News / 2. Handball Bundesliga

Die Abwehr soll der Schlüssel zum Erfolg sein

Unsere Jungs reisen mit viel Selbstbewusstsein nach Sachsen, gastieren zum Geisterspiel am Sonntag, 19.12.2021 um 17.00 Uhr beim HC Elbflorenz/ sportdeutschland.tv überträgt wieder live

„Wir fahren nach zuletzt 11:3 Punkten selbstbewusst, mit Demut aber auch mit der Überzeugung, dass wir was holen können, nach Dresden“, erklärt Eisenachs Manager Rene Witte vor dem Auswärtsspiel am Sonntag, 19.12.2021 um 17.00 Uhr beim HC Elbflorenz (BallsportARENA). „Wir haben hohes Vertrauen in Mannschaft und Trainer, wollen unsere Serie ausbauen. Schade, dass es ein Geisterspiel ist, unsere Fans uns nicht begleiten können“, ergänzt Rene Witte. Es ist erst der 7. Vergleich zwischen beiden Teams. In der Vorsaison stießen die Thüringer den Bock um, konnten erstmals gegen die Sachsen punkten. Nahezu exakt vor einem Jahr, am 30.12.2020, waren sie ganz nahe am Auswärtssieg, mussten sich letztendlich mit einem 26:26 begnügen. Anfang Juni dieses Jahrs klappte es dann mit dem ersten Eisenacher Sieg, wurde ein 31:27-Erfolg in der heimischen Werner-Aßmann-Halle bejubelt. Der HC Elbflorenz beendete die Saison 2020/2021 geradezu sensationell auf einem 4. Tabellenplatz. Das über Jahre aufgebaute Team wurde noch einmal gezielt verstärkt. Aufgrund des auch in Corona-Zeiten krisenfesten Investments von Mäzen Uwe Saegeling zählte der HC Elbflorenz zu den Geheimfavoriten. Eine Bestätigung der Vorjahresplatzierung, auch angesichts von 4 Erstliga-Absteigern und des hochambitionierten VfL Gummersbach, wäre für die Vereinsverantwortlichen schon ein großer Erfolg.

Zwei Teams mit ausgeglichenem Punktestand

Der HC Elbflorenz bezwang am Donnerstag in einem Nachholspiel Bayer Dormagen mit 26:23 (10:12). Starke 15 Minuten nach dem Seitenwechsel mit deutlich mehr Feuer im Angriff und in der Abwehr verwandelten den 2-Tore-Rückstand zur Pause in eine 20:13-Führung, von der in der Schlussphase gezehrt wurde.  Die Sachsen, zuletzt 9:5 Zähler, belegen aktuell mit 15:15 Punkten den 8. Tabellenplatz. „Unsere Heimbilanz ist nicht so rosig. Gegen Eisenach sollen zwei Pluszähler dazu kommen. Wir wissen natürlich, dass es ein schweres Spiel wird, zumal ohne Fan-Unterstützung“, erklärt Dresdens Manager Karsten Wöhler, selbst mit langer Eisenacher Vergangenheit als Spieler und Manager. Im Angriff beim HC Elbflorenz läuft nahezu alles über Rückraumspieler Sebastian Greß, mit 80 Treffern in 15 Spielen zugleich bester Werfer, der in der Torjägerliste der Liga den 14. Platz belegt. Der 26-Jährige, 2015 zum HC Elbflorenz gekommen, verlängerte seinen Vertrag gerade bis zum Sommer 2026. "Er ist unser Motor auf der Platte, eine wichtige Stütze abseits vom Feld, aber auch in dem, was unsere Sportart ausmacht, wie Einstellung und Emotionen, ist er ein Vorbild“, betonte Elbflorenz-Coach Rico Göde. Der routinierte Mario Huhnstock (35 Jahre) und der junge Max Mohs (22) bilden ein sich gut ergänzendes Torwartduo. „Beide spielen gerade auf einem guten Level“, konstatiert Dresdens Torwart-Trainer Timo Meinl, von 2006 bis 2008 im Torhüterteam des ThSV Eisenach. Keeper Marius Noack, ein weiterer Ex-Eisenacher, steht noch auf der Verletztenliste. Der torgefährliche Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig, 2020 vom HSC Coburg gekommen, wird verletzungsbedingt am Sonntag fehlen. Alle anderen sind an Deck. Der ThSV Eisenach, zwei Spiele weniger als die Dresdner absolvierend, rangiert mit 13:13 Punkten auf Platz 13. Aufgrund der unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spieler zeichnet die Tabelle momentan ein schiefes Bild. ThSV-Rückraumspieler Fynn Hangstein rangiert mit 78 eingenetzten Bällen nach 13 Spielen auf Platz 16 der Torjägerliste der 2. Handballbundesliga. ThSV-Keeper Johannes Jepsen parierte in 13 Spielen 130 Bälle und wird auf Platz 5 der Fangquoten-Tabelle der Liga geführt.

ThSV-Coach Misha Kaufmann: „Wir müssen gute Lösungen im Angriff finden!“

Misha Kaufmann, der Coach des ThSV Eisenach, schlug trotz des jüngsten 27:25-Erfolges über den ASV Hamm-Westfalen kritische Töne an, was das neue Anspruchsdenken dokumentiert. „Es geht um die Umsetzung der Aufgaben, da hat gegen den ASV Hamm-Westfalen in der zweiten Halbzeit nicht alles gepasst. Das hat mich gestört“, erklärte Misha Kaufmann. Allerdings, man solle aber auch „die Kirche im Dorf lassen“. Der Schweizer betonte: „Mit unserer Abwehr können wir überall punkten.“ Die soll, so Misha Kaufmann, auch in der Elbestadt der Schlüssel zum Erfolg sein. Allerdings, auch der HC Elbflorenz stehe für eine „kompakte und aggressive Abwehr in verschiedenen Systemen, als Ausgangspunkt für eine sehr starke erste und zweite Welle“. Damit wartet auf die Offensive der Wartburgstädter schwierige Aufgaben. „Wir müssen zum einen diszipliniert spielen, zum anderen gute Lösungen finden“, so Misha Kaufmann. Personell ergeben sich einige Fragezeichen. Ante Tokic musste sich einer Weisheitszahn-Operation unterziehen. Jannis Schneibel pausierte im Training krankheitsbedingt. Einige Spieler haben mit Nachwehen der 3. Corona-Impfung zu kämpfen. Der ThSV Eisenach hofft, dass am Sonntag alle einsatzbereit sind.

Th. Levknecht