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ThSV II: Sieg einer Mannschaft über Individualisten

ThSV Eisenach II entführt nach turbulenter Schlussphase mit einem 26:24 (15:15) -Erfolg beide Zähler aus der Suhler Wolfsgrube

Damit hatten nur wenige gerechnet. Eine Woche nach dem Punktverlust beim Heim-Remis gegen den SV T & C Behringen/Sonneborn bejubelte der ThSV Eisenach II einen 26:24 (15:15) -Erfolg bei der SG Suhl/Goldlauter. „Das war der Sieg einer Mannschaft über Individualisten“, fasste Kapitän Qendrim Alaj die 60 Minuten in der Suhler Wolfsgrube zusammen. „Die wenigen erfahrenen und die vielen jungen Spieler unter 20 Jahren bildeten eine Einheit. Jeder stellte sich in den Dienst der Mannschaft und leistete seinen Beitrag“, erklärte Torhüter Andrea Fehr, mit 30 Jahren der „Senior“ im gesamten Aufgebot. Der breite Kader mit 14 Feldspielern und zwei Torhütern habe sich auch ausgezahlt. „Wir konnten dadurch die Abwehr der Hausherren immer wieder vor neue Aufgaben stellen“, berichtete Andreas Fehr. „Alle waren vom Siegeswillen beseelt. Auch die Wechselspieler auf der Bank waren stets emotional dabei“, hebt John Martin, der zweite Eisenacher Torhüter, hervor.  Dem im Sommer neuformierten Team der SG Suhl/Goldlauter um Trainer Thomas Ziegler fehlte es noch an Geschlossenheit.

Turbulent ging es in den letzten Minuten zu. Die Eisenacher lagen im zweiten Abschnitt ständig knapp vorn. „Auch, weil John Martin drei wichtige Bälle entschärfte“, lobte Andreas Fehr seinen Torhüterkollegen. Er selbst habe nach dem Seitenwechsel kaum einen Ball zu fassen bekommen und daher das ThSV-Gehäuse geräumt. Nach dem 21:23 (52.), durch den starken Kreisläufer Patrik Cuturic (7 Treffer), bliesen die überwiegend mit ausländischen Akteuren besetzten Gastgeber zur Schlussoffensive, begünstig durch zwei technische Fehler des ThSV Eisenach II. Mit einem 3:0-Tore-Lauf durch Treffer von Daniel Biskup, in Unterzahl durch Nenad Mirkovic sowie Maciej Sieczka lag die SG Suhl/Goldlauter Anfang der 56. Minute mit 24:23 vorn. Kurz darauf war für Suhls Marko Greganic die Partie vorzeitig beendet (Rot). „Wir ließen uns nicht aus der Erfolgsspur bringen“, resümierte der Eisenaches Coach Dejan Leskovcek.  Qendrim Alaj und Patrik Cuturic netzten zum 24:25 ein (59.). Dejan Leskovcek griff 44 Sekunden vor Ultimo zur grünen Karte. Bei einer Abwehraktion gegen Qendrim Alaj sahen die Unparteiischen keinen Regelverstoß. Der Eisenacher Kapitän soll den Ball nicht schnell genug an den Ex-Eisenacher Max-Florian Köthe freigegeben haben.  Die Referees zückten Rot für Qendrim Alaj und entschieden auf Siebenmeter für die Hausherren. Andreas Fehr kam zurück ins ThSV-Gehäuse. Michael Frank, ein weiterer ehemaliger Eisenacher, griff sich das Leder und schmetterte es – sehr zur Freude der Eisenacher – 22 Sekunden vor Ultimo an den Pfosten. Dem jungen Bastian Kemmler gelang 9 Sekunden vor der Sirene gar noch der Treffer zum 24:26, überschäumender Jubel in den Eisenacher Reihen, auf dem Parkett und der kleinen Gruppe mitgereister Fans unter den insgesamt 150 Zuschauern (alle ohne Mund- und Nasenschutz in der Halle!) auslösend.

 

Erfolgreicher Griff in die Taktikkiste

Der ThSV Eisenach II, mit Ardit Ukaj auf Links- und Jonas Hennig auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Qendrim Alaj und Bastian Kemmler im Rückraum, Patrik Cuturic am Kreis und Andreas Fehr im Tor beginnend, sah sich bis zur 24. Minute stets mit ein oder zwei Treffern im Rückstand. Dejan Leskovcek sah Handlungsbedarf, in personeller und taktischer Hinsicht. Er brachte bei Ballbesitz für den Torhüter einen zusätzlichen Feldspieler, operierte mit zwei Kreisläufern gleichzeitig (Patrik Cuturic und Youngster Philipp Bourtal). Die Hausherren waren sichtlich überrascht. Beim 12:13 (27.) netzte Qendrim Alaj zur erstmaligen Eisenacher Führung ein. Nenad Mirkovic, der Top-Torjäger der Liga, traf drei Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit zum 15:15-Ausgleich.

Fortwährende Eisenacher Führungen bis in die Schlussphase

„Wir waren keineswegs fehlerfrei, behielten aber stets den Kopf oben“, benannte John Martin einen Vorteil seines Teams. „Wir blieben zumeist ruhig und sachlich“, resümierte Qendrim Alaj. Die Außen Jonas Hennig (zum 17:19, 37.)) und Ardit Ukaj (18:20, 41.) lochten zu 2-Tore-Führungen ein. Erst im Schlussgang wurde es dramatisch, wackelte der Sieg des ThSV Eisenach II. Die Punkte nahm das junge Team von der Wartburg aber mit. „In der Suhler Wolfsgrube gewinnt man nicht alle Tage“, betonte schmunzelnd Qendrim Alaj.

Nächsten Sonntag kommt der VfB Mühlhausen in die Aßmannhalle

Nächsten Sonntag wartet eine überaus reizvolle Aufgabe in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle. Der VfB Mühlhausen ist zu Gast. Anwurf wurde auf 17.00 Uhr verlegt.  

Stastistik

 

SG Suhl/Goldlauter : Pala, Eskic; Sieczka (4), Greganic, Parmer (1), Frank (3/2), Mirkovic (5), Zahirovic, Matijasic (1), Sadewasser (2), Cetnik (2), Köthe (2), Prunner, Biskup (6)

 

ThSV Eisenach II : Fehr, Martin; Gastrock-Mey (2), Brenner (2), Bourtal, Cuturic (7), Meyer, Reum, Kemmler (2), Schlotzhauer, Ukaj (5), Hennig (3), Warlich, Q. Alaj (5/2)

Siebenmeter : SG Suhl/Goldlauter 2/4 – ThSV II 2/4

Zeitstrafen :

SG Suhl/Goldlauter 12 Min., Disqualifikation (o.B.) Greganic (56.)

ThSV II 4 Min., Disqualifikation (o.B.) Q. Alaj (60.)

Schiedsrichter : Meisel/Schwertz 

Zuschauer : 150

Th. Levknecht