News / 2. Handball Bundesliga

ThSV Eisenach weiter im Aufwind

Wartburgstädter trennen sich vom VfL Lübeck-Schwartau mit 30:30 (16:13)

Am 22. Spieltag der Saison 2020/2021 bestätigte der ThSV Eisenach seinen Aufwärtstrend, knöpfte dem Tabellenvierten VfL Lübeck-Schwartau beim 30:30 (16:13) einen Zähler ab. Über weite Strecken sah es sogar nach einem Sieg der Wartburgstädter aus. Bei den Gästen lief nach dem Seitenwechsel Keeper Dennis Klockmann mal wieder zu großer Form auf (parierte 14 Bälle) und hatte die Hauptaktie am Punktgewinn seines Teams. Die Wartburgstädter holten aus den letzten vier Spielen fünf Punkte und konnten sich damit im Abstiegskampf ein kleines Pölsterchen verschaffen. „Schade. Es war mehr möglich. Letztendlich sind wir aber froh, gegen ein Spitzenteam der Liga einen Zähler geholt zu haben“, so laut ThSV-Coach Markus Murfuni die Stimmung in der Eisenacher Kabine. Piotr Przybecki war der Auffassung, die Waage hätte durchaus in die eine oder andere Richtung ausschlagen können. „Letztendlich gaben nur Kleinigkeiten den Ausschlag“, so der Coach des VfL Lübeck-Schwartau.

Mit Keeper Thomas Eichberger (Bandscheibenvorfall) und Rückraumspieler Daniel Dicker (Sprunggelenk) fehlten den Wartburgstädtern ihre beiden österreichischen Nationalspieler. Im Aufgebot des ThSV Eisenach stand auch Armend Alaj nicht, der mit Zustimmung der Verantwortlichen am Vorabend zur Nationalmannschaft des Kosovo aufbrach, die am Mittwoch und Sonntag zwei EM-Qualifikationsspiele gegen Rumänien (in Pristina und in Bukarest) bestreitet. Daniel Hideg bot auf der linken Rückraumposition, wo sonst Daniel Dicker überwiegend zuhause ist, eine starke Leistung (fünf Tore), überzeugte ebenso im Abwehrblock. Martin Potisk brach noch am Abend zur slowakischen Nationalmannschaft auf.

Abwehrstabilität und schnelles Tempogegenstoßspiel hieß das Motto der Eisenacher im ersten Abschnitt. Der Deckungs-Innenblock mit Andrej Obranovic und Peter Walz riegelte ab. Blitzschnell wurde nach Balleroberung auf Angriff umgeschaltet. Ivan Snajder schloss zum 4:1 (9.) ab. Martin Potisk, die erste Viertelstunde auf der Regieposition, netzte zum 7:2 (11.) ein. Die Eisenacher ließen einige gute Torchancen ungenutzt verstreichen. Bei den Gästen war es vor Allem Niels Versteijnen, der aus dem Rückraum vollendete. Im Positionsangriff setzten die Eisenacher auf Einläufer von den Außenpositionen, so wie beim 9:5 durch Willy Weyhrauch (16.). Mit der Einwechslung von Jannis Schneibel bekam das Angriffsspiel der Wartburgstädter einen neuen Farbtupfer. Mit Distanzwürfen blieben die Ostseestädter auf Tuchfühlung. Spektakulär, der Rückhandtreffer von Ante Tokic zum 14:10 (27.). Wenig später wurde Daniel Hideg rüde von den Beinen geholt. Für den Sünder Martin Waschul war die Partie vorzeitig beendet (Rot, 28.). Jannis Schneibel und Ivan Snajder (mit seinem sechsten Tor) erhöhten für ihre Farben auf 16:12 (30.). Julius Lindskog Andersson besorgte per Siebenmeter den Halbzeitstand (16:13).

Nach Wiederanpfiff setzte Dennis Klockmann, der Keeper der Ostseestädter, die Akzente. Er parierte in Serie, sendete damit wichtige Signale an seine Mannschaftskameraden, verunsicherte zugleich Eisenachs Werfer. Ein offener Schlagabtausch war angesagt, die Gäste netzten nach dem 17:13 (32.) beim 18:17 (36.) zum Anschlusstreffer ein. Immer wieder stand Dennis Klockmann im Brennpunkt. Sollte er mal wieder der entscheidende Mann seines Teams werden? Jasper Bruhn traf im Doppelpack zum 22:22 (48.). Ivan Snajder brachte die Hausherren wieder mit 23:22 in Führung (49.). Beim 23:24 (50.) durch Fynn Gonschor lagen die Gäste erstmals vorn, beim 25:24 (52.) durch Daniel Hideg führten die Thüringer wieder. Beim Stand von 27:26, nach zwei Treffern von Daniel Hideg, brachte der freie Jannis Schneibel das Leder nicht an Dennis Klockmann vorbei (55.). Ein Herzschlagfinale war angesagt. Eingangs der Schlussminute besorgte Peter Walz das 30:29 für die Hausherren. Julius Lindskog Andersson glich unmittelbar vor der Sirene zum 30:30-Endstand aus.

Statistik

ThSV Eisenach: Voncina (8 Paraden), Fehr (ab 58., 1 Parade); Iffert (1), Volar, Wöhler, Potisk (2), Hideg (5), Tokic (4), Obranovic, Schneibel (3), Walz (3), Snajder (8/3), Weyhrauch (3), Saul (1)

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (14 Paraden), Conrad (bei 1 Siebenmeter / 0 Paraden); Potratz, Gonschor (1), Raguse (7), Lindskog Andersson (3/1), Hansen (1), Löfström (2), Waschul, Versteijnen (8), Schrader, Kretschmer (1), Hagen, Bruhn (7)

 

Zeitstrafen

ThSV Eisenach: 2 Min. (Hideg)

VfL Lübeck-Schwartau: 2 Min. (Waschul), Rot: Martin Waschul (28.)

 

Siebenmeter

ThSV Eisenach: 3/3 (Snajder verwandelt 2x gegen Klockmann und 1x gegen Conrad)

VfL Lübeck-Schwartau: 1/1 (Lindskog Andersson verwandelt 1x gegen Voncina)

 

Schiedsrichter: Tobias Biehler/ Fabian Dietz

Zuschauer: keine

 

Beste Spieler

ThSV Eisenach: Hideg, Walz, Snajder

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Raguse, Versteijnen

 

Th. Levknecht