News / 2. Handball Bundesliga

Deftige Heimpleite gegen den HC Elbflorenz

Manager Rene Witte war sauer: „Man darf als Aufsteiger zuhause verlieren. Im Heimspiel gegen den HC Elbflorenz 35 Gegentore zu kassieren, das ist nicht zu akzeptieren.“ Er kündigte eine gezielte Analyse der bisherigen Punktspiele an, „was hat uns stark gemacht, warum blieben wir zuletzt unter unserem Niveau“.

Das hatte sich der ThSV Eisenach anders vorgestellt! Mit zwei Heimsiegen um das Weihnachtsfest sollte auf einem Platz im oberen Tabellen-Drittel die Schwelle zum neuen Kalenderjahr überschritten werden. Nach 14 Spieltagen hatte der Aufsteiger – vor allem dank seiner Heimstärke - mit 19:9 Punkten auf dem 4. Tabellenplatz rangiert. Es folgten vier Niederlagen in Folge. Schmerzlich die Heimpleiten gegen den TuS Ferndorf (26:30) und nun am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen den HC Elbflorenz (28:35). Vor knapp 5.000 Zuschauern in beiden Begegnungen zusammen, darunter der einstige Klasse-Rechtsaußen und Publikumsliebling Stephane Joulin mit seiner Familie, Ex-Kapitän Martin Reuter und Rüdiger Jurke, der Manager des EHV Aue, wurde die Chance verpasst, beste Werbung in eigener Sache zu betreiben. Der ThSV Eisenach geht nun mit 19:17 Zählern auf dem 10. Tabellenplatz in die Punktspielpause bis Anfang Februar. War kürzlich noch die Rede von „im oberen Tabellendrittel bleiben“ heißt es nun, „wir sind im Abstiegskampf in einer knallharten Rückrunde“. Manager Rene Witte war sauer: „Man darf als Aufsteiger zuhause verlieren. Im Heimspiel gegen den HC Elbflorenz 35 Gegentore zu kassieren, das ist nicht zu akzeptieren.“ Er kündigte eine gezielte Analyse der bisherigen Punktspiele an, „was hat uns stark gemacht, warum blieben wir zuletzt unter unserem Niveau“. ThSV-Coach Sead Hasanefendic gratulierte seinem jungen Dresdner Kollegen Rico Göde zum „verdienten Sieg“. Die Gäste hätten ihren Plan bestens umgesetzt, vom Anfang bis zum Ende. “In fantastischer Atmosphäre haben wir allerdings unser Niveau nicht erreicht“, konstatierte die Trainerikone niedergeschlagen. „Jeder Spieler muss 100 Prozent seiner Leistung abrufen, damit wir in dieser ausgeglichen Liga erfolgreich sein können. Verlassen wir unser Konzept, verlieren wir auch in heimischer Halle“, betonte Sead Hasanefendic. Dass sein Team mit Ivan Snajder bereits in der 22. Minute nach einer dritten Zeitstrafe den „Abfangjäger“ einer 5:1-Deckung verlor, bezeichnete der Eisenacher Trainer als frühzeitigen herben Verlust. Bei der Verteilung der Zeitstrafen gegen den ThSV Eisenach ließen die Referees das richtige Maß vermissen.

HC Elbflorenz nahezu durchgehend auf der Siegerstraße

Es bleibt dabei: Der ThSV Eisenach kann um Zweitliga-Punkte gegen den HC Elbflorenz nicht gewinnen. Im 4. Aufeinandertreffen setzte es die 4. Niederlage. Die fiel allerdings deftig aus. Die Wartburgstädter lagen kein einziges Mal in Führung. Die Sachsen standen gewaltig unter Erfolgsdruck, spielten jedoch frisch und munter auf. Beim 6:6 (16.), einem Treffer von Eisenachs bestem Spieler an diesem Tag, Linksaußen Adrian Wöhler (9 Treffer bei 10 Versuchen), leuchtete letztmalig ein Gleichstand an der Anzeigetafel. Symptomatisch für den ThSV Eisenach an diesem Abend die 24. Minute. Yoav Lumbroso traf die Torlatte, den Abpraller schmetterte Justin Mürköster im Nachwurf an den Pfosten. Der Kaltschnäuzigkeit von Adrian Wöhler hatte es der Gastgeber zu verdanken, dass es nur mit einem 11:13-Rückstand in die Pause ging. Die vom blau-weißen Lager erhoffte Wende nach Wiederbeginn fand nicht statt. „Wir sind gallich geblieben, mit viel Emotionen, mit Zug zum Tor, bilanzierte ein aufgekratzter Rico Göde, Coach des HC Elbflorenz. „Um die 40. Minute machten wir alles klar“, fügte er hinzu. Der starke Gabor Pulay hatte aus der Distanz zum 16:24 eingenetzt (42.). Bei den Gästen strahlten alle Rückraumspieler Torgefahr aus. „Ein Schlüssel des Erfolges, die Achse Sebastian Greß – Jonas Thümmler“, erklärte Rico Göde. Beide gaben besten Anschauungsunterricht für das Zusammenspiel zwischen Regisseur und Kreisspieler. Jonas Thümmler wartete vom Kreis mit einer 100-Prozent-Wurfquote auf (8 Versuche – 8 Treffer). Eisenachs Abwehr, gedanklich und auf den Beinen zu langsam, verteilte freilich Festtagsgeschenke. Eisenachs Greenhörner, die 19- und 20-jährigen Yoav Lumbroso und Martin Potisk, konnten in der Spielgestaltung nicht mithalten. Die robuste Sachsen-Abwehr sah nur bei Spielzügen zu Linksaußen Adrian Wöhler alt aus. Insgesamt zu wenige Aktionen, um die Gäste von der Elbe zu gefährden. Alexander Saul zerrte aus dem rechten Rückraum an den Ketten, konnte es gegen die alles andere als zimperliche Abwehr der Gäste allein nicht richten.

