News / 2. Handball Bundesliga

Harte Landung

Miserable Torwurfeffektivität führt zu klarer 21:32-Niederlage beim VfL Lübeck-Schwartau

Eisenachs anfängliche 5:1-Führung (10.) erwies sich als Strohfeuer. „Mit der Niederlage von Dessau im Kopf schienen wir zu aufgeregt“, analysierte Pjotr Przybecki, der Coach des VfL Lübeck-Schwartau, die Auftaktphase. Die Wartburgstädter bissen sich zunehmend die Zähne an Nils Conrad im Tor der Gastgeber aus. Der 19-Jährige parierte 17 Bälle und war der große Rückhalt seines Teams. Er wurde zum Alptraum für einige Eisenacher. „Unsere Torwurfeffektivität lag bei lediglich 46  Prozent“, stellte Eisenachs Trainer Markus Krauthoff-Murfuni fest. „Fanden wir mal zu unserem Tempospiel, stand der Torhüter im Wege“, konstatierte Markus Krauthoff-Murfuni. Besonders in der Kritik, die linke Angriffsseite. „Diese hat überhaupt nicht funktioniert“, so der ThSV-Coach. Die linken Rückraumspieler Daniel Dicker, Luka Kikanovic und Andrej Obranovic blieben bei zusammen 7 Versuchen ohne einen einzigen Torerfolg. Linkaußen Ivan Snajder traf erst, als bereits alles entschieden war. Für ihn stehen 3 Treffer bei 7 Versuchen zu Buche. Der noch verletzte Adrian Wöhler wurde schmerzlich vermisst. Die erneut gute rechte Angriffsseite mit den Linkshändern Willy Weyhrauch (7 Treffer bei 10 Versuchen) und Alexander Saul (6 Treffer aus 9 Versuchen) konnte die stumpfe linke Angriffsseite nicht kompensieren. „Unser junger Torwart hielt uns im Spiel. Mit zunehmender Spielzeit haben wir dann funktioniert, fanden gute Lösungen“.  freute sich Piotr Przybecki.  Nahezu alle seiner Feldspieler beteiligten sich am Trefferreigen. Auch das war ein Plus der Hausherren. Einen 4:7-Rückstand verwandelten sie in eine 14:11-Führung, strotzten nach Wiederbeginn vor Spielfreude, erhöhten auf 18:13 (35.), 24:15 (42.) und schlossen den Sieg gar im zweistelligen Bereich ab.  „Eine harte Landung. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Wir sind sehr enttäuscht“, gab Markus Krauthoff-Murfuni während der Pressekonferenz zu. Rechtsaußen Ante Tokic, gerade von einer Fingerverletzung genesen, schied nach einer Angriffsaktion mit einer Bänderverletzung im Fuß aus. (48.).  Eine Hiobsbotschaft, neben der deftigen Auswärtsniederlage.

Eisenachs 5:1-Führung entpuppte sich als Strohfeuer

Eine zunächst kompakte Abwehr im Zusammenspiel mit Torhüter Thomas Eichberger bildete den Grundstein zu Eisenachs 5:1-Führung nach 10 Minuten. Willy Weyhrauch hatte schon 3 Bälle eingenetzt. Gute Wurfchancen blieben allerdings ungenutzt. Beide Torhüter, Nils Conrad und Thomas Eichberger, standen im Blickpunkt und zeichneten sich aus. Variables Angriffsspiel der Eisenacher mündete aber nicht im erfolgreichen Torwurf. Ivan Snajder und Daniel Dicker scheiterten gleich mehrfach an VfL-Keeper Nils Conrad. Das putschte dessen Vorderleute richtig auf. Bei eigener Überzahl kassierte der ThSV Eisenach den Treffer zum 7:7-Ausgleich (Gonschor.19.). Die Hausherren, wechselweise mit Markus Hansen und Julius Lidskog Andersson auf der Regieposition hatten sich vom Anfangsschock bestens erholt, die Thüringer verloren gegen eine nun herzhafte zugreifende Abwehr den Spielfaden. ThSV-Coach Markus Krauthoff-Murfuni brachte Armend Alaj für den glücklosen Ivan Snajder auf Rechtsaußen. Luka Kikanovic kam im linken Rückraum, Jonas Ulshöfer übernahm die Regieposition, Ante Tokic rückte auf Rechtsaußen. Die Hausherren hatten längst das Zepter übernommen, beantworteten Eisenacher Fahrkarten mit schnellem Umkehrspiel zum 12:9 (Carl Löfström per Gegenstoß, 27.) und gingen mit einer 14:11-Führung in die Halbzeitpause. Zwischen der 10. und der 30. Minuten landeten noch ganze 4 Bälle im Kasten der Norddeutschen.    

Gastgeber strotzen vor Spielfreude

Die Eisenacher begannen mit der Anfangsformation den zweiten Abschnitt. Was blieb, war die Dominanz des VfL Lübeck-Schwartau. Knallharte platzierte Würfe aus dem Rückraum führten zum 16:11 (31.) und 18:13 (35.). Eisenachs Fehler im Positionsangriff häuften sich, die Hausherren dankten zum 21:15 (38). Immer wieder war bei VfL-Keeper Nils Conrad Endstation.  In Überzahl verlieren die Eisenacher das Leder, die Gastgeber vollenden per Gegenstoß zum 23:15 (42.). Der VfL Bad Schwartau sprühte vor Spielfreude, profitierte von seiner guten Wurfquote: Carl Löfström brauchte für seine 7 Treffer 10 Versuche, Finn Kretschmer für seine 5 Tore 7 Versuche.  Die Norddeutschen kombinierten nach Herzenslust zum 28:20 (.53.). Bei ihnen schien nun alles zu klappen. Den i-Punkt servierte der sonstige Stammtorhüter Dennis Klockmann, der, in der 57. Minute eingewechselt, gleich einen Weyhrauch-Siebenmeter und noch zwei weitere Bälle parierte.  

 

Statistik

VfL Lübeck-Schwartau: Conrad (17 Paraden), Klockmann (ab 57./ 3 Paraden); Potratz (1), Gonschor (3), Lindskog Andersson (5/3), Hansen (4), Löström (7), Waschul (1), Schult (1), Versteijnen (4), Schrader, Kretschmer (5), Bruhn (1)

 

ThSV Eisenach: Eichberger (12 Paraden), Voncina (ab 56./ 3 Paraden); Kikanovic, Potisk (2), Ulshöfer, A. Alaj, Tokic (1), Dicker, Mürköster, Obranovic, Beciri (2), Snajder (3), Weyhrauch (7/2), Saul (6)

 

Siebenmeter:  VfL Lübeck-Schwartau 3/3 – ThSV Eisenach 2/4

 

Zeitstrafen: VfL Lübeck-Schwartau 6 Min. – ThSV Eisenach 2 Min.

 

Schiedsrichter: Fratcak, Ribeiro

 

Zuschauer: 570 (ausverkauft)

 

Th. Levknecht