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Danke Hannes Iffert!

Fulltime-Job und abends Handball Hannes Iffert legt den Fokus auf seine berufliche Entwicklung

Im Mannschaftskreis laufen wohl schon Wetten, er brauche seinen Spint nicht auszuräumen, er käme ja im Herbst zurück. So wie vor zwei Jahren. Hannes Iffert lacht. „Die Entscheidung ist gefallen. Eine Rückkehr in den Profisport ist derzeit keine Option.“ Mit einer kurzen Unterbrechung hat der heute 25-Jährige das Trikot des ThSV Eisenach 9 Jahre getragen, trainierte während dieser Zeit unter Leitung von 9 (!) Trainern. In 177 Pflichtspielen netzte er 92 Bälle ein.

Hannes Iffert wurde nun zum zweiten Mal verabschiedet. Als 16-Jähriger kam der Hesse ins Nachwuchsprojekt des ThSV Eisenach, führte die A-Jugend als Kapitän zu den Jugendbundesliga-Spielen auf das Parkett, schnupperte 2016 im Derby bei der MT Melsungen Erstbundesligaluft.  „Das war die Lern- und Orientierungsphase, beginnend mit dem Wohnen im seinerzeit vereinseigenen Internat, mit dem leider viel zu früh verstorbenen Knut Schauer und Thomas Levknecht als Betreuer, das Ablegen des Abiturs am Elisabeth-Gymnasium, die Ausbildung bei den Eisenacher Versorgungsbetrieben“, blickt Hannes Iffert zurück. Als Youngster durfte er in der ersten Männermannschaft mit Hannes Jon Jonsson, Bjarki Elisson, Tomas Sklenak und Aivis Jurdzs trainieren. Später spielte er gemeinsam mit Benjamin Trautvetter, Tomas Urban, Nick Heinemann und Daniel Luther. Gleich nach der Unterzeichnung seines ersten Profivertrages zog er sich eine komplizierte Sprunggelenkverletzung zu, die mehrere medizinische Eingriffe erforderlich machte. Seine Großeltern fuhren ihn mehrfach zum Arzt nach Freiburg. „Meine Familie stand in schönen und tragischen Momenten stets an meiner Seite. Ihr gilt mein Dank“, betont der Kreisspieler. Er stieg nach der Saison 2017/18 mit dem ThSV Eisenach in die 3. Liga ab und war beim sofortigen Wiederaufstieg dabei. Im Sommer 2020 trennten sich die Wege zwischen dem ThSV Eisenach und Hannes Iffert, der bei der MSG Groß-Bieberau anheuerte.  Aber nur für wenige Monate.

Beim ThSV Eisenach bestand nach der Verletzung von Justin Mürköster und dem sich anbahnenden Weggang von Kristian Beciri zu Erstligist Balingen akute Personalnot am Kreis. Vier Monate nach seiner Verabschiedung kehrte Hannes Iffert zurück. „Ich fühlte mich wie nach Hause gekommen, nun als fester Bestandteil. Das Standing hatte sich verändert zu einer gefestigten Rolle. In einer komplizierten Phase konnte ich der Mannschaft tüchtig helfen“, erinnert sich Hannes Iffert an den Beginn seiner zweiten ThSV-Etappe. Einen Monat war er alleiniger Kreisspieler, bis Peter Walz von Drittligist HG Saarlouis kam „Trotz der Corona-Pandemie konnte ich professionell Handball spielen“, ergänzt Hannes Iffert.

Die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Monaten und Wochen beeindruckt auch Hannes Iffert. „Zahlen sprechen da mehr als Worte. Zu Saisonbeginn waren 45 Pluszähler einen Spieltag vor dem Ende der Spielzeit völlig unrealistisch. Diese sind der Beleg für die rasante Entwicklung dieser jungen und lernwilligen Mannschaft. Mein Blick auf den Handball und taktische Möglichkeiten wurden erweitert. Die Zeit mit den neuen Spielern war spannend und prägend“, so Hannes Iffert. „Ich durfte viel neue Menschen kennenlernen, habe Freundschaften geknüpft, war bei einer Vielzahl von Ereignissen dabei, die man außerhalb des Sports wohl nicht erleben kann“, verweist Hannes Iffert auf einen besonderen Aspekt.

Seine Einsatzzeiten verringerten sich. Die Frage, ob er nicht bundesligatauglich sei, beantwortet er mit einem klaren Nein. „An mehrfachen Stellen habe ich meine Zweitbundesligatauglichkeit bewiesen. Doch nun haben verschiedene Faktoren dazu geführt, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen“, erläutert Hannes Iffert. Er lenkt seinen Fokus auf seine berufliche Entwicklung, nimmt eine Vollzeitstelle als Prozess Designer in Eschwege an. „Ein superspannender Job. Ich bin für das Vertrauen der DMG GmbH sehr dankbar, die mir zuletzt neben dem Profisport schon den Berufseinstieg ermöglicht hat“, betont Hannes Iffert. „Fulltime-Job und abends Handball“ seien nun angesagt. Bei der aus der 3. Liga in die Oberliga Hessen abgestiegen ESG Gensungen/Felsberg freut man sich auf den Neuzugang, mit dem der Wiederaufstieg angegangen werden soll. „Momentan überwiegt die Freude auf den neuen Lebensabschnitt“, so Hannes Iffert. Bei der Verabschiedung kam allerdings eine Portion Wehmut aufkommen….

Wir wünschen Hannes auf seinem weiteren Lebensweg alles Gute!

Th. Levknecht