News / 2. Handball Bundesliga

Tabellen-Vierten einen Zähler abgeknöpft

ThSV Eisenach - VfL Lübeck-Schwartau 30:30 (16:13) / Ivan Snajder markiert 8 Treffer / Daniel Hideg und Peter Walz mit Bestnoten im Angriff und in der Abwehr

Der ThSV Eisenach bestätigte seinen Aufwärtstrend, verbuchte mit einem 30:30 (16:13) gegen den Tabellen-Vierten VfL Lübeck-Schwartau seinen 18. Pluszähler und verschaffte sich mit 5 Punkten aus den letzten 4 Begegnungen etwas Luft zu den bedrohten Rängen. Ivan Snajder war mit 8 Treffern (bei 9 Versuchen) bester Eisenacher Werfer. Rückraumspieler Daniel Hideg überzeugte im Angriff (5 Tore) und im Deckungs-Innenblock. Stark in der Offensive und in der Abwehr, Kreisläufer Peter Walz.

„Schade, es hätten auch zwei Zähler sein können, wir sind dennoch froh einen Punkt geholt zu haben“, so der Tenor aus der Kabine des ThSV Eisenach. Die erste Halbzeit, mit Stabilität in der Abwehr und schnellem Tempospiel in Richtung Gästekasten, ging mit 16:13 an die Wartburgtäter. Ivan Snajder schloss konsequent ab. „Mit einer 7:2-Führung sind wir richtig gut gestartet, haben einen qualitativ starken Kontrahenten überrascht. Nach dem Seitenwechsel mussten wir unser Tempo dosieren“, konstatierte Markus Murfuni, der Coach des ThSV Eisenach.

Im zweiten Abschnitt wurde Keeper Dennis Kloppmann ein wichtiger Faktor für die Gäste. Seinen 5 Vorpausen-Paraden ließ er 9 Paraden nach dem Seitenwechsel folgen. „Er hat gezeigt, warum er seit Jahren zu den besten Torhütern der 2. Liga gehört“, zollte auch Eisenachs Manager Rene Witte dem 38-jährigen 2,10-Meter-Mann ein Kompliment. Niels Versteijnen, Mex Raguse und Jasper Bruhn (zusammen 22 Treffer!) netzten für die Ostseestädter immer wieder aus dem Rückraum ein.  Eisenachs Torwart-Routinier Blaz Voncina vermochte mit einer Fangquote von nur 22 Prozent seine zuletzt starken Leistungen nicht zu wiederholen. Die zweite Halbzeit ging mit 17:14 an den VfL Lübeck-Schwartau. „Letztendlich gaben Kleinigkeiten den Ausschlag. Die rote Karte kurz vor der Pause gegen unseren Abwehrchef Martin Waschul haben wir letztendlich gut weggesteckt“, bilanzierte Pjotr Przybecki, der Coach der Norddeutschen. Auch er sprach von einem gewonnenen Punkt. Die zweiten 30 Minuten glichen einem Handballkrimi. Die Ostseestädter glichen Eisenachs 17:13-Führung (32.) beim 22:22 (48.) – nach einem Doppelpack von Jasper Bruhn – aus. Fynn Gonschor brachte die Gäste beim 23:24 (50.) erstmals in Führung. Der in Angriff und Abwehr starke Daniel Hideg brachte mit seinem 5. Treffer zum 28:27 den ThSV Eisenach wieder in Vorhand (56.). Ein Doppelpack von Niels Versteijnen sah die Gäste beim 28:29 (57.) wieder vorn. Jannis Schneibel netzte zum Ausgleichstreffer ein. Der für die beiden Schlussminuten in den Eisenacher Kasten gekommene Andreas Fehr parierte. Peter Walz besorgte einsatzstark vom Kreis 36 Sekunden vor Ultimo das 30:29 für die Thüringer. Julius Lindskog Andersson traf praktisch mit der Sirene aus dem linken Rückraum zum Ausgleichstreffer. „Jeder hat gesehen, wir haben uns weiterentwickelt“, so Rene Witte. Dem pflichtete Piotr Przybecki bei. „Im Vergleich zum Hinspiel bot der ThSV Eisenach deutlich schnelleren Handball“, merkte der Trainer des VfL Lübeck-Schwartau an. Beide Teams waren mit einem Zähler zufrieden. Die Norddeutschen gehen mit 25:15 Punkten auf Platz 4, die Thüringer mit 18:24 Zählern auf Platz 12 in die kurze Punktspielpause aufgrund von Länderspielen. Martin Potisk (Slowakei) und Armend Alaj (Kosovo) sind auf internationalem Parkett am Ball. Eisenachs österreichische Nationalspieler Thomas Eichberger und Daniel Dicker müssen verletzungsbedingt passen.

