News / 2. Handball Bundesliga

Nach erfolgreicher Aufholjagd zu viele eigene falsche Entscheidungen

ThSV Eisenach unterliegt im Testspiel beim HC Elbflorenz mit 25:29 (10:15)

Der HC Elbflorenz bleibt für den ThSV Eisenach eine nicht zu knackende Nuss. Auch im Testspiel der beiden Zweitbundesligisten vor leeren Rängen in der Dresdner Arena. Die Elbestädter bezwangen in einer intensiv geführten Partie (mit 14 Strafminuten, einer roten und einer fast roten Karte) die Wartburgstädter am Freitagabend mit 29:25 (15:10).  

HC Elbflorenz führte nach 13 Minuten 9:3

„Wir haben den Stresstest binnen zwei Tagen angenommen, das Testspiel mit Derbycharakter für uns entschieden. Unser Dank geht an den ThSV Eisenach, der zu uns gekommen ist“, erklärte Rico Göde, der Coach des HC Elbflorenz. „Wir waren erst ab der 15. Minute richtig anwesend“, gestand ThSV-Coach Markus Krauthoff-Murfuni. Die Gastgeber, 24 Stunden zuvor mit 28:24 über Erstbundesligist Eulen Ludwigshafen triumphierend und ohne ihre verletzten Rückraumspieler Nils Kretschmer und Arsenly Buschmann antretend, waren von Beginn das präsentere Team, mit einem starken Nico Gress als selbst torgefährlichen Regisseur, einer kompakten Abwehr  und lagen rasch mit 9:3 vorn (13.). Zu bieder die Männer von der Wartburg, mit Ivan Snajder auf Links- und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen, Daniel Dicker im linken und Alexander Saul im rechten Rückraum, Martin Potisk als Spielgestalter, Kristian Beciri am Kreis und Tom Eichberger im Tor. Facettenreiches Angriffsspiel, mit Tempogegenstößen und über die schnelle Mitte, war bei den Hausherren angesagt. „Auffällig und effektiv, unser Gegenstoßspiel über den starken vom HSC Coburg gekommenen Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig“, konstatierte Dresdens Manager Karsten Wöhler. Erst mit der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr bekamen die Eisenacher etwas mehr Zugriff. „Miserabel unsere 6:0-Abwehr, Besserung dann nach der Umstellung“, konstatierten die verletzt zuschauenden Eisenacher Justin Mürköster, Ante Tokic und Kristian Volar. ThSV-Coach Markus Krauthoff Murfuni schickte die Rückraumspieler Lukas Kikanovic und Andrej Obranovic auf das Parkett. Mit ihrem starken Kreisläuferspiel sicherten sich die Dresdner eine 15:10-Halbzeit-Führung. „Aus der Abwehr heraus gelangen uns weitaus mehr einfachere Tore als den Eisenachern“, benannte Karsten Wöhler einen Vorzug des HC Elbflorenz.

 

ThSV Eisenach bremst sich selbst aus

„Wir mussten einen Riesenaufwand betreiben, um ins Spiel zurückzukommen“, beschreibt Markus Krauthoff-Murfuni insbesondere den zweiten Abschnitt. Zu viele Fehler kennzeichneten das Eisenacher Angriffsspiel.  Es fehlte der Ruhepol und wegweisende Mann.  Selbst Überzahlphasen gingen verloren. Torwürfe wurden mehrfach eine Beute des 23-jährigen Dresdner Keepers Tom Göres, der mit insgesamt 16 Paraden notiert wurde. „Ja, wir profitierten auch von einer guten Torwartleistung“, analysierte Elbflorenz-Trainer Rico Göde. Er ließ den erst vor wenigen Wochen von der Wartburg an die Elbe gewechselten 21-jährigen Torhüter Marius Noack auf der Bank schmoren. Und doch, die Eisenacher Aufholjagd mit einem auftauenden Alexander Saul, einem beherzt den Abschluss suchenden Luka Kikanovic samt einer verbesserten Abwehr im Zusammenspiel mit dem einige Bälle parierenden Blaz Voncina führte zum 22:22-Ausgleich (50.).

Als die Hausherren wackelten, patzten die Eisenacher

Die Hausherren wackelten. „Doch gerade nun trafen wir viele falsche Entscheidungen“, ärgerte sich ThSV-Coach Markus Krauthoff-Murfuni.  Da war ein verfrühter erfolgloser Torwurf, da war ein unnötiger Ballverlust, die Hausherren hingegen schlossen durch ihren 2,07-Mann Michal Kasal und Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig (jeweils doppelt) und Mindaugas Dumcius zum 27:23 (55.) ab. „Wir strauchelten nicht, behielten den Kopf oben“, so Karsten Wöhler.  Zwei Kikanovic-Knaller ließen die Thüringer beim 27:25 (57.) allerdings nochmals hoffen. Nahezu 180 noch zu absolvierende Sekunden sind im Handball eine lange Zeit. Doch da wurde ein Steilpass angesetzt, der den hinter einem großen Gegenspieler postierten kleinen Willy Weyhrauch nicht erreichen konnte, brachte Luka Kikanovic das Leder nicht unter. Sebastian Greß netzte zum 28:25 ein (59.) und Elbflorenz-Schlussmann Tom Göres traf aus dem eigenen Kreis ins leere Eisenacher Gehäuse zum 29:25-Endstand.

 

ThSV-Coach Markus Krauthoff-Murfuni: Es gibt einiges zu bereden

„Unser Spiel war von viel unnötiger Unruhe gekennzeichnet. Die vielen falschen Entscheidungen auf dem Parkett müssen wir analysieren, darüber reden und bis zum Saisonstart abstellen“, resümierte Markus Krauthoff-Murfuni. Beim Testspielsieg über Ligakonkurrent Rimpar Wölfe wähnte er sich schon weiter.

Ex-Eisenacher Marius Noack im Konkurrenzkampf um das Elbflorenz-Tor

Torhüter Marius Noack hoffte auf Einsatzminuten gegen seinen Ex-Verein, zumal er beim Test am Vortag auch nicht zum Zug gekommen war. Doch daraus wurde nichts. Trainer Rico Göde hielt in diesem Testspiel komplett an Tom Göres fest, der sich das verdient habe. „Bei uns herrscht auf der Torwartposition ein großer Konkurrenzkampf. Alle vier Kandidaten hinterließen bisher gute Eindrücke“, erklärte Timo Meinl, der Torwarttrainer des HC Elbflorenz, während seiner eigenen Laufbahn auch im Kasten des ThSV Eisenach. Marius Noack, im Oktober mit dem Philosophie-Studium an der Uni in Dresden beginnend, wird als „Neuer“ wohl eine gehörige Portion Geduld – neben guter Trainingsleistungen – mitbringen müssen.

Statistik

HC Elbflorenz: Göres (1), Huhnstock (n.e.), Noack (n.e.); Wucherpfennig (7/3), Emanuel (2), Dierberg, Dumcius (1), Jungmann, Stavast (2), Greß (6), Vanco (5), Quade, Kasal (4), Thümmer (1)

ThSV Eisenach: Eichberger (1.-30.), Voncona (31.-60.); Kikanovic (6), Wöhler (1/1), Potisk (2), Ulshöfer (1), A, Alaj, Dicker (3), Obranovic (1), Beciri (2), Snajder (4/2), Weyhrauch (1), Saul (4)

Siebenmeter: HC Elbflorenz 3/4 – ThSV Eisenach ¾

Zeitstrafen: HC Elbflorenz 4 x 2 Min., ThSV Eisenach 3 x 2 Min, Rot Dicker (47.)

 

Th. Levknecht