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Die beste Abwehr der Liga lässt sich von unserer Zweiten nicht überraschen

Thüringenliga Männer: SV BW Goldbach/Hochheim - ThSV Eisenach II 33:22 (14:9)

Bis auf einen kleinen Wackler in der ersten Halbzeit (7:8, 20.) untermauerte der SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim mit einem letztendlich überaus deutlichen 33:22 (14:9) -Erfolg über den ThSV Eisenach II seine Heimstärke. In den bisherigen 8 Heimspielen wurde im „Hornissennest“ Nessetalhalle nur der SG Suhl/Goldlauter beide Punkte überlassen. Für den ThSV Eisenach II setzte es im Kalenderjahr 2020 im 5.Spiel die 4. Niederlage. Erneut landeten über 30 Bälle im Kasten der Wartburgstädter, die im Schnitt 30,8 Gegentore kassieren. Nur der LSV Ziegelheim (im Schnitt 31,62 Gegentore) und Tabellen-Schlusslicht SG Motor Arnstadt Plaue (32,9) liegen hier schlechter. Die Keeper des SV Blau-Wei0ß Goldbach/Hochheim lassen im Verbund mit ihrer Deckung im Schnitt nur 21,43 Bälle passieren! Der absolute Spitzenwert der Liga! Tabellenführer Sonneberger HV kassiert im Schnitt 24,8, der SV Hermsdorf im Schnitt 22,7 Gegentreffer. „Hier zahlt sich die Arbeit von Jens Merten aus, den wir im Sommer für unser Trainerteam gewinnen konnten“, hatte Siegfried Juhnke, „Mister Handball“ des SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim, schon im Vorfeld erklärt. „Aufgrund unserer stabilen Deckung geht der klare Sieg über den ThSV Eisenach II völlig in Ordnung“, konstatierte Oliver Taubert, der die Rolle seines Trainerkollegen Jens Merten ausdrücklich würdigte. „Seine auf Abwehrstabilität ausgerichteten Trainingseinheiten tragen ihre Früchte“, vermerkte ein aufgekratzter Oliver Taubert. Neben der Abwehr einschließlich eines sich in Hochform präsentierenden Torhüters Janick Pillokat, der insbesondere bei Würfen von beiden Außenpositionen seine Kasten schier vernagelte, gehörten die robusten und erfahrenen Rückraum-Shooter Marko Oluic und Daniel Fekete (zusammen 17 Tore!) sowie der Ex-Eisenacher Daniel Bohrt zu den Erfolgsgaranten. „Unsere Abschluss-Schwäche von den Außenpositionen war gravierend“, bekannte Michael Stegner-Guillaume, der Coach des ThSV Eisenach II. Ihm fehlten mit Andreas Fehr (nach seinem Einsatz am Vortag in Essen im Zweitbundesligateam festgespielt) und Marius Noack (am Vorabend in Essen leicht verletzt) beide Stammkeeper. Somit lasteten die Aufgaben im Tor ausschließlich auf den Schultern von John Martin, der Stunden zuvor als junger Trainer der C-Jugend des ThSV Eisenach mit seinen Schützlingen den Thüringer Landesmeistertitel bejubelt hatte. Mit 13 abgewehrten Bällen konnte John Martin eine überaus solide Quote in Goldbach vorweisen. Er blieb auch im Siebenmeterduell mit seinem ehemaligen Mitbewohner im ThSV-Sportinternat Daniel Bohrt, jetzt Rückraumspieler beim SV BW Goldbach/Hochheim, Sieger.

ThSV Eisenach II im ersten Abschnitt über weite Strecken passabel

„Der ThSV Eisenach II hatte offensichtlich Schwierigkeiten, ohne Haftmittel zu spielen, bekam keinen Druck hinter den Ball“, hatte Siegfried Juhnke ausgemacht. In der Nessetalhalle sind Haftmittel nicht erlaubt. „Die Gäste benötigten kreatives Spiel über Qendrim Alaj und Maximilan Manys, um sich Torchancen zu erarbeiten“, ergänzte der Abteilungsleiter Handball des SV BW Goldbach/Hochheim. „Aufgrund unserer begrenzten personellen Möglichkeiten haben wir über weite Strecken der ersten Halbzeit ganz gut gespielt. Wir haben in der Deckung gut verschoben und aus dem Rückraum nicht viel zugelassen“, skizzierte Michael Stegner-Guillaume die ersten 20 Minuten. Ihm standen erneut seine treffsichersten Werfer Renato Pauli und Armend Alaj nicht zur Verfügung. Der ThSV Eisenach II, mit Ardit Ukaj auf Links- und Philipp Urbach auf Rechtsaußen, mit Kapitän Qendrim Alaj sowie den Youngstern Julius Brenner und Bastian Kemmler im Rückraum, Hannes Meyer am Kreis beginnend, ließ sich von raschen 4:1- und 6:3-Führungen (8./11.) der Gastgeber nicht schocken. Trainer Michael Stegner-Guillaume vollzog einen Wechsel im Rückraum. Zweitbundesliga-Anschlusskader Noah Streckhardt und Maximilian Manys besetzten nun mit Qendrim Alaj die Aufbaureihe. Goldbachs Abwehrbollwerk wackelte. Spielten die Eisenacher schnell, marschierten in die Nahtstellen oder initiierten Spielzüge zu den Außenpositionen, ergaben sich beste Tormöglichkeiten. Maximilian Manys bediente Hannes Meyer am Kreis zum Anschlusstreffer (7:6, 17.). Einen an Hannes Meyer verwirkten Siebenmeter verwandelte Qendrim Alaj gegen Keeper Florian Schneegaß zum 7:7 (18.). Zwei Minuten später wuchtete Noah Streckhardt zum 7:8 ein (20.), bot sich Qendrim Alaj von der Siebenmeter-Linie die Möglichkeit, die Eisenacher Führung auf zwei Treffer auszubauen. Doch der mit 27 Lenzen älteste Eisenacher, vor einigen Jahren mit Goldbach in der Mitteldeutschen Oberliga am Ball, scheiterte am eingewechselten Janick Pillokat (21.). Dieser blieb im Goldbacher Kasten und wurde ein entscheidender Faktor. Eisenachs Außen Philipp Urbach und Ardit Ukaj brachten in Serie das Leder an der eigentlichen Nummer 2 der Hausherren nicht vorbei. Dessen Vorderleute zogen hingegen immer wieder kraftvoll aus dem Rückraum ab, vom 7:8 (20.) zum 13:8 (28.). Damit waren die Weichen klar gestellt.

