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Thüringer Handballverband bastelt an der neuen Saison: Flexibilität ist alles

Organisatorische Weichenstellung - Thüringenliga-Staffeln werden neu eingeteilt

Eine Betrachtung von Sebastian Fernschild und Mike ElAntaki

Ihre Hausaufgaben haben die Verantwortlichen des Thüringer Handballverbandes (THV) schnell erledigt. Nachdem vor einigen Tagen der Vorschlag zur zweigleisigen Thüringenliga ans Licht kam, gehen Martin Tews (Vorsitzender Technische Kommission) und seine THV-Kollegen den nächsten Schritt und haben die Einteilungen sowie Spielmodi vorgenommen.

In der Thüringenliga erfolgte die Einteilung auf Basis der Ergebnisse der vergangenen drei Jahre. Aber so hätten die Derbys nicht gewährleistet werden können, was viele Vereine monierten. Deshalb hat Tews seinen Aufteilungsschlüssel noch einmal verfeinert.

Demzufolge werden die Staffeln in Ost und West eingeteilt, wobei die Dreijahreswertung mit einfließt. Aus der Tabelle jeder Region werden die Plätze 1, 3 und 5 in die Staffel 1 sowie 2, 4 und 6 in die Staffel II gesetzt. So sollen zwei gleichstarke Staffeln entstehen. Dies ergibt aktuell in Staffel I: VfB TM Mühlhausen, SV Hermsdorf, HSG Werratal 05, ThSV Eisenach II, LSV Ziegelheim und SG Motor Arnstadt/Plaue. In der Staffel II spielen HSV Ronneburg, SG Suhl, Behringen/Sonneborn, SV Goldbach/Hochheim und Aufbau Altenburg. Insgesamt sollen bis zu acht Mannschaften in der Thüringenliga pro Staffel spielen. Die noch offenen vier Plätze könnten von aufstiegswilligen Landesligisten oder freiwilligen Oberliga-Absteigern besetzt werden.

Nach bisherigen Informationen zeigt aus der Landesliga die HSG Saalfeld/Könitz Interesse am Aufstieg. Die SG Schnellmannshausen, Staffelsieger 2018/19 und Spitzenreiter der Abbruchsaison 2019/20, hat ihre Meldung für die Landesliga eingereicht, doch Vereinschef Pascal Luhn wollte mit den Teamkollegen noch einmal das Thema Thüringenliga diskutieren. Schließlich wird die Mannschaft personell unverändert in die Nach-Coronazeit starten. Bis Samstag (Meldeschluss) musste sich die SGS positionieren.

Bei den Vereinen stößt die Aufteilung auf unterschiedliche Meinungen. Motor Arnstadt Handball-Chef Hendrik Möller findet die Staffeln ausgewogen und nicht uninteressant. „Für uns wäre es so oder so auf eine schwere Staffel hinausgelaufen. Wir sind und bleiben großer Außenseiter.“ Kritisch sieht es hingegen Florian Schneegaß, Vereinsvorsitzender und Torhüter von Blau-Weiß Goldbach/Hochheim. „Wirklich prickelnd ist das nicht. Man hätte es einfach nach den Regionen einteilen sollen. Da ohnehin eine Finalrunde geplant ist, setzt sich am Ende sowieso der Beste durch“, sagt Schneegaß. Er kündigte an, sich mit anderen Vereinen auszutauschen und eventuell beim Verband nachzuhaken. Qendrim Alaj, der Kapitän des ThSV Eisenach II, würde sich schon freuen, überhaupt einmal wieder gemeinsam trainieren und spielen zu können. „Die Handball-Abstinenz zehrt mächtig“, so der Spielgestalter. Die vorgelegten Pläne sieht er mit gemischten Gefühlen. Nach jetzigem Stand bleiben zwar die Duelle gegen Mühlhausen und Werratal, doch ob die gegen Behringen und Goldbach stattfinden, kann niemand garantieren. „Zuschauerträchtige Derbys sind das Salz in der Suppe, sorgen für Stimmung auf den Rängen, füllen die Vereinskassen“, argumentiert der Kapitän des ThSV Eisenach II. Dass nicht territorial begrenzt wurde, findet er aber gut. Die Variante mit Play-off-Spielen sieht er kritisch, „wenn dann arbeits- oder verletzungsbedingt Stammkräfte fehlen, wird eine gute Saison letztlich ad absurdum geführt“.

In beiden Thüringenliga-Staffeln soll es zunächst eine Vor- und Rückrunde mit jeweils fünf, sechs oder sieben Spielen geben. Für die Saisonfortsetzung hat Tews drei Varianten entworfen. Die favorisierte sieht vor, dass anschließend alle Teams in Hin- und Rückspiel auf die Mannschaften der anderen Staffel treffen. Das würde eine komplette Serie ergeben, in der jeder zweimal gegen jeden Ligarivalen gespielt hätte. Die anderen Konzepte greifen bei erneuten Unterbrechungen. Bei Modus zwei würden im zweiten Saisonteil Meister- und Abstiegsrunden folgen, die gekürzt werden können, während bei Variante drei die Rückrunde entfällt und gleich Platzierungsspiele folgen.

Angepeilter Punktspielauftakt ist das Wochenende 25./26. September. „Kann der Saisonstart nicht gehalten werden, verschiebt sich der 1. Spieltag nach hinten. Diese Verschiebung kann bis zum vierten Spieltag der Vorrunde erfolgen. Ist bis dahin immer noch kein Saisonstart möglich, wird die Vorrunde verworfen und es geht mit der Rückrunde los. Somit sind wir im Saisoneinstieg bis in den Februar 2022 hinein flexibel. Natürlich sind wir aber in der Hoffnung, dass es soweit nicht kommt“, sagt Tews, der auch in allen anderen Ligen und im Nachwuchs ähnliche anpassungsfähige Lösungen gefunden hat.