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Gabor Langhans: Ein Handball-Exot in Israel

Ex-Eisenacher spielt nun in Israel

Während die Handball-Weltmeisterschaft in der Hauptrunde ist, wird im benachbarten Israel die Serie in der obersten Spielklasse fortgesetzt. Mit Gabor Langhans ist in der "Ligat ha’Al" auch ein Ex-Eisenacher aktiv. Zu Beginn seiner Karriere spielte der Berliner 2010/11 eine Zweitliga-Saison lang unterhalb der Wartburg.

Seit 2018 trägt Langhans das Trikot von Hapoel Ashdod und wurde mit dem Klub 2019 auf Anhieb Meister. Wegen der Corona-Krise, aber auch weil er Raketenangriffe aus dem Gazastreifen hautnah miterlebte, löste er im vergangenen August seinen Vertrag auf. Die gesamte Lage wurde ihm zu ungewiss. Zusammen mit seiner Freundin Sabina kehrte er in seine Heimatstadt Berlin zurück, wo er sich bei seinem Jugendverein VfL Tegel fit hielt. Die Pandemie hatte das Abenteuer Israel gestoppt, aber nicht beendet, denn im Spätherbst saß der 31-Jährige wieder im Flieger. In Aschdod wurde er mit offenen Armen empfangen. Langhans fügte sich sofort wieder nahtlos ein. Er zählt nach wie vor zu Hapoels Aktivposten, wie er als siebenfacher Torschütze beim 31:31 in Herzliya kurz vor Weihnachten demonstrierte. Nach zehn absolvierten Ligaspielen rangiert der Verein mit 15:5 Punkten auf Rang drei.

Ein Auslands-Engagement habe ihn schon immer gereizt, berichtet Gabor Langhans. „Allerdings dachte ich da eher an Skandinavien oder Spanien und nicht an Israel", sagte er gegenüber der "Ostsee-Zeitung". Als sein Berater Ates Oelke 2018 von der Anfrage aus Ashdod informierte, reiste Langhans in die rund 40 Kilometer von Tel Aviv entfernte Stadt und war sofort begeistert. Hapoel lockte mit Geld, Auto und einer schönen Wohnung in unmittelbarer Strandnähe. Zudem hätte es ihn gereizt, den Winter unter Palmen zu verbringen, so Langhans.

 

Sportlich zählt Israel nicht zu den ersten Handball-Adressen. Den besten Mannschaften des Landes, wozu auch Ashdod zählt, bescheinigt Langhans im Vergleich mit Deutschland "gutes Zweitliga-Niveau". Dabei wird nur einmal am Tag trainiert - und dies abends, weil einige Spieler berufstätig sind. Langhans nutzt die freie Zeit für individuelle Einheiten. Mittags steht oft Krafttraining an. Mit den Teamkollegen verständigt sich der 1,98 Meter große Rückraumspieler auf Englisch, aber auch im Hebräischen mache er Fortschritte.

Die Meisterschaftsduelle werden in Israel zumeist freitags ausgetragen. Der Grund: Auch die Auswärtsteams sollen den jüdischen Ruhetag Sabbat begehen können. Und so wird auch an einem Freitag (22. Januar) die Saison fortgesetzt. Langhans ist mit Ashdod zu Gast beim Tabellenzehnten MK Beer Sheeva.

 

Von 2006 bis 2018 hat der einstige Junioren-Nationalspieler in Deutschland für die Füchse Berlin, den ThSV Eisenach, HC Rostock, TuS Nettelstedt-Lübbecke und die MT Melsungen gespielt. In der Wartburgstadt hatte er Anlaufprobleme und blühte erst spät richtig auf. "Leider entwickelte sich die ganze Angelegenheit nicht nach Wunsch. Ich war damals erstmals aus meiner Heimat Berlin weg", erinnert sich Langhans, fügt aber hinzu: "Trotzdem werde ich diese Zeit in Eisenach nicht vergessen." Ein Jahrzehnt später ist er als einziger deutscher Profi im Nahen Osten ein Handball-Exot.

 

ElAntaki