News / 2. Handball Bundesliga

Ceven Klatt, der Coach der DJK Rimpar Wölfe, im Interview

Ceven Klatt, der erste "Profitrainer" der DJK Rimpar Wölfe

Der ThSV Eisenach empfängt am Samstag, 09.11.2019 um 19.30 Uhr die DJK Rimpar Wölfe. Ein Duell von Tabellen-Nachbarn, beide haben 13 Pluszähler vorzuweisen. Die Wartburgstädter rangieren auf dem 6., das Team aus dem Raum Würzburg auf dem 7. Tabellenplatz.

Im Vorfeld der Partie sprachen wir mit Ceven Klatt, seit dem Sommer Coach der DJK Rimpar Wölfe:

Ihre Mannschaft absolvierte am verlängerten Wochenende zwei Heimspiele. Einem 26:24-Erfolg am Donnerstag über die HSG Konstanz folgte am Sonntag eine 26:33-Niederlage gegen TUSEM Essen. Wie fällt Ihr Fazit zu beiden Spielen aus?

Wir haben unser Minimalziel erreicht. Unser Focus lag auf der Partie gegen die HSG Konstanz. Mit TuSEM Essen trafen wir auf ein Spitzenteam der Liga, eine sehr schwere Aufgabe. Gern hätten wir nachgelegt, doch wir konnten unser Vorhaben nicht umsetzen. Aufgrund von Verletzungen stand uns nur ein etatmäßiger Innenblock-Spieler zur Verfügung. Philipp Meyer, Patrick Gempp und Lukas Siegler fehlten. Wir haben nicht so einen großen Kader wie Eisenach, um das zu kompensieren.

Ihre Mannschaft hat nach bereits 11 absolvierten Spieltagen 13:9 Punkte aufzuweisen. Entspricht das Ihren Erwartungen?

Unser Saisonziel heißt einstelliger Tabellenplatz. Derzeit belegen wir den 7. Rang, liegen mit 9 Minuspunkten nicht weit entfernt von der Spitzengruppe. Wir sind also zufrieden.

Welche Stärken prägen Ihre Mannschaft, wo sehen Sie noch Reserven, Sie kündigten bei Ihrer Trainervorstellung im Sommer an, die Torgefahr und das Tempo zu erhöhen?

Unsere Stärke? Sicherlich die Ausgeglichenheit in der Mannschaft, der Teamgeist, eine gewachsene homogene Mannschaft. Wir kassieren wenig Gegentore, die Abwehr ist traditionell ein starker Part. Bei meinem Amtsantritt habe ich mir die Verbesserung des Angriffsspiels auf die Fahnen geschrieben. Wir wollen unsere gute Abwehrarbeit mit einfachen Toren nach Gegenstößen belohnen. Das ist uns phasenweise schon gelungen. Mit unserem dünnen Kader das Tempo durchgehend hochzuhalten, gelingt nicht immer. Ja, in der Vorwärtsbewegung haben wir noch Potential.

Sie haben mit Rene Witte, dem Geschäftsführer und Manager des ThSV Eisenach, eine gemeinsame Vergangenheit…?

Unsere Wege haben sich erstmals in Haan gekreuzt. Rene Witte, seinerzeit Trainer, hat mich als jungen Spieler in den Kader der ersten - in der Regionalliga spielenden – Mannschaft aufgenommen. Er ist also mein Förderer. Die Wege trennten sich danach, führten uns in Neuss wieder zusammen. Rene als Manager, ich als Trainer. Gemeinsam leisteten wir eine gute Arbeit, die uns bis in die 2. Bundesliga führte. Rene und mich verbindet eine langjährige Freundschaft. Er war mein Trauzeuge. Ich freue mich, dass er in Eisenach eine schöne und spannende Aufgabe übernommen hat. Er lebt und arbeitet Tag und Nacht für den Handball, nun bei seinem Heimatverein.

Wie kommen Sie als gebürtiger Brandenburger mit der Mentalität der Menschen in der Region Würzburg zurecht?

Ich bin nur in Brandenburg geboren, lebe seit 30 Jahren im Raum Düsseldorf. Meine Eltern vollzogen frühzeitig einen Wohnortwechsel. Meine Familie, mit Frau und zwei Kindern (Junge 6 Jahre und gerade eingeschult, Tochter 5 Jahre) fühlen uns in unserer neuen Umgebung sehr wohl. Ich bin der erste hauptamtliche Trainer in Rimpar, für das Gesamtprojekt mit vielen Komponenten

Bei den DJK Rimpar Wölfen wächst ja seit vielen Jahren ein stabiles Projekt mit Spielern, die von klein auf dabei sind. Man hat es geschafft, mit vielen Jugendspielern bis in die 2. Liga zu gehen. Das ist schon sensationell. Legen Sie auch den Focus auf die Jugendarbeit?

Unser Ziel war und ist es, junge Handballspieler aus der Region für uns zu gewinnen, ihnen die Möglichkeit zu geben, Handball unter professionellen Bedingungen zu betreiben, ihr Potential auszubauen. Uns zeichnet eine hohe Vereinstreue aus, daran wollen wir weiterarbeiten.

Was erwarten Sie am Samstag? Was geben Sie Ihrer Mannschaft mit auf den Weg?

Wir stehen am Samstag vor einer unfassbar schweren Aufgabe. Wir wissen um die Heimstärke des ThSV Eisenach, mit bisher ausnahmslos Siegen. Auswärts konnte die Mannschaft ihr Potential noch nicht so abrufen. Wir werden uns nach Kräften der Heimmacht entgegenstellen, versuchen, unser Spiel durchzubringen, um vielleicht eine Sensation zu schaffen. Der ThSV Eisenach kann in heimischer Halle auf das Publikum als 8. Mann bauen, das die Mannschaft trägt und beflügelt. Wir sind gewarnt.

Wie sieht es bei Ihnen personell aus?

Personell kriechen wir derzeit auf dem Zahnfleisch. Ich hoffe auf die Rückkehr des einen oder anderen Verletzten bis zum Wochenende. Wer letztendlich aufläuft, entscheidet sich erst am Spieltag.

Th. Levknecht