News / Mannschaften

ThSV Eisenach mit stimmungsaufhellenden Übungen

Nicht nur für seine Nachwuchstalente, sondern auch für jedermann

Wir alle stehen vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte, der Bewältigung der Corona-Pandemie. Der Vereinssport ruht seit einigen Wochen. Verwaist sind Sportplätze und Hallen. „Auch in dieser schweren Zeit halten wir die Verbindung zu unseren Kindern und Jugendlichen. Ihnen und den Eltern wollen wir Hilfen an die Hand geben, um den derzeitigen Alltag zu meistern“, betont ThSV-Vorstandsmitglied Alexander Nöthe im Namen aller Vorstandskollegen. Der ThSV Eisenach sieht sich, so sein Präsident Shpetim Alaj, in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung, „Eine herausfordernde und völlig neue Situation ist entstanden. Familien sind 24 Stunden, 7 Tage die Woche, teils ohne große Ablenkung zusammen in der Wohnung, da kann es durchaus zu zwischenmenschlichen Spannungen kommen“, erläutert Alexander Nöthe. „Der ThSV Eisenach verrichtet auch in der aktuellen Lage präventive Sozialarbeit“, so Shpetim Alaj. Man wolle sich keineswegs auf den Profisport fixieren. „Ganz im Gegenteil“, unterstreicht der stets sozial engagierte ThSV-Präsident. „In Zeiten wie diesen tun wir gut daran, uns neben dem kommerzialisierten Profisport, auch um unsere Kinder und Jugendlichen im Breitensport oder im Leistungsbereich zu kümmern, denn diese bilden die Grundlage und Basis für eine stabile Zukunft in all unseren Sportarten, das kommt mir in der Gesamtbetrachtung der Corona-Debatte das ein oder andere Mal zu kurz“, ergänzt Alexander Nöthe.

Über die modernen Kanäle (WhatsApp, YouTube, Facebook-Seite des ThSV Eisenach) versendet Alexander Nöthe, nicht nur ThSV-Vorstands-Mitglied, sondern vor allem DOSB Athletiktrainer und Physiotherapeut des Vereins und der slowakischen Handball-Nationalmannschaft, per Video Vorlagen für sportliche Übungen, die jedermann nutzen kann. "Großer Dank geht an Andreas Zettl für dessen großes ehrenamtliches Engagenent bei der Produktion der verschiedenen Videos", betont Alexander Nöthe. „Ziel ist es, trotz des fehlenden Trainingsbetriebes, Koordinations-, Kräftigungs- und Geschicklichkeitsübungen mit einfachsten Mitteln im heimischen Wohnbereich durchzuführen. Die Aufgaben leisten nicht nur einen positiven physischen Beitrag zur körperlichen Fitness, sondern bringen ebenfalls Struktur und psychische Abwechslung in den eher faden Alltag. Der Serotonin und Dopaminspiegel im Körper steigt, somit fühlen wir uns ruhiger, ausgeglichener und schlichtweg besser gelaunt.“ erläutert der Athletiktrainer. ( Der Neurotransmitter Serotonin gilt als zentraler Stimmungsmacher und beeinflusst unter anderem Appetit und das psychische Wohlbefinden.)

Challenge mit dem Wasserkasten

Wie viele Prellanschläge mit dem Ball binnen 60 Sekunden, wie viele Seilsprünge binnen 60 Sekunden gehören unter anderem. zu den Aufgaben, die per Videovorführung erklärt werden. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Ganzkörperworkouts und Trainingstipps für die freie Natur, insbesondere für die älteren Jugendjahrgänge geeignet. An drei Tagen in der Woche versendet Alexander Nöthe jeweils neue Aufgaben. „Die Challenge mit dem Wasserkasten steht unmittelbar nach dem Osterfest an, denn beim Training und der körperlichen Fitness ist mit genug Kreativität auch in diesen Zeiten viel möglich“, gibt Nöthe augenzwinkernd zu verstehen. Die Ergebnisse werden dem jeweiligen Trainer gemeldet. Bei Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes werden diese überprüft. Die Besten der jeweiligen Teildisziplinen erhalten eine separate Ehrung im Rahmen eines Zweitbundesliga-Heimspieles.

Kreativität der ThSV-Talente

„Ich absolviere die Übungsprogramme in meinem Zimmer, starte zu zwei Waldläufen über 7 bis 10 Kilometer und bestreite an einem Tag im Garten mit dem Hand- oder Fußball koordinative Übungen mit dem Ball“, berichtet Philipp Bourtal, Kreisläufer und Kapitän der ThSV-B-Jugend. Sein Teamkollege Tizian Reum, in Breitungen wohnender Rückraumspieler, nutzt Waldwege in der Umgebung zu Läufen und Radfahren. „Stabilitätsübungen mache ich im Freien. Wir haben eine große Treppe im Ort, die eignet sich bestens zu verschiedenen Übungen“, erläutert der sich gerade in einer Ausbildung zum Physiotherapeuten befindliche Tizian Reum. Diese Ausbildung sei durch die Corona-Pandemie leider auch unterbrochen. Torhüter Louis Kleinschmidt, in Oberdorla (Unstrut-Hainich-Kreis) beheimatet, hat sich ein kleines Trainingsgelände mit einer Matte im Garten hinter dem Haus geschaffen. „Mehrere Waldläufe je Woche stehen auch bei mir auf dem Programm!“, lässt der Schüler der Wartbugschule in Eisenach wissen. Die Schule versorgt ihn mit Aufgaben aus dem Lehrplan. A-Jugend-Kreisläufer Jannis Förster profitiert im heimischen Unkeroda (Ortsteil von Gerstungen, Wartburgkreis) von einem eigenen kleinen Fitness-Studio, startet aber ebenso zu Waldläufen in der Umgebung. Gleichzeitig bereitet er sich auf die Abiturprüfungen im Elisabeth-Gymnasium vor, deren Termin aber noch offen ist.

Alle ThSV-Talente hoffen, sich bald wieder zum Mannschafts-Trainingsbetrieb treffen zu können.

Th. Levknecht