News / 2. Handball Bundesliga

Paukenschlag in der Erzgebirgshalle!

Unser so arg gebeuteltes Team feiert in der 97. Auflage des "Derbys aller Derbys" in souveräner Manier einen 33:24 (18:10)-Erfolg beim EHV Aue und sammelt wichtige Punkte im Abstiegskampf

 

Mit diesem klaren Ausgang hatten wohl die kühnsten Optimisten unter der Wartburg nicht gerechnet. Der ThSV Eisenach, nach mehrwöchiger Corona-Zwangspause gehandicapt, bejubelte in der Erzgebirgshalle einen 33:24 (18:10) -Erfolg über den EHV Aue, verbuchte zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf.  Ein maßgeschneidertes Konzept vom neuen Trainer Misha Kaufman, von dessen Schützlingen vorzüglich umgesetzt, führte zu einem Start-Ziel-Sieg in souveräner Manier!

„Ein Riesenkompliment an unser gesamtes Team. Hut ab vor dem, was unter diesen erschwerten Bedingungen vielfach im Kleingruppen-Training erarbeitet wurde. Na klar, es tut gut, mal wieder ein Derby in Aue zu gewinnen. Gern hätten wir das mit unseren Fans getan, doch aufgrund der Corona-Lage erlaubt die sächsische Landesregierung nur Geisterspiele“, resümierte ein aufgekratzter Eisenacher Manager Rene Witte. Die 10 vor zwei Wochen an Corona erkrankten Spieler waren wieder dabei, doch Ivan Snajder und Malte Donker  mussten nun nach positiven Corona-Tests passen, Willy Weyhrauch zeigte Symptome und blieb vorsichtshalber auch in Eisenach.  Zu allem Überfluss fiel Alexander Saul bereits nach 7 Minuten verletzt aus. Rechtshänder Daniel Hideg übernahm die Aufgaben im rechten Rückraum. Mit Bravour.

Die Eisenacher setzten von Beginn auf eine 5:1-Deckung, mit Fynn Hangstein vorgezogen. Hinter der lief Keeper Johannes Jepsen zu großer Form auf. Er kam im ersten Abschnitt auf eine Fangquote von 44 Prozent. Blitzschnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff war angesagt. Fynn Hangstein forcierte das Tempo. Kurz vor seinem verletzungsbedingten Ausscheiden traf Alexander Saul zum 0:4 (6.). Die Hausherren verfielen in eine Schockstarre. „Wer kommt hier eigentlich aus der Quarantäne“, sinnierte Aues verletzter Rückraumspieler Adrian Kamlodt. Die Eisenacher brachten frühzeitig den 7. Feldspieler, operierten mit zwei Kreisspielern (Peter Walz und Ruben Sousa). Mit Erfolg! Der eingewechselte Jonas Ulshöfer narrte die Abwehr der Hausherren mit seinen 1:1-Qualitäten, netzte zum 4:8 ein (17.). Die Hausherren versuchten es auch mit dem 7. Feldspieler. Die Wartburgstädter zirkelten das Leder gleich dreifach in das verwaiste Gehäuse des EHV Aue, wie beim 8:15 (25.). Auch durch Zeitstrafen ließen sich die Wartburgstädter nicht aus dem Konzept bringen. Nach Regelwidrigkeit an Jonas Ulshöfer verwandelte Fynn Hangstein zum 10:18-Halbzeitstand. „Das ist Angsthasen-, kein Männer-Handball. Jeder schiebt die Verantwortung weiter“, zeigte sich Stefan Swat aus dem Trainerteam des EHV Aue zur Halbzeit stinksauer. Er forderte seine Führungsspieler auf, Verantwortung zu übernehmen. Letztlich waren es die Youngster Nico Schneider und Elias Bombelka, die nach dem Seitenwechsel erfolgreich abzogen. Aues Top-Torjäger Bengt Bornhorn gelang kein einziger Feldtreffer. Der Kreisspieler und Kapitän wurde von Eisenachs Abwehr bestens abgeschirmt.

 

 

 

 

ThSV Eisenach mit sehenswertem Kempa-Treffer

Auch nach Wiederanpfiff blieben die Männer von der Werner-Aßmann-Halle das klar dominierende Team. Da halfen auch Auszeiten des EHV Aue nichts. Daniel Hideg traf zur ersten 10-Tore-Führung (11:21, 36.).  Die Hausherren stellten auf ein 4:2-Abwehrsystem um. Ante Tokic versenkte für die Gäste zum 12:23 (39.). Sehenswert der Kempa-Treffer von Fynn Hangstein auf Vorlage von Ante Tokic zum 14:25 (43.). Eisenachs Kapitän Peter Walz ließ Petr Slachta zum 17:27 aussteigen (48.) Längst waren alle Messen gelesen. ThSV-Coach Miha Kaufmann brachte Martin Potisk, der seine Qualitäten noch zu 4 Treffern nutzte. Adrian Wöhler schloss per Tempogegenstoß zum 17:29 ab (51.). Die Eisenacher agierten nicht mehr mit aller Konsequenz, sodass der EHV Aue an einer 10-Tore- Heimniederlage knapp vorbei schrammte.

 

 

 

Statistik

EHV Aue: Bochmann, Petursson; Roch (1), Ebert (2), Bornhorn (3/3), Egilsnes (2), Lux, N. Schneider (4), Bombelka (3), Dutschke, Slachta, Schauer, Parashiv (1), Halfdansson (2), Ribeiro (4), Sova (2)

ThSV Eisenach: Jepsen, Eichberger; Iffert, Wöhler (2), Potisk (4), Hangstein (8/3), Ulshöfer (3), Walz (3), Hideg (4), Tokic (4), Sousa (2), Dicker, Schneibel (2), Saul (1)

Siebenmeter: Aue 3/4 – Eisenach 3/3

Zeitstrafen: Aue 3 x 2Min. – Eisenach 5 x 2 Min.

Schiedsrichter: Jan Lier/ Manuel Lier

Zuschauer: keine

 

Th. Levknecht