News / 2. Handball Bundesliga

Fünf Sekunden fehlten am ersten Sieg gegen den HC Elbflorenz

Unser Team bringt mit einem 26:26 (11:14) aber einen Zähler aus der Sachsen-Metropole mit und beendet das Kalenderjahr mit 13 Pluszzählern auf Tabellenplatz 8

Nachdem der erste Ärger verflogen war, überwog die Freude im Eisenacher Lager. Fünf Sekunden fehlten am ersten Sieg in einem Punktspiel gegen den HC Elbflorenz. Die personell gebeutelten Wartburgstädter entführten mit einem 26:26 (11:14) jedoch einen Zähler aus der BallsportArena Dresden. Mit 13:17 Punkten auf Platz 8 geht der ThSV Eisenach in das neue Kalenderjahr.

„Ja, wir haben den greifbaren Sieg liegengelassen“, bekannte Eisenachs Kreisspieler Hannes Iffert nach einer beidseitig sehr intensiv geführten Partie. Dresdens Jonas Thümmler sah – bei Ballbesitz seines Teams – nach einem Ellenbogencheck gegen Willy Weyhrauch frühzeitig die rote Karte (15.). Kurz nach Wiederanpfiff war für Eisenachs Ante Tokic die Partie beendet. Seinen Siebenmeter sahen die Unparteiischen auf den Kopf des eingewechselten Keepers Max Mohs adressiert und ahndeten dies als grobe Unsportlichkeit mit dem roten Karton. Die Wartburgstädter brachten von 4 ihnen zugesprochen Strafwürfen nur einen unter. Sicher auch ein Grund, weshalb es nicht zum vollen Erfolg reichte.

Die kampfstarken Eisenacher hatten nach einem 22:22-Zwischenstand (50.) nochmals die letzten Kräfte mobilisiert. Kristian Beciri (2), Jannis Schneibel und Willy Weyhrauch netzten zum 22:26 (57.) ein. Nach einer Regelwidrigkeit an Eisenachs Daniel Dicker entschieden die Referees beim Stand von 23:26 auf Siebenmeter. Der bis dato so treffsichere Willy Weyhrauch vermochte den starken Mario Huhnstock im Dresdner Kasten nicht zu überwinden. Die 58. Minute war gerade angebrochen. Das Signal für die Gastgeber, volles Risiko zu gehen. Dresdens Coach Rico Göde ordnete eine 4:2-Abwehr an, nahm bei Ballbesitz seinen Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Parkett. „Wir waren nicht clever genug, beide Punkte mitzunehmen“, konstatierte Markus Murfuni, der Coach des ThSV Eisenach. Die letzten Kräfte zu mobilisieren, hatte er vor der Partie gefordert. Sein Team tat dies überaus eindrucksvoll. „Die Jungs haben noch einmal alles rausgehauen“, unterstrich ThSV-Manager Rene Witte. Der starke Nils Kretschmer (insgesamt 8 Treffer bei 12 Versuchen), Sebastian Greß und Oskar Emanuel trafen noch zum – den Spielverlauf betrachtet – überaus glücklichen 26:26-Ausgleich.

„Ganz klar ein Punktgewinn für uns. Nicht einmal drei Minuten vor der Sirene hatte Eisenach durch einen Siebenmeter die Möglichkeit, die Partie zu entscheiden. Wir profitierten zu wenig von den vielen Paraden unseres Torhüters Mario Huhnstock. Respekt an unsere Mannschaft, wie sie die drohende Niederlage noch abgewendet hat“, resümierte Timo Meinl, der Torwarttrainer des HC Elbflorenz, während seiner eigenen Karriere auch im Zweitligator des ThSV Eisenach. „Wir haben kein gutes Spiel abgeliefert. Für uns spricht, dass wir in en letzten drei Minuten einen 4-Tore-Rückstand noch aufgeholt und uns einen Punkt gesichert haben“, fasste Dresdens Manager Karsten Wöhler, mit langer Eisenach-Vergangenheit als Spieler und Manager, die 60 Minuten zusammen. In den Rückraumspielern Nils Kretschmer (8 Treffer) und Mindaugas Dumicus (7 Tore) sowie Keeper Mario Huhnstock (15 Paraden) hatte der HC Elbflorenz seine besten Akteure. Bei der letzten Abwehraktion zog sich Dresdens Nils Gugisch eine Verletzung im linken Knie zu. „Eine genaue Untersuchung erfolgt noch“, informierte Karsten Wöhler auf Nachfrage.  „Wir hoffen, dem Linksaußen ist nichts Schlimmes passiert. Wir wünschen ihm alles Gute“, betonte ThSV-Manager Rene Witte im Namen des gesamten Eisenacher Teams.  

