News / 2. Handball Bundesliga

Nachgefragt bei Uwe Jungandreas, Coach des DRHV

„Um in Eisenach zu gewinnen, müssen wir ein Mentalitätsmonster sein!“ - Uwe Jungandreas, Coach des Dessau-Roßlauer HV, vor dem Klassiker am Freitag, 18.11.2022 um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle/ Sie sollten dabei sein! Sichern Sie sich Ihr Ticket im Vorverkauf!

Ein Klassiker und zugleich das Spitzenspiel des 12. Spieltages in der 2. Handballbundesliga der Männer: ThSV Eisenach contra Dessau Roßlauer HV am Freitag, 18.11.2022 um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle in Eisenach. Es ist das 58. Aufeinandertreffen der Männerteams aus Eisenach und Dessau seit 1965. Der Tabellen-Dritte (17:5 Punkte) empfängt den Tabellen-Zweiten (18:4 Punkte). Spannung und Dramatik pur sind angesagt.

Wir sprachen vor dem Anpfiff mit Uwe Jungandreas, dem Trainerfuchs des Dessau-Roßlauer HV:

Glückwunsch zu bisher 8 Siegen, 2 Remis und nur einer Niederlage, was in der Summe 18:4 Punkte und Tabellenplatz 2 bedeutet! War das zu erwarten?

Danke für die Glückwünsche! Vor der Saison konnten wir nicht mit einer solchen Bilanz nach 11 Spieltagen rechnen. Unser Ziel war der Klassenerhalt. Und dieses Ziel steht auch weiterhin. Die gute Rückrunde der Vorsaison, u.a. mit einem Sieg über den VfL Gummersbach, die positive Entwicklung in allen Mannschaftsteilen, Trainingsqualität, Einstellung und gute Vorbereitung stimmten uns schon optimistisch. Zu erwarten war dennoch eine solche Ausbeute nach 11 Spieltagen nicht. Umso schöner ist sie einzuordnen.

Auch Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten knöpften Sie nach anfänglichen 1:5- und 8:12-Rückständen einen Zähler ab. Was war für die Wende im Spiel ausschlaggebend?

Schon zum Ende der ersten Halbzeit schafften wir den Anschluss, gingen nur mit einem 14:15-Rückstand in die Pause. Wir wichen nicht von unserer Linie ab. Das zahlte sich aus. In Unterzahl gelang uns der Ausgleichstreffer zum 28:28-Endstand. Ja, wir sind mit dem Punkt zufrieden. Wir haben einige Bälle zu viel weggeworfen, sonst wäre noch mehr möglich gewesen.

Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Sie funktioniert in sich sehr gut, tritt als Team auf und außerhalb des Parketts auf. Sie lässt sich nicht von ihrer Linie abbringen, behält auch bei Rückständen die Ruhe.

Ist Vincent Sohmann der Kopf Ihrer Mannschaft?

Ja. Vincent ist der Kapitän und Kopf der Mannschaft, meine rechte Hand auf dem Spielfeld.

Hat sich Timo Löser zu einem Rückraum-Shooter gemausert?

Timo kam als junger Mann in unser damaliges Drittligateam. Schon im ersten Jahr hat er sich rasant entwickelt, setzt diese positive Entwicklung fort. Darüber sind wir natürlich sehr erfreut.

Es heißt, Sie sind auf jeder Position doppelt gut besetzt?

In punkto Charakter und Willen trifft das vollkommen zu. Von jedem unserer jungen Spieler kann ich nicht konstant gute Leistungen in der 2. Handballbundesliga erwarten. Seit einigen Wochen müssen wir verletzungsbedingt auf Yannick Danneberg, Yannick Pust und Luka Baumgart verzichten. Ihr Einsatz in Eisenach ist höchst unwahrscheinlich.

Auf welche Handballphilosophie setzen Sie?

Aus einer aggressiven Abwehr ins Tempospiel kommen, das ist meine Philosophie. Eingeschlossen ist ein erfolgreicher Positionsangriff durch ganz viel Bewegung.

Zahlen sich Ihre guten Verbindungen zum SC DHfK Leipzig und zum SC Magdeburg weiter aus, angeln Sie sich doch junge Talente, die bei Ihnen Spielpraxis sammeln, wie zuletzt per Zweitspielrecht Paul Bones?

Diese gute Zusammenarbeit zahlt sich aus. Dazu gehörte ja auch die mit den Füchsen Berlin, doch die haben im 1. VfL Potsdam nun einen neuen Partner gefunden. Ohne diese Verbindungen, diese Zusammenarbeit, wäre die 2. Handballbundesliga für uns nicht möglich. Auch aus finanzieller Sicht. Bei uns erhalten die Akteure viel Spielpraxis, was deren Entwicklung und uns hilft.

Kürzlich gab es Meldungen über Vertragsverlängerungen. Wie steht es mit Uwe Jungandreas, seit 2014 Trainer des Dessau-Roßlauer HV?

Mein Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2024.

Verschwenden Sie Gedanken hinsichtlich eines Aufstieges in die 1. Handballbundesliga? Mit Absteiger HBW Balingen-Weilstetten scheint der heißeste Aufstiegsanwärter gegeben, doch das Rennen um Platz 2 ist wohl völlig offen?

Da gibt es ganz andere Mannschaften, die dafür prädestiniert sind. Der ThSV Eisenach beispielsweise. Wir freuen uns über eine sehr schöne Momentaufnahme, wollen die Euphorie am Kochen halten. Mit was anderem beschäftigen wir uns nicht.

Am Samstag steht in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle ein echter Klassiker ins Haus, beim 58. Aufeinandertreffen seit 1965 zwischen Männerteams aus Eisenach und Dessau. Es ist zugleich das Spitzenspiel der Liga. Was erwarten Sie von dieser Partie?

Ich erwarte ein tolles Spiel in toller Atmosphäre. Ein richtiges Derby. Ein echtes Spitzenspiel, geprägt von großem beiderseitigem Kampf.

Aus Dessau haben sich 200 Fans angesagt, auch Ausdruck der Handballeuphorie?

Wir sind dafür bekannt, dass unsere Fans sehr reisefreudig sind. Ob in Konstanz oder an einem Mittwoch in Nordhorn, unsere Fans sind dabei.

Was geben Sie Ihrer Mannschaft mit auf den Weg? Wie sieht es personell aus?

Wie stets in Eisenach, hier kommt einiges auf uns zu. Um zu gewinnen, müssen wir ein Mentalitätsmonster sein.

Interview: Thomas Levknecht