haben in der Verteidigung zwei Systeme parat, wobei sich das 5:1 als die Gewinnerformation derzeit bewährt hat. Wir agieren mit Mut und Freude gleichermaßen, mit Disziplin und Intensität hinten und vorn. Wir sind stabiler als beim Saisonstart, mit einer neuen Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Wenn wir, wie in diesen Wochen, in unserer Halle ganz starke Kontrahenten empfangen, dann motiviert das doppelt.

Ihre drei so unterschiedlichen Spielgestaltertypen scheinen Ihnen gut gelegen zu kommen?

Ich darf daran erinnern, für diese drei jungen Spieler, 19- und 20-jährig sowie einem 25-Jährigen von einem Absteiger aus der 3. Liga, ist die 2. Bundesliga völliges Neuland. Ja, wir jonglieren, um sie in bestimmten Spielphasen effektiv einzusetzen. Es sind drei junge Menschen mit ganz viel Motivation. Ich habe es schon mehrfach erwähnt, sie werden uns noch viel Freude bereiten. Sie selbst tun dafür alles, im täglichen Training und im Punktspiel.

Hat sich Blaz Voncina als die Nummer 1 im Tor herauskristallisiert?

Blaz Voncina hat sich schon in der Vorsaison als unsere Nummer 1 herauskristallisiert. Leider zog er sich zum Saisonende eine länger andauernde Verletzung zu. Mit Stani Gorobtschuk und Denis Karic gibt es nun mehr Konkurrenz auf der Torwartposition. Blaz ist noch nicht bei 100 Prozent, nähert sich aber seiner Bestform. Er ist der erfahrenste Torhüter, er genießt für das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter unser Vertrauen.

Im Rahmen der „Festspielwochen“ mit 4 Heimspielen in Serie kommt nun kein Tabellenführer, aber ein Team, das Ambitionen nach ganz oben hat. Wie würden Sie den VfL Lübeck-Schwartau charakterisieren?

Unsere samstäglichen Gäste würden gern wieder in der 1. Handballbundesliga spielen. Sie kommen mit einem sehr gut besetzten Team, einer Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Mit Piotr Przybecki hat in diesem Jahr ein ehemaliger Erstbundesligaspieler und polnischer Auswahlspieler das Traineramt übernommen. Er bringt ganz viel Erfahrung mit. Die Norddeutschen haben noch nicht den gewünschten Weg gefunden, werden hoch motiviert nach Thüringen kommen, wollen ihre Qualitäten nutzen. Vielleicht eine wichtige Frage: Welches Team ist an diesem Abend das erfolgshungrigste? Zwei starke Team treffen aufeinander, die sich bestimmt einen packenden Fight liefern werden, Na klar, mit der Unterstützung unserer treuen Fans wollen wir das heimische Parkett als Sieger verlassen.

Was geben Sie Ihrer Mannschaft für Samstagabend mit auf den Weg?

Wir überlassen nichts dem Zufall. Wir haben unseren samstäglichen Gast genau analysiert. Aus einer sicheren Abwehr wollen wir unser schnelles Spiel nach vorn aufziehen, im Angriff diszipliniert auftreten. Im Training haben wir dafür ganz intensiv gearbeitet.