 

Foto: Dresdens Torwarttrainer Timo Meinl (li.), einst im ThSV-Kasten, mit Eisenachs Pressesprecher Thomas Levknecht - sportfotoseisenach 

Auch Torhüterduell ging an den HC Elbflorenz

„Ein Garant des Sieges, wir entschieden auch das Torhüterduell“, freute sich Timo Meinl, der Torhüter-Trainer des HC Elbflorenz, während seiner eigenen Karriere zwei Jahre im Kasten des ThSV Eisenach. „Von der Ausstrahlung her war Mario Huhnstock von Beginn ein Pfund für uns. Er parierte viele freie Bälle, wie den von Justin Mürköster vom Kreis und später von Ante Tokic von außen“, konstatierte Timo Meinl. Balz Voncina und Denis Karic, die Eisenacher Schlussleute, konnten der porösen Abwehr vor ihnen keinen Halt geben. Erfolgreiche Spiele des ThSV Eisenach im bisherigen Saisonverlauf basierten vielfach auf Ballgewinnen in der Abwehr und daraus resultierenden Gegenstößen. Zuletzt Fehlanzeige. „Gegenüber der Niederlage vor vier Tagen in Konstanz war unsere gesamte Mannschaft nicht wiederzuerkennen, zeigte ein völlig anderes Gesicht“, ergänzte Timo Meinl, der das Auswärtsspiel unter der Wartburg zum Weihnachtsurlaub bei seinen Eltern im nahegelegenen hessischen Eschwege nutzte. Der HC Elbflorenz steckt mit nunmehr 14 Punkten freilich noch immer im Anstiegskampf, „doch wir gehen über dem Strich in die Punktspielpause“, betonte Timo Meinl.

Statistik

ThSV Eisenach: Voncina (1.-30., 41.-60./ 9 Paraden – 28 Gegentore), Karic (31.-41./ 0 Paraden – 7 Gegentore); Kikanovic, Wöhler (9/4), Potisk (1), Ulshöfer, Miljak (1), Tokic (4), Richardt, Mürköster (1), Obranovic (4), Lumbroso, Snajder, Racic (2), Weyhrauch (1), Saul (5 )

HC Elbflorenz: Huhnstock (12 Paraden - 26 Gegentore), Göres (bei 2 Siebenmetern/ 0 Paraden – 2 Gegentore); Pulay (6), Dierberg (5/1), Gugisch (2), Buschmann (1), Dumicus, Jungemann, Hoffmann (1), Greß (5), Vanco, Quade, Kasal (1 ), Thümmer (8), Pechstein (6/3)

 

Siebenmeter:

ThSV Eisenach 4/5 (Saul scheitert an Huhnstock, Wöhler verwandelt 2 x gegen

Huhnstock und 2 x gegen Gores)

HC Elbflorenz: 4/6 (Dierberg verwandelt 1 x gegen Karic, Pechstein

verwandelt 3 x gegen Voncina), Pechstein und Dierberg

scheitern je 1 x an Voncina

 

Zeitstrafen:

ThSV Eisenach 14 Min. (Snajder 6 Min. und Rot 22.), Miljak 4 Min., Mürköster

und Racic je 2 Min.)

HC Elbflorenz Dresden 14 Min. (Kasal 6 Min. und Rot 56., Pechstein 4 Min.,

Jungemann und Hoffmann je 2 Min.)

 

Schiedsrichter: Kauth/Kolb

Zuschauer: 2.517

Th. Levknecht