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Spielerische Themen überwiegen derzeit leider nicht

Aufbruch ins Ungewisse: ThSV-Handballer kämpfen nicht nur um den Klassenerhalt, sondern auch um die Lizenz - Am Samstag kommt die SG BBM Bietigheim zum ersten Punktspiel des neuen Kalenderjahres nach Eisenach. Eine Partie, leider weiterhin ohne Zuschauer.

Ein Beitrag von Axel Lukacsek

Eisenach. Zuerst die positive Nachricht: Alle Befunde fielen bislang negativ aus. Bereits seit Monaten testet Handball-Zweitligist ThSV Eisenach alle drei Tage sämtliche 32 Mitarbeiter auf Corona. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vereinen der Liga blieben die Thüringer von unliebsamen Überraschungen bislang verschont. Aber längst bestimmt auch beim Traditionsklub das Virus den Pulsschlag. Während am Samstag die Mannschaft gegen Bietigheim aus der WM-Pause zurückkehrt, ist vor allem die Planung der neuen Spielzeit eine Gratwanderung.

 „Wir wissen nicht, wann wieder Zuschauer in die Halle dürfen oder wir Dauerkarten verkaufen können. Und welche Sponsoren wir zur Verfügung haben, steht angesichts der komplizierten wirtschaftlichen Lage auch nicht fest“, sagt Manager Rene Witte. Der Lizenzantrag für die nächste Saison muss bis zum 1. März bei der Handball Bundesliga (HBL) einen neuen Lizenzantrag stellen.

Die HBL habe aber schon signalisiert, dass man die außergewöhnliche Situation bei der Bewertung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit berücksichtigen werde. „In Pandemie-Zeiten kann man viele Dinge nur schätzen“, sagt Witte, der etwa beim Zuschauerschnitt für die neue Serie höchstens mit 1300 bis 1500 Besuchern im Schnitt statt wie bisher mit etwa 2000 kalkuliert.

Zudem hegt er die leise Hoffnung, vielleicht im April oder Mai wieder 500 Zuschauer in die Werner-Aßmann-Halle zu lassen. Die viel diskutierten Gedankenspiele, künftig nur noch geimpften Menschen den Zutritt zu gewähren, unterstützt er nicht: „Aus meiner Sicht wäre das nicht der richtige Weg.“

Auch sportlich steht die Mannschaft vor herausfordernden Monaten. 21 Pflichtspiele müssen die Zweitliga-Handballer in den kommenden 19 Wochen bestreiten. Nach 15 Begegnungen mit 13:17 Punkten und aktuell Rang zehn gibt sich Trainer Markus Murfuni betont realistisch: „Wir haben keine Angst, dürfen aber nicht blauäugig sein.  Wichtig ist, dass wir unsere Leistungen konstanter abrufen.“

Manager Witte hat die Zielsetzungen in klare Zahlen verpackt. Aus seiner Sicht kämpfen alle Vereine ab Rang sieben noch gegen den Abstieg: „28 bis 30 Punkte sollten für den Klassenerhalt reichen. Dafür brauchen wir noch mindestens 15 Punkte.“

Gleich zur Rückkehr in den Spielbetrieb wartet ein Ex-Bundesligist als Gegner. Bietigheim, in dieser Spielzeit wegen zahlreicher Corona-Fälle im Team sogar zweimal in Quarantäne, ist aufgrund von Nachholspielen schon zurück im Ligaalltag und konnte mit zwei Siegen bereits Selbstvertrauen tanken. „Wir haben noch 23 Spiele vor uns. Die wollen wir alle gewinnen, natürlich auch in Eisenach“, sagt Trainer Hannes Jon Jonsson, der einst in Eisenach auf dem Feld die Regie führte.

Die Thüringer gehen auch personell mit einigen Sorgenfalten ins Spiel. Alexander Saul wird krankheitsbedingt ebenso wohl noch fehlen wie Martin Potisk, der nach seiner Bänderverletzung auf gutem Weg zurück ist. Wenn überhaupt, reicht es für ihn gegen Bietigheim nur zu Kurzeinsätzen.

Bliebe noch die Kreisläuferposition. Hier verabschiedete sich jüngst Kristian Beciri zum Erstligisten nach Balingen. Der zuletzt als Probespieler in Eisenach weilende Samir Benghanem sei noch in der Auswahl, aber eine endgültige Lösung ist noch nicht gefunden, sagte Witte.

ThSV Eisenach – SG Bietigheim, Sonnabend, 19.30 Uhr, sportdeutschland.tv