News / 2. Handball Bundesliga

Ein Aufstiegsanwärter kommt zum Heimspielauftakt

ThSV Eisenach erwartet unter Corona-Bedingungen den TuS Nettelstedt-Lübbecke

 

Am 22.02.2020, beim Heimspiel gegen die SG BBM Bietigheim, sah die Eisenacher Werner-Aßmann-Halle letztmalig Zweitbundesliga-Handball. Der heimtückische Corona-Virus führte wenig später zum Saisonabbruch in den Handball-Bundesligen. Die Wartburgstädter beendeten die Spielzeit 2019/2020 im Unterhaus auf Platz 11. Die beiden Bundesligen wagten in der Vorwoche einen Neustart. Einen Neustart in der Zeit der Corona-Pandemie, einen Neustart mit vielen Unwägbarkeiten. Einen Auftakt nach Maß erwischte der ThSV Eisenach mit einem 36:26-Erfolg beim TuS Fürstenfeldbruck, der ihn nach dem ersten Spieltag sogar an die Tabellenspitze führte.

Zum Heimauftakt empfangen die Wartburgstädter ein Spitzenteam der Liga.  Am Samstag, 10.10,2020 gastiert mit dem TuS Nettelstedt-Lübbecke ein heißer Aufstiegsanwärter im Thüringer Handballtempel (Anwurf: 19.30 Uhr). „Wir freuen uns auf das erste Heimspiel. Wir freuen uns ebenso, dass wir die Partie vor Zuschauern bestreiten können“, erklärt ThSV-Manager Rene Witte, Das zuständige Gesundheitsamt gab grünes Licht für 700 Zuschauer. Zunächst werden Sponsoren, bisherigen Dauerkarten-Inhabern und Mitgliedern das Fanprojektes Dauerkarten angeboten. Vorgesehen sind für die Partie am Samstag 200 Tagestickets. Diese sind nur im Vorverkauf (online über diese Homepage) oder in der ThSV-Geschäftsstelle am Freitag von 09.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 17.00 Uhr) erhältlich.

Markus Krauthoff-Murfuni: Wir sind der Außenseiter

 „Die Tabellenführung nach dem ersten Spieltag ist eine schöne Momentaufnahme, die wir mit sehr viel Demut und Bescheidenheit betrachten müssen. Der Sieg war möglich, weil die Mannschaft 80 bis 90 Prozent der Vorgaben umgesetzt hat. Zum ersten Heimspiel erwarten wir mit dem TuS Nettelstedt einen Kontrahenten ganz anderen Kalibers“, betont Markus Krauthoff-Murfuni vor seinem ersten Heimpunktspiel als Eisenacher Cheftrainer. „Vergangene Woche, gegen den TuS Fürstenfeldbruck, waren wir der Favorit. Diesen Samstag ist das Gegenteil der Fall. Wir sind der Außenseiter“, fügt Markus Krauthoff-Murfuni hinzu. Er wird vermutlich das Aufgebot vom vorwöchentlichen Trip nach Bayern aufbieten. Justin Mürköster (Knieverletzung) sei zwar wieder ins Training eingestiegen, doch für ihn und auch dem verletzten Adrian Wöhler komme ein Einsatz am Samstag zu früh, lässt der Eisenacher Coach wissen. Erstmals zu einem Heimpunktspiel laufen die Neuzugänge Thomas Eichberger (Torwart), Daniel Dicker (Rückraum) und Kristian Beciri (Kreis) auf. „Der Samstag wird zeigen, inwieweit wir mit einem Topteam der Liga mithalten können“, blickte Rene Witte auf den Heimstart

 

Der TuS Nettelstedt-Lübbecke will zurück in die 1. Bundesliga

Die Ostwestfalen machen keinen Hehl aus ihren Ambitionen. „Wir haben den Anspruch ganz oben mitzuspielen, Ob wir diesen Wunsch auch erfüllen können, wird der Ligaalltag zeigen“, erklärt Emir Kurtagic, der Coach des TuS Nettelstedt-Lübbecke. „Der Verein hat starke Unterstützer und Partner an der Seite, will zurück in die 1. Handballbundesliga“, fügt Emir Kurtagic hinzu. Um dieses Vorhaben umzusetzen, stand im Sommer ein personeller Umbruch an. Sieben Spieler verließen den Verein, neun externe Zugänge stießen in den Kader. In der Vorwoche wurde mit dem Ex-Eisenacher Bogdan Criciotoiu (zuletzt in Athen) ein weiterer Neuzugang präsentiert. „Ich muss Obacht geben, dass ich nicht in die erste Etage hinaufsteige, zur Eisenacher Kabine“, erklärt der 30-jährige Rückraumspieler, zuletzt in Athen am Ball, mit Blick auf den Samstagabend, Der TuS Nettelstedt-Lübbecke verfügt über einen ausgesprochen namhaften Kader. Genannt seien die Rückraumspieler Marko Bagaric, Valentin Spohn, Lutz Heiny und Filip Brezina. Die Aufgaben als Spielgestalter teilen sich der erfahrene tschechische Auswahlspieler Roman Becvar und Benas Petreikis (im Sommer vom EHV Aue gekommen). Die Gäste haben in Eisenach ihr derzeit stärkstes Aufgebot zur Stelle. „Beim aktuellen Tabellenführer erwarte ich ein körperbetontes Handballspiel. So wie stets in Eisenach. Ich freue mich auf den Samstagabend“, erklärt Emir Kurtagic. Am ersten Spieltag war sein Team unfreiwillig Zuschauer. Der HSV Hamburg konnte aufgrund von mit Corona infizierten Spielen nicht zum Punktspiel anreisen. Die Partie wurde neu angesetzt.

Unerfreuliche Meldung aus dem Norden: Wirtschaftlicher Träger des Wilhelmshavener HV stellt Insolvenzantrag

Der wirtschaftliche Träger des Handball-Zweitbundesligisten Wilhelmshavener HV hat Insolvenzantrag gestellt. Dies gab der Zweitligist am Mittwochmorgen bekannt. Zudem vermeldeten die Norddeutschen offiziell die Abgänge von Juan de la Peña (SG BBM Bietigheim) und Tim Rozman (TUSEM Essen).

Der Insolvenzantrag des wirtschaftlichen Trägers bedeutet in dieser Saison allerdings nicht automatisch den Zwangsabstieg. Eine "Corona-Klausel" der Handball-Bundesliga (HBL) ermöglicht den Wechsel des wirtschaftlichen Trägers; das würde allerdings einen Punktabzug nach sich ziehen.

Die "Corona-Klausel" ist in der Ordnung zur Lizenzierung (LZO) hinterlegt. In Paragraf § 2 Voraussetzungen der Lizenzerteilung heißt es dort. "Jeglicher Wechsel nach Lizenzantragstellung ist ausgeschlossen", heißt es dort. "Abweichend hiervon ist befristet für den Zeitraum vom 1.7.2020 bis zum 28.2.2021 ein Wechsel des wirtschaftlichen Trägers [...] möglich, wobei in diesem Fall dem Lizenznehmer am Ende der Saison 2020/2021 vier Pluspunkte aberkannt werden."
Zudem vermeldeten die Norddeutschen offiziell die Abgänge von Juan de la Peña (SG BBM Bietigheim) und Tim Rozman (TUSEM Essen).

Th. Levknecht