Foto: Noah Streckhardt, hier bei einem seiner zwei Treffer am Samstag

 

Spätestens nach 40 Minuten war alles entschieden

„Im zweiten Abschnitt spielten wir zu fahrig, die Chancenverwertung war miserabel“, bekannte Michael Stegner-Guillaume. Torhüter John Martin fand deutliche Worte: „Wir haben uns richtig hängengelassen, ohne die erforderliche Körpersprache, ohne richtige Motivation.“ Die Gastgeber hatten leichtes Spiel. Die Partie bekam mehr und mehr den Charakter eines Freundschaftsspieles. Nach einer unkontrollierten Aktion wurde sich sofort entschuldigt, wie Goldbachs Richard Sülzenbrück bei Eisenachs Youngster Jannis Förster (35.). Weshalb die Spielleiter Jens Hanse und Mario Schmid nahezu gleichmäßig verteilt 30 Strafminuten verhängten, bleibt deren Geheimnis. Beide Lager empfanden das als völlig überzogen. Goldbachs Keeper glänzte weiter bei Würfen von außen. Nur Eisenachs Youngster Adrian Warlich fand zwei Mal die richtige Variante. Spätestens beim 22:14 (Sülzenbrück, 40.) war alles entschieden. Eisenachs Umstellung auf eine offensivere Abwehr änderte nichts. Matthias Dreyße traf vom Kreis zum 24:15 (42.). Die Gastgeber nutzten das satte Polster, um ihrer Jugendbrigade längere Einsatzzeiten zu geben. Marc Wellendorf, Alexander Sturz, Nils Walther und Jonas Höfner kamen. Die Spielfreude und Entschlossenheit beim Torwurf blieben. Marc Wellendorf traf in Überzahl zum 29:17 (51.). Nur selten gelang es den Gästen, das Leder im Goldbacher Kasten unterzubringen. Hannes Meyer und Maximilian Manys besorgten die Treffer Nummer 18 und 19 für den ThSV Eisenach II. Freude im Lager der Gastgeber, als A-Jugend-Spieler Jonas Höfner erfolgreich einnetzte (33:21, 60.). „Wir, und ebenso der SV Behringen/Sonneborn, profitieren von der Nachwuchs-Spielgemeinschaft“, freute sich Siegfried Juhnke über die nachrückende junge Garde. Der schönste Treffer des Tages gelang dem noch für die A-Jugend spielberechtigten Eisenacher Bastian Kemmler, der per Kempa zum 33:22-Endstand versenkte.

 

ThSV II mit vierwöchiger Punktspielpause

Der ThSV Eisenach II rangiert mit 15:21 Punkten auf dem 8. Tabellenplatz der 12 Teams umfassenden Handball-Thüringenliga der Männer. Der zerhackte Spielplan sieht nun eine 4-wöchige Punktspielabstinenz vor. Mit einem Heimspiel gegen den HSV Ronneburg geht es für die Schützlinge von Michael Stegner-Guillaume erst am 05.04.2020 weiter.

Foto: Freundschaftliche Verabschiedung nach dem Abpfiff in der Nessetalhalle Goldbach - Foto: Th. Levknecht

 

Statistik

SV BW Goldbach/Hochheim : Schneegaß, Pillokat; Sturz, Wellendorf (1), Fekete 6, Oluic (11/2), Obst (3), Weißenborn, Bohrt (3), Sülzenbrück (4), Dreyße (4), Krajewski, Walther, Höfner (1)

 

ThSV Eisenach II : Martin; Brenner (1), Urbach (2), Meyer (3), Kemmler (3), Manys (1), Ukaj (2), Schunke, Hennig, Warlich (2), Streckhardt (2), Q. Alaj (6/5), Förster (1)

 

Siebenmeter : BW Goldbach/Hochheim 4/6 - ThSV Eisenach II 5/7

 

Zeitstrafen: BW Goldbach/Hochheim 14 Min. - ThSV Eisenach II 16 Min.

 

Schiedsrichter : Hanse/Schmid

 

Zuschauer : 150

 

Th. Levknecht