News / 2. Handball Bundesliga

Heute kommt der Tabellenführer!

Nachgefragt bei unserem Coach Sead Hasanefendic vor der Partie gegen TuSEM Essen

Wie nah kam die Leistung Ihres Teams beim 29:24-Erfolg über den ASV Hamm-Westfalen Ihren Erwartungen?

Wir haben gegen einen starken Kontrahenten, physisch und taktisch, mit Intensität und vielen Emotionen über die gesamten 60 Minuten aufgespielt. Dynamisch, schnell, konzentriert. Vieles gelang uns über die Motivation, unterstützt durch eine Super-Kulisse. Handball ist ein schnelles Spiel, Aussetzer, auch nur kurzzeitige, sind ganz schwer zu korrigieren. Wir müssen uns im Angriff und in der Abwehr verbessern und steigern. Es ist gut so, dass wir noch zulegen können, nicht am Limit waren. Mit dem Engagement war ich zufrieden, andere Seiten müssen wir weiter verbessern.

Wie empfanden Sie - als Weltreisender in Sachen Handball - die Stimmung am vergangenen Samstag in der Werner-Aßmann-Halle?

Die Werner-Aßmann-Halle ist bekannt für ihre emotionale Zuschauerkulisse. Die Stimmung ist natürlich auch abhängig von der Leistung der Mannschaft, von der Dynamik, der Körpersprache, dem spürbaren Willen, alles zu geben. Das ergibt dann den Thüringer Handballtempel, den wir in der vergangenen Woche erleben durften. Diese Stimmung, dieses Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Zuschauer, bestärkt mich auch in meiner Auffassung, dass wir keinem Gast eine Favoritenrolle zuschreiben. Wir spielen alle in einer Liga, in einer ausgeglichenen Liga.

Welche Trainingsschwerpunkte setzten Sie diese Woche?

Es gibt keinen Grund zu speziellen Wechseln in unserem Trainingsablauf. Wir haben unseren samstäglichen Gast analysiert. Natürlich auch per Video. TuSEM kommt mit einer gut ausgebildeten Mannschaft, die schon länger zusammenspielt, die auf ein schnelles Spiel setzt, basierend auf einer guten Deckung inklusiver eines guten Torhüters. Wenn wir alles geben, haben wir auch gegen TuSEM Essen eine Chance. Ich wiederhole, ohne überheblich zu sein, wir sehen keinen Gast in der Favoritenrolle zu. Alle Teams der Liga haben gute Spieler. Die Leistung ist stets von vielen Faktoren abhängig; Emotionen gehören dazu. Wir wollen uns am Samstag bestätigen!

Mit dem TuSEM Essen kommt nicht nur der „neue“ Tabellenführer, sondern auch das angriffsstärkste Team der Liga. Wie würden Sie den samstäglichen Gast charakterisieren?

Mit TuSEM Essen erwarten wir einen echten Traditionsverein, der als unbezwungener Tabellenführer anreist. Schnelles Spiel aus einer guten Abwehr inklusive Torhüter ist angesagt, um leichte Treffer zu erzielen. Der Positionsangriff ist gut organisiert, mit Torgefährlichkeit von allen Positionen. TuSEM wird mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen auflaufen; sechs Spiele ohne Niederlage sind schon eine beachtliche Serie.

Wie wollen Sie die Tormaschine der Liga stoppen?

Im Schnitt über 30 Tore, das ist schon ein sehr beachtlicher Wert. Wie wollen wir die TuSEM-Offensive stoppen? Mit einer gut organisierten verdichteten und aggressiven Abwehr. Wir dürfen die Zweikämpfe nicht verlieren. Wir müssen das Spiel des Kontrahenten durchschauen. Die Torhüter könnten in dieser Partie den Ausschlag geben. Wer hat den besseren Keeper? Vielleicht eine spielentscheidende Frage. Wir müssen versuchen, die Trefferzahl der Gäste auf 25 oder 27 zu beschränken. Wir dürfen uns keine technischen Fehler erlauben, um TuSEM zum Kontern einzuladen. Wir selbst sollten uns natürlich über die Abwehr Gelegenheiten zu einfachen Toren nach Gegenstößen erarbeiten. Wir werden technisch taktisch, physisch und emotional, wie gegen den ASV Hamm-Westfalen, alles geben, um mit einem positiven Resultat abzuschließen.

Die obligatorische Frage, wie sieht es personell aus?

Eine erfolgreiche Mannschaft ändert man nicht. Wenn nichts bis zum Spieltag passiert, werden wir die Formation der Vorwoche auf das Parkett schicken. Sollte es Ausfälle geben, wir haben gleichwertigen Ersatz.

Sechs Spieltage sind absolviert, zeigt sich in der Liga schon eine Tendenz?

Dafür ist es wohl noch zu früh. Noch liegen 28 Spieltage vor uns. Esa wird noch viele Überraschungen geben, Favoriten verlieren, vermeintliche Außenseiter gewinnen. Eine Serie, positiv oder negativ, führt zu Veränderungen. Es wäre falsch, bereits heute Krefeld abzuschreiben. Im Titelkampf werden viele Teams mitmischen. Diese Gruppe sehe ich als sehr groß. Manche Anwärter haben noch nicht die erwarteten Leistungen gezeigt. Der VfL Gummersbach wird immer besser. Es ist eine ausgeglichene Liga mit sehr guten Mannschaften, sehr guten Trainern und sehr guter Organisation. Alles sehr professionell.