Eisenacher Konter wie Nadelstiche

Der ThSV Eisenach, mit Ivan Snajder auf Links- und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen, Daniel Dicker im linken und Alexander Saul im rechten Rückraum (von Ante Tokic in der Abwehr abgelöst), Neuzugang Jannis Schneibel als Spielgestalter, Kristian Beciri am Kreis und Thomas Eichberger im Tor, heizte den Hausherren mit kompakter Abwehrarbeit und daraus resultierender Ballgewinne gehörig ein. Ivan Snajder und Willy Weyhrauch netzten per Gegenstoß zum 4:6 ein (12.). Jannis Schneidel legte für Alexander Saul auf, der zum 5:8 einlochte (16.). Die Wartburgstädter nutzten Überzahlphasen, wie nach der roten Karte für Dresdens Kreisläufer Jonas Thümmler, effektiv. Nun bekam auch Thomas Eichberger im ThSV-Kasten das Leder vor der Linie zu fassen. Er meisterte einen Strafwurf von Jonas Wucherpfennig (18.). Der im Rückraum eingewechselte Andrej Obranovic traf zum 7:9 (19.). Adrian Wöhler (von Linksaußen) und Willy Weyhrauch (von Rechtsaußen) versenkten zum 7:11(23.). Beim HC Elbflorenz kam Michal Kasal im Rückraum, Routinier Henning Quade besetzte nach dem Thümmler-Ausscheiden die Kreisposition, wurde in der Abwehr von Philip Jungemann abgelöst.  In Unterzahl stibitzte Eisenachs Willy Weyhrauch das Leder und vollendete zum 9:13 (28.). Thomas Eichberger parierte, Kristian Beciri sicherte den Abpraller, Daniel Dicker wuchtete zum 10:14 ein (29.).

 

 

Dresden sichert sich noch glücklichen Punktgewinn

Mit erhöhter Emotionalität kehrten die Hausherren aus den Kabinen zurück. Eine schwierige Phase für den ThSV Eisenach, Rot für Ante Tokic (35.), Andrej Obranovic donnerte das Leder ans Holz, Jannis Schneibel scheiterte, Sebastian Greß und Nils Kretschmer glichen zum 15:15 aus (38.). ThSV-Coach Markus Murfuni griff zur grünen Karte, beruhigte sein Team, schickte mit Daniel Hideg seinen zweiten Neuzugang auf das Parkett. Kristian Beciri traf einsatzstark vom Kreis zum 15:16 (40.). Mehr als den Ausgleichstreffer ließen die Wartburgstädter nicht zu. Im Gegenteil, sie übernahmen wieder das Sagen. Einen Ballgewinn nutzte Ivan Snajder zum Wurf in den leeren Dresdner Kasten zum 17:19 (43.). Eine Fackel von Daniel Dicker musste Mario Huhnstock zum 19:21 passieren lassen (46.). Willy Weyhrauch verwandelte von der ominösen Linie gegen den eingewechselten Max Mohs zum 19:22 (47.). Daniel Dicker scheiterte, Kristian Beciri trat über, die Gastgeber glichen zum 20:20 aus (50.). Die Männer aus der Werner-Aßmann-Halle antworteten. Der ins ThSV-Gehäuse gekommene Blaz Voncina parierte, Alexander Saul bediente Kristian Beciri zum 22:25 (56.), Willy Weyhrauch schloss per Gegenstoß zum 22:26 ab, hatte wenig später die wohl endgültige Entscheidung auf der Hand, doch die Parade von Dresdens Schlussmann Mario Huhnstock 146 Sekunden vor Ultimo beim Stand von 23:26 zündete die Lunte zum Endspurt seines Teams.

 

Statistik

HC Elbflorenz : Huhnstock (15 Paraden), Mohs (1 Parade); Noack; Wucherpfennig (2/1), O. Emanuel (3), Gugisch, Buschmann, Dumicus (7), Oehler (1), Kretschmer (8/4), Jungemann, Greß (2), Vanco (1), Quade (1), Kasal, Thümmler (1)

ThSV Eisenach : Eichberger (1.-42./ 7 Paraden), Voncina (5 Paraden); Volar, Iffert, Wöhler (1), Schneibel (2), Tokic (1), A. Alaj, Dicker (5), Hideg, Obranovic (1), Beciri (4), Snajder (4), Weyhrauch (6/1), Saul (2)

 

Siebenmeter

HC Elbflorenz:  5/6

ThSV Eisenach:  1/4

 

Zeitstrafen

HC Elbflorenz:  8 Min., Rot Thümmler (15.)

ThSV Eisenach: 12 Min, Rot Tokic (35.)

 

Schiedsrichter : Friedel/Herrmann

 

Zuschauer : keine in der BallsportArena

 

Th. Levknecht