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Qualifikation zur Jugendbundesliga - Hinspiel

Reifere Mannschaft verbucht klaren Auswärtssieg: ThSV - NSG Aue 16:27 (7:13)

„Das war schon ein Klassenunterschied“, stellte Alexander Koke fest. Der langjährige Bundesligaspieler, auch für den ThSV Eisenach und dem EHV Aue, jetzt Co-Trainer der deutschen Jugendnationalmannschaft männlich und Co-Trainer der DHB Frauen- Auswahl, gehörte zu den 200 vom zuständigen Gesundheitsamt zugelassenen Zuschauern in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle. „Entscheidend für ein Spiel, die Zahl der gewonnen Zweikämpfe. Davon hatte Eisenach deutlich zu wenige. Und wenn, fehlte die Spielfortsetzung“, resümierte Alexander Koke nach der überaus deutlichen 16:27 (7:13) -Niederlage des ThSV Eisenach im Hinspiel der Jugendbundesliga-Qualifikation gegen die NSG EHV/Nickelhütte Aue. „Die Gäste waren körperlich präsenter, warfen ihre Erfahrung mit in die Waagschale, setzten über ihre starken Rückraumspieler die mit sehr guter Athletik ausgestatteten Außen bestens in Szene“, resümierte Eisenachs Trainer Uwe Seidel. Er geht mit einem Team des jüngeren Jahrgangs in die beiden Qualifikationsspiele. Im Team der NSG Aue stehen einige Spieler mit Jugendbundesliga-Erfahrung, in den Eisenacher Reihen ausnahmslos Greenhörner. Hochmotiviert, aber eben noch unerfahren, und - aufgrund des Hickhacks bei der Terminierung der Qualifikationspartien - ohne ein einziges Testspiel mit einem Kaltstart.

Trotz der Bedeutung der Partie, beide Teams legten eine überaus faire Spielweise an den Tag, sodass die Unparteiischen Simon Blanza und Sönke Hünpel ein leichtes Amtieren hatten. Ein großes Kompliment haben sich die Verantwortlichen des ThSV Eisenach um Vereinsgeschäftsführer Roberto Trautmann verdient, die mit großem Aufwand das Hygienekonzept bestens umsetzten! Nahezu jedes Vorstandsmitglied erfüllte konkrete Aufgabe, um den organisatorischen Ablauf zu sichern.

Gäste-Keeper zog den Eisenachern den Zahn

„Die ThSV-Talente haben schon in der ersten Viertelstunde die Partie verloren“, konstatierte Eisenachs langjähriger Bundesligaspieler Bernd Fichtner. Von einer Vorentscheidung in der Anfangsphase für seine Schützlinge sprach auch Jens Denecke, der Coach der Talente aus dem Erzgebirge: „Unsere 5:1-Abwehr im Zusammenspiel mit unserem Torhüter legte den Grundstein zu unserer 8:1-Führung.“  Keeper Pascal Bachmann verwehrte in Serie ThSV-Bällen den Weg ins Tor, wurde bis zum Seitenwechsel mit 10 gelungenen Paraden notiert. „Meine Jungs hatten schnell gehörig Respekt vor dem Gäste-Schlussmann“, befand auch Uwe Seidel. „Unser Rückraum, ausgenommen Tom Steiner, agierte zu statisch“, ergänzte der Ex-Nationalspieler. „Keiner versuchte es mal mit einem Schlagwurf“, wunderte sich der in der Halle weilende ehemalige Eisenacher Bundesligaspieler Jörn Schläger. (Die Auer aber auch nicht.) Der Rückraum der Gäste mit den individuell starken Maurice Thiele, Radek Musil und Nick Mehlhorn initiierte ein temposcharfes Angriffsspiel mit präzisem Abschluss. „Im Gegensatz zu den ThSV-Talenten, die Gäste sind im ersten Abschnitt viele erfolgreiche Konter gelaufen“, befand Bernd Fichtner.

