News / 2. Handball Bundesliga

Heute wieder Derbytime!

Am heutigen Mittwoch, 10.05.2022 steigt um 19.30 Uhr die 65. Auflage des Derbys zwischen dem ThSV Eisenach und dem Dessau-Roßlauer HV! Tickets im Vorverkauf online unter www.thsv-eisenach.de sowie ab 18.15 Uhr an der Tageskasse.

„Unsere Mentalität ist die Basis für unsere Erfolge.“ Auszeit mit Eisenachs Trainer Misha Kaufmann vor dem Klassiker gegen Dessau

In der 65. Auflage eines Handball-Klassikers stehen sich am Dienstag, 10.05.2022 um 19.30 Uhr in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle der auf Tabellenplatz 4 vorgepirschte ThSV Eisenach und der mit einem 30:26-Erfolg bei TuSEM Essen dem Klassenerhalt ein gehöriges Stück näher gerückte Tabellen-Fünfzehnte Dessau-Roßlauer HV in einem Nachholspiel gegenüber.

Mit dem Dessau-Roßlauer HV gastiert ein „Team mit zwei Gesichtern“ in der Wartburgstadt. Zuletzt folgte einem Heimsieg über Gummersbach eine herbe Heimschlappe gegen Hüttenberg, um darauf auswärts in Essen zu gewinnen. Der Sieg im Ruhrpott ließ die Bilanz auf 27 Pluszähler anwachsen. Der Dessau-Roßlauer HV ist damit dem Klassenerhalt ganz nahe. Vincent Sohmann ist der Dreh- und Angelpunkt auf Rückraum-Mitte. An seiner Seite strahlen Max Emanuel und Timo Löser viel Torgefahr aus. Bester Werfer ist Linksaußen Jakub Hrstka, der mit 184 Treffern auf Platz 3 der Torjägerliste der Liga rangiert. Er profitiert von dem seine Mannschaft prägenden enormen Tempospiel. Im Tor ergänzen sich Philip Ambrosius und Julian Malek recht gut. Der vom SCM im Januar gekommene 22-jährige Luca Baumgart gehört zu den Stabilisatoren der Abwehr. Überhaupt, die Zusammenarbeit mit dem SC Magdeburg und dem SC DHfK Leipzig, einstige Trainer-Stationen von Uwe Jungandreas, trägt ihre Früchte. Immer wieder gelingt es, junge Talente aus diesen Leistungszentren für den Dessau-Roßlauer HV zu gewinnen, um hier den nächsten Schritt zu machen.

Wir sprachen vorab mit unserem Coach Misha Kaufmann

Der ThSV Eisenach siegte zuletzt 27:16 bei den Eulen Ludwigshafen. Ein 11-Tore-Auswärtssieg bei einem Erstbundesliga-Absteiger, hat Sie das überrascht?

In dieser Höhe schon. Die Eulen befinden sich in einer schwierigen Phase. Die letzten Resultate mit deutlichen Siegen zeigen unsere Tendenz. Wir brauchen aber noch mehr Konstanz, um es nicht unnötig spannend zu machen. Unsere Mannschaft besitzt die Fähigkeit, auch gegen gute Gegner zu dominieren. Das ist das Ergebnis der Entwicklung über Monate hinweg. Wir gehen auf diesem Weg weiter, um das Optimum zu erreichen. Ich bin erst einmal zufrieden.

Sie stellten Malte Donker als „Alexander-Saul-Ersatz“ gute Noten aus?

Das war für Malte Donker keine einfache Situation, wenn du plötzlich liefern musst. Das hat er sehr gut gemacht. Er zeigte sich ballsicher, ihm unterliefen keine Fehler, er ging sehr viel in die Tiefe und beherzt in die Zweikämpfe. Er hat vieles gut gemacht, sodass ich ihn über 60 Minuten im Angriff brachte.

Jonas Ulshöfer und Martin Potisk kommen vermehrt zu Einsatzzeiten im Rückraum. Nach welchen Kriterien wechseln Sie die Spieler ein?

Wenn ich das Gefühl habe, auf Rückraum links oder rechts reagieren zu müssen, bringe ich die angesprochenen Spieler, um neue Akzente zu setzen. Von Anfang an habe ich der Mannschaft und dem Umfeld erklärt, meinen Betrachtungsstand erläutert, dass ich zunächst auf die Stammkräfte setze, um diese zu guten Leistungen zu entwickeln, zu wichtigen Automatismen zu führen, nicht so viel rotiere. Unser Stammpersonal sollte sich erst einmal einspielen. Unsere Mannschaft ist inzwischen gefestigt, weiß, wie es erfolgreich geht. Dadurch ist es leichter, neue Kräfte zu bringen. Die Belastung über die Saison in unserer körperkontaktintensiven Sportart ist sehr hoch. Ich neige nun auch deshalb dazu, zu rotieren. Unsere Spieler nutzen das auch, wodurch das für mich einfacher wird. Als neuer Trainer, der ich ja bin, muss ich auch erst Vertrauen in unsere Spieler finden. Auch das braucht seine Zeit.

Werfen wir einen Blick auf die Tabelle.  Schauen wir auf das Spitze, wo sich Ihre Mannschaft bis auf Platz 4 vorgepirscht hat. Das Rennen um Platz 2 – hinter dem VfL Gummersbach - ist nach den Resultaten vom Freitag, der 30:31-Heimniederlage von Nordhorn gegen Hagen und dem Punktverlust von Hamm beim 32:32 gegen Lübeck-Schwartau, wieder völlig offen?

Für Nordhorn und Hamm wird der Druck immer größer. Sie müssen liefern. Sie zeigen Nerven. Gegen beide Teams spielen wir noch! Zuerst gilt für es, die Aufgabe gegen den Dessau-Roßlauer HV zu lösen, wenige Tage später wartet dann auf uns und unsere Fans ein richtig „geiles Spiel“ gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Ich möchte aber erneut betonen, mein Focus richtet sich auf die Entwicklung der Mannschaft. Unsere Mentalität ist die Basis für unsere Erfolge. Ist diese nicht zu 100 Prozent da, setzt es Niederlagen wie gegen Großwallstadt und Dormagen. Es geht darum, wieviel bin ich bereit, zu investieren. Erfolg zahlt Miete. Die müssen wir jeden Tag zahlen. Wir haben noch 6 Punktspiele, 4 davon in heimischer Halle. Wir wollen zeigen, dass wir aus unseren Fehlern gelernt haben. Wir sind noch lange nicht am Optimum.

Sie erwarten mit dem Dessau-Roßlauer HV ein Team, das nach dem Sieg in Essen ziemlich befreit aufspielen kann..?

Wir wollen zeigen, dass wir zuhause reifer geworden sind. Ich erwarte ein schweres Spiel. Dessau kommt viel über die erste Welle, profitiert von einem starken Mittelmann, setzt auf eine aggressive Verteidigung. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt werden uns alles abverlangen. Wir müssen viel investieren, wollen unseren Fans was bieten und als Sieger das Parkett verlassen.

 

Th. Levknecht