News / 2. Handball Bundesliga

Nachgefragt bei Ceven Klatt, Coach der Rimpar Wölfe

„Wir wollen den Erfolg aus der Hinrunde wiederholen!“

Zum Ende einer englischen Woche empfängt der ThSV Eisenach am Samstag, 15.05.2021 um 19.30 Uhr die DJK Rimpar Wölfe. Coach ist Ceven Klatt. Dieser wurde am 11. Juni 1983 in Brandenburg geboren. Aufgewachsen ist er in der Nähe von Düsseldorf. Dort, bei DJK Unitas Haan, begann Ceven Klatt im Jahr seiner Einschulung mit dem Handball. Mit 20 wechselte der Kreisläufer zum LTV Wuppertal, spielte dann bei TuS Wermelskirchen, anschließend beim Zweitligisten TuS Ferndorf. Bei den Bergischen Panthern sammelte Klatt als Spielertrainer erste Erfahrungen in seinem heutigen Metier. Beim Neusser HV, später HC Rhein Vikings, ging’s weiter. Zunächst als spielender Co-Trainer, dann als Cheftrainer. Hier arbeitete er mit Rene Witte, dem heutigen Manager des ThSV Eisenach, zusammen. Der Zweitliga-Aufstieg 2018 krönte das Engagement. Mit den Rimpar Wölfen belegte Ceven Klatt 2019/20 Platz sieben in Liga zwei. Aktuell rangieren die Rimpar Wölfe mit 27:29 Punkten auf dem 10. Tabellenplatz und haben den Ligaverbleib nahezu in der Tasche.

Zu Wochenbeginn – also vor dem Mittwoch-Spieltag - sprachen wir mit Ceven Klatt, dem Coach des sich „mausernden Dorfclubs“ aus der Region Würzburg:

Die Liga befindet sich in der Saisonendphase. Ihre Mannschaft brachte vom Auswärtsspiel in Dessau durch einen 22:20-Sieg zwei wichtige Zähler mit. Nach 27 absolvierten Spielen wies Ihr Team 25:29 Punkte auf. Entsprach das Ihren Erwartungen bis dahin?

Als Saisonziel haben wir Platz 9 ausgegeben. Den haben wir gerade inne. Angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten in der Saison einschließlich mehrerer Verletzungen sind wir mit der Punkteausbeute nach 27 absolvierten Begegnungen zufrieden. Im Dezember standen uns gleich drei Spieler aufgrund Corona-Erkrankungen nicht zur Verfügung.

Hoch und Tiefs wechselten sich beim Blick auf die Resultate ab. Woran lag das?

In heimischer Halle überzeugten wir mit überwiegend mit starken Auftritten. Die Heimbilanz nach 13 Spielen mit 18:8 Punkten kann sich sehen lassen. Auswärts vermochten wir unsere Leistung nicht abzurufen. Der 22:20-Auswärtssieg in Dessau tat uns allen sehr gut. Auswärts mal wieder zu gewinnen, ein schönes Gefühl!

Mit dem vom VfL Lübeck-Schwartau gekommenen Marino Mallwitz scheinen Sie einen guten Nachfolger für Torwart-Legende Max Brustmann gefunden zu haben..?

Marino spielte eine Super-Saison! Überhaupt, unsere Neuzugänge sind eine echte Bereicherung, haben die Abgänge bestens kompensiert. Der 20-jährige vom VfL Gummersbach gekommene Yonatan Dayan hat die Rolle des abgewanderten Benjamin Herth übernommen. Patrick Gremp ist in die 1. Liga zur HSG Wetzlar gewechselt. Valentin Neagu und David Kovacic stehen nun im Kreisläuferteam.

Auf welche Spielphilosophie setzen Sie, ein Top-Torjäger befindet sich nicht in Ihren Reihen?

Eine ausgeglichen besetzte Mannschaft ist für den sportlichen Gegner schwerer ausrechenbar. Bei uns kann jeder mal einen raushauen, mal kann der Kreisläufer, mal der Rückraum-Linke sich zum Torjäger des Tages aufschwingen. Das spricht für uns. Das Team steht an vorderster Stelle. Unsere Spielphilosophie? Die fußt auf der nach wie vor besten Abwehr der Liga. Aus dieser wollen wir unser breit angelegtes Angriffsspiel initiieren, abgeschlossen mit Torwürfen von allen Positionen.

„Kontinuität ist ein Auslaufmodell. Der Charme des Dorfvereins verflüchtigt sich“, war kürzlich einem Beitrag über die Rimpar Wölfe zu lesen. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Das klingt doch sehr nach Handball-Romantik. Zehn Spieler aus den eigenen Reihen in der 1. Mannschaft, das ging in der Landesliga, das geht in der 2. Liga mit hoher Professionalität nicht. Mit Julian Sauer (seit 1988) und Dominik Schömig (seit 1994) stehen noch altgediente Eigengewächse im Kader. Wir befinden uns im Profisport und da sind Wechsel ganz normal. Wichtig ist, wie werden die Neuzugänge integriert. Steffen Kaufmann, Patrick Schmidt und Benedikt Brielmeier haben sich inzwischen zu Identifikationsfiguren entwickelt.

Sie zieht es im Sommer zu den Eulen-Ludwigshafen, die gerade mit einem 24:19-Auswärtssieg in Erlangen für Aufsehen sorgten. Gelingt es den Eulen erneut auf der Ziellinie den Klassenerhalt in der 1. Liga zu schaffen?

Ich drücke den Daumen. Da ist vieles möglich, wie auch der Sieg von Balingen in Magdeburg beweist. Es sind noch etliche Spiele, da kann vieles passieren.

Durchaus möglich, dass Sie nächste Saison in der gleichen Liga wie jetzt arbeiten. Was zieht Sie nach Friesenheim?

Seit der Saison 17/18 spielen die Eulen in der 1. Liga. Dort finde ich ein Erstliga-Umfeld vor. Für meine eigene Weiterentwicklung in das der richtige Schritt, ich kann mich neu beweisen, habe die Chance in der 1. Liga zu arbeiten, oder habe die Chance, mit einer Mannschaft zurück in die 1. Liga zu kommen.

Am Mittwoch stand noch das Heimspiel gegen Ferndorf an (wurde nach Redaktionsschluss ausgetragen, endete mit einem 27:23-Erfolg für die Rimpar Wölfe), am Samstag geht es nach Eisenach. Was geben Sie Ihrer Mannschaft mit auf den Weg?

Wir kommen nach Thüringen, um alles rauszuholen, um zwei Punkte mitzunehmen, den Erfolg aus der Hinrunde zu wiederholen. Unser langzeitverletzter Kapitän Patrick Schmidt wird nicht zur Verfügung stehen.

Haben Sie Siebenmeter-Werfen geübt? Beim Hinspiel parierte ThSV-Keeper Blaz Voncina 6 von 7 Strafwürfen, Ihre Mannschaft siegte dennoch 26:23.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das wiederholt. In den letzten Begegnungen waren wir von der Siebenmeterlinie sehr sicher. Dominik Schömig und Tommy Wirtz teilten sich die Aufgabe mit gutem Erfolg.                                                                            

Th. Levknecht