Erst mit Tom Steiner kam Pfeffer ins Eisenacher Angriffsspiel

„Eine aggressive Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter sowie eine flexible Angriffsgestaltung sprach von Beginn für die NSG Aue“, stellte Alexander Koke fest. Erst Tom Steiner vermochte den Auer Schlussmann zu überwinden (10.). Da hatten die Gäste aber bereits 5 Bälle im Eisenacher Kasten versenkt. Eisenachs Rückraum-Werfer Ole Gastrock-Mey (Pech bei einem Lattenknaller in der 5. Min.)  und Tizian Reum brachten das Leder nicht unter. Ein Ball von Karl-Marius Schnell landete am Holz (12.). „Unser Rückraum vermochte sich kein Erfolgserlebnis zu schaffen“, gestand Uwe Seidel. Mit der Einwechslung von Tom Steiner kam deutlich mehr Pfeffer in das Eisenacher Spiel. Mit ganz viel Einsatz traf er auch zum 2:8 (16.). Karl-Marius Schnell versuchte seine individuellen Qualitäten einzubringen. Die Dominanz der Gäste blieb. „Dass wir so dominieren würden, das war nicht absehbar. Nach der langen Pause wussten wir nicht so recht, wo wir stehen“, gestand Aue-Coach Jens Denecke. Unter Druck fabrizierte die Hausherren Fehler, die Gäste schalteten sofort auf Angriff um. Wie es gehen kann, das zeigten die Eisenacher beim  5:11 durch Philipp Bourtal (25.),  6:12 von Karl-Marius Schnell (27.) und 7:12 durch Neuzugang Felix Müller. „Wir hätten zur Pause noch deutlicher führen können, ließen wir doch noch zwei Strafwürfe aus“, erklärte Jens Deneke.

 

Aufholversuch jäh selbst gestoppt

Linus Trapp kam mit Beginn der zweiten Halbzeit ins Eisenacher Gehäuse. Der gerade das 16. Lebensjahr vollendende Keeper erntete nach spektakulären Paraden reichlich Beifall. Von ihm sichtlich angestachelt, bekamen seine Vorderleute kurzzeitig Zugriff auf den Gäste-Angriff. Der eingewechselte Paul Jegminat und Tom Steiner zündeten nach dem 8:16 (33.) eine kleine Aufholjagd. Nach Treffern von Philipp Bourtal, dem immer stärker werdenden Florian Müller und Tom Steiner keimte beim 12:17 (42.) ganz leise Hoffnung.  „Schade, dass diese Phase keine Fortsetzung fand“, bekannte Bernd Fichtner. Nach einer Auszeit nutzten die Gäste drei Eisenacher Schnitzer konsequent zum 12:20 (44.). Ein Jegminat-Ball klatschte ans Holz des Auer Kastens, Elias Bombelka versenkte den Gegenstoß zum 12:21 im Eisenacher Tor (45.). Schnelles Umschaltspiel mit ganz viel Spielfreude über die Außen prägte das Spiel der Talente aus der Erzgebirgshalle. Die Partie war entschieden. Uwe Seidel, der im zweiten Abschnitt verletzungsbedingt auf Karl-Marius Schnell verzichten musste, brachte nun nahezu alle Wechselspieler zum Einsatz. Die Gäste schraubten ihr Trefferplus durch Elias Bombelka (insgesamt 7 Tore), Maurice Thiele (8) und Nick Mehlhorn (7) noch in den zweistelligen Bereich.

 

Statistik

ThSV Eisenach : Kleinschmidt, Trapp; Müller (4), Schnell (2/1), Bourtal (4), Cech, Seidel, Reum (1), Stegner (1), Schlotzhauer, Jegminat, Gastrock-Mey, Malta, Steiner (4)

 

NSG EHV/Nickelhütte Aue : Bochmann; Bombelka (7), Mehlhorn (7), Thiele (8/3), Riedel, Kröber (1), Dutschke (1), Günther, Graefe (2), Musil (1), Beck

 

Siebenmeter : ThSV Eisenach 1/1 – NSG Aue 3/5

 

Zeitstrafen : ThSV Eisenach 3 x 2 Min. – NSG Aue 2 x 2 Min.

 

Schiedsrichter : Blanza/Hünpel

 

Zuschauer : 200

 

Th. Levknecht