Ante Tokic mit spektakulärem Rückhandtreffer

Die Eisenacher starteten temposcharf aus der eigenen auf Balleroberungen orientierten Abwehr mit einem starken Innenblock (zunächst Obranovic und Walz, später mit Hideg). Ivan Snajder lochte per Gegenstoß zum 4:1 ein (9.). Martin Potisk, in der ersten Viertelstunde als Spielgestalter, markierte das 7:2 (12.). Die Hausherren ließen gute Tormöglichkeiten aus. Mit Einläufern von den Außenpositionen sorgten sie für Verwirrung in der Deckung der Gäste. Der zur Kreismitte eingelaufene Willy Weyhrauch markierte das 9:5 (16.). Die Norddeutschen setzten erfolgreich auf Torgefahr aus dem Rückraum. Auf mehr als zwei Treffer (10:8, 20./ 12:10 25.) kamen sie aber nicht heran. Spektakulär der Rückhandtreffer von Ante Tokic zum 14:10 (27.). Trotz Foulspiels markierte Daniel Hideg das 15:11 (28.). Für den foulenden Martin Waschul war die Partie vorzeitig beendet. Die sicher amtierenden Referees Tobias Biehler und Fabian Dietz zückten Rot. Ivan Snajder lochte von Linksaußen zum 16:12 ein (30.).

Daniel Hideg übernimmt Verantwortung

Nach Wiederanpfiff blieb ThSV-Keeper Blaz Voncina gegen den frei vor ihm auftauchenden Carl Löfström Sieger (33.). Sein Gegenüber Dennis Klockmann antwortete mit drei Paraden binnen 100 Sekunden und sendete wichtige Signale an seine Vorderleute. Zunächst fanden sich Martin Potisk und Peter Walz zum 18:15 (34.). Immer wieder stand Riese Dennis Klockmann im Brennpunkt. Seine Vorderleute netzten aus der Distanz ein. Die Hausherren antworteten, behaupten eine knappe Führung. Martin Potisk zeichnete sich mit purer Willenskraft für das 19:17 verantwortlich (37.). Ante Tokic traf von Rechtsaußen zum 21:19 (42.).  Alexander Saul überwand Dennis Klockmann zum 22:20 (43.). Ante Tokic scheiterte frei vor Dennis Klockmann (44.). Beim 22:22 (48.) leuchte ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Nach dem 23:24 (50.) übernahm Daniel Hideg Verantwortung, markierte das 27:26 (53.). „Er kommt immer besser in chwung“, freut sich Rene Witte über den kurz vor dem Weihnachtsfest verpflichteten 24-jährigen Rückraumspieler. Der 20-jährige Jannis Schneibel fand im 38-jährigen Dennis Klockmann seinen Meister (55.), ließ sich aber nicht entmutigen, zog nach dem 28:29 (57.) erfolgreich zum 29:29 ab (58.). Rückraum-Mitte-Mann Jannis Schneibel, auch erst kurz vor dem Weihnachtfest unter die Wartburg gewechselt, dokumentierte seine Bereicherung für die Eisenacher Reihen. „In der Vergangenheit hätten wir wohl die Partie noch abgegeben. Aber selbst nach dem Rückstand haben alle an sich geglaubt“, verdeutlicht Markus Murfuni einen Aspekt des Aufwärtstrends.

Statistik

ThSV Eisenach: Voncina (8 Paraden), Fehr (ab 58., 1 Parade); Iffert (1), Volar, Wöhler, Potisk (2), Hideg (5), Tokic (4), Obranovic, Schneibel (3), Walz (3), Snajder (8/3), Weyhrauch (3), Saul (1)

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (14 Paraden), Conrad (bei 1 Siebenmeter / 0 Paraden); Potratz, Gonschor (1), Raguse (7), Lindskog Andersson (3/1), Hansen (1), Löfström (2), Waschul, Versteijnen (8), Schrader, Kretschmer (1), Hagen, Bruhn (7)

Zeitstrafen

ThSV Eisenach: 2 Min. (Hideg)

VfL Lübeck-Schwartau: 2 Min. (Waschul), Rot: Martin Waschul (28.)

Siebenmeter

ThSV Eisenach: 3/3 (Snajder verwandelt 2x gegen Klockmann und 1x gegen Conrad)

VfL Lübeck-Schwartau: 1/1 (Lindskog Andersson verwandelt 1x gegen Voncina)

Schiedsrichter: Tobias Biehler/ Fabian Dietz

Zuschauer: keine

Beste Spieler

ThSV Eisenach: Hideg, Walz, Snajder

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Raguse, Versteijnen

                                                                                                                                           

Th. Levknecht