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ThSV II unterliegt beim Torfestival

Thüringenliga Männer: Sonneberger HV – ThSV Eisenach II 42:34 (20:12)

Der Sonneberger HV, Tabellenführer in der Handball-Thüringenliga der Männer, hatte zuletzt Federn lassen müssen. Der SV Hermsdorf war nach Minuszählern gleich gezogen. Im Heimspiel gegen die jungen Dachse des ThSV Eisenach II war für die Spielzeugstädter ein Sieg Pflicht, um auf Meisterkurs zu bleiben. Die Eisenacher versprachen im Vorfeld, beim Favoriten mutig aufzutreten. Das taten sie auch, markierten immerhin 34 Tore in der Sporthalle „Berufsbildendes Zentrum“ in Sonneberg. Sie kassierten allerdings auch 42. Der überwiegend mit ausländischen Akteuren besetzte routinierte Titelfavorit, der sich in der Winterpause noch einmal verstärkt hatte, in der Vorwoche zusätzlich mit Justin Spörke einen Ausleihspieler von Erstbundesligist HC Erlangen an Land zog, blieb in einem Torfestival mit einem 42:34 (20:12)-Erfolg auf Titelkurs.„Kommt Manuels Torfabrik wieder auf Touren“, hatte sich das Sonneberger Lager vorab gefragt. Ja, die Torfabrik um Kapitän Marius Bondar (9 Treffer gegen den ThSV II) sowie die Konterspezialisten Anatoli Bulov (5) und Marius Constantin Ignat (9) kam auf Touren. Erfolgreichster Werfer der Partie insgesamt war allerdings Renato Pauli vom ThSV Eisenach II, der immerhin 11 Bälle dem Titelfavoriten ins Netz legte.

Zwei sonstige Leistungsträger waren im Zweitligateam am Ball

Die Erfolgsaussichten des ThSV Eisenach II waren vor der Abfahrt nach Südthüringen gesunken. Der Focus beim ThSV Eisenach richtet sich natürlich auf das Zweitbundesligateam, das zur gleichen Zeit den TSV Bayer Dormagen empfing und mit einem 28:24 (13:9)-Sieg  zwei wichtige Punkte einfuhr. Da hier Rechtsaußen Ante Tokic verletzt passen musste, rückte Armend Alaj, der beste Werfer des Eisenacher Thüringenligateams, in das Zweitbundesligaaufgebot. ThSV-Cheftrainer Sead Hasanefendic war zuletzt mit seinen Torhütern unzufrieden, berief den 20-jährigen hochtalentierten Marius Noack ebenfalls für Samstagabend in sein Team. Da Andreas Fehr „planmäßig“ fehlte, reiste der ThSV Eisenach II nur mit einem Torhüter, mit John Martin, zum Spitzenreiter. Auch Linksaußen Ardit Ukaj stand nicht zur Verfügung. Die körperlich unterlegenen Eisenacher verkauften sich dennoch recht gut, auch wenn es für die durchweg kleinen Feldspieler  gegen die ukrainischen 2-Meter-Schränke im Sonneberger Deckungs-Innenblock oft „dunkel“ wurde. „In dieser Besetzung boten wir eine solide Leistung. Alle haben gekämpft, spielerische Lösungen gesucht, sich nicht unterkriegen lassen. Wir werfen beim Tabellenführer 34 Tore, das ist positiv zu vermerken. Die Anzahl der Gegentore ist ein deutlicher Beleg für unsere Schwäche in der Abwehr. Mit voller Kapelle wäre vielleicht was möglich gewesen“, resümierte Qendrim Alaj, der Kapitän des ThSV Eisenach II.

Spielzeugstädter mit Feuerwehrstart zum 9:2 nach knapp 8 Minuten

„Gegen die Gegenüber mit Gardemaßen brauchten wir Zeit, um ins Spiel zu finden“, rekapitulierte ThSV-Coach Michael Stegner-Guillaume. Rasch stand es durch die wuchtigen Hausherren 9:2 (8.) und Noah Streckhardt kassierte die erste von drei Zeitstrafen, die in der Summe dessen vorzeitigem Aus nach 41 Minuten bedeutete. Die rasche 7-Tore-Führung war zugleich die eindeutige Weichenstellung.  „Wir hatten insbesondere bei Würfen von Außen Pech. Wir variierten dann unsere Deckung zwischen 5:1- und 3:2:1-Varianten, wollten im Angriff gegen robusten Hausherren unsere Schnelligkeitsvorteile nutzen. Das ist phasenweise ganz gut gelungen“, bilanzierte Michael Stegner-Guillaume. Er sah hernach „gute spielerische Lösungen“. Beim 10. Eisenacher Treffer durch Renato Pauli (15:10, 23.Min.) hatten die Gäste bis auf 5 Treffer verkürzt. Die Dominanz der Sonneberger blieb freilich. Sie brannten, ihr individuellen und körperlichen Vorteile nutzend, ein Angriffsfeuerwerk ab. Beim Stand von 20:12 wurden die Seiten gewechselt.

Eisenachs Greenhörner sammeln wichtige Erfahrungen

Kurz nach Wiederbeginn traf Roman Honcharov zu Sonnebergs 10-Tore-Führung (25:15, 37.). Überrollen ließen sich die Eisenacher jedoch nicht, suchten munter und mutig ihre Torchance, ließen den Rückstand nicht anwachsen. Keeper John Martin wehrte drei Siebenmeter ab, doch die Abpraller landeten wieder in den Sonneberger Reihen. Michael Stegner-Guillaume schickte seine komplette Jugendbrigade mit den 18- und 19-jährigen Greenhörnern Bastian Kemmler, Jonas Hennig, Janis Förster, Julius Brenner und Adrian Warlich auf das Parkett. Als „wichtigen Lernprozess für die eigenen Talente“,  bezeichnete das Michael Stegner-Guillaume. Die Youngster beteiligten sich ebenfalls am Torfestival, steckten auch nach dem 36:24 (52.) den Kopf nicht in den Sand. Hussin Maghames, Bastian Kemmler, Adrian Warlich und Julus Brenner sorgten in der Schlussphase mit ihren Treffern dafür, dass die Niederlage im einstelligen Bereich ausfiel. „Unter den gegebenen Bedingungen haben wir uns ganz gut verkauft“, befand Michal Stegner-Guillaume, der ohne Mannschaftsleiter oder Betreuer in Sonneberg auf der ThSV-Bank saß.  

Statistik

Sonneberger HV : Piesca; Ostymenko (1), Bursuc (3), Müller, Bondar (9/4), Kimogorodskyy (3), Dietrich, Spörke (5), Ro.Honcharov (4), Ignat (9), Bulov (5), Ru. Honcharov (3)

ThSV Eisenach II : Martin; Brenner (2), Pauli (11), Urbach (3/1), Meyer (1), Kemmler (3), Manys (5), Schunke (1), Hennig, Warlich (3), Streckhardt, Q. Alaj (2/1), Förster (1), Maghames (2)

Siebenmeter : Sonneberger HV 4/7 – ThSV Eisenach II 2/4

Zeitstrafen : Sonneberger HV 14 Min. – ThSV II 12 Min., Rot Streckhardt n. 3. ZS (41.)

Schiedsrichter : Klich/Schmid

 

Th. Levknecht