News / 2. Handball Bundesliga

Unerwartete Heimpleite gegen den VfL Lübeck-Schwartau

Unser Manager Rene Witte nach der 28:31 (14:18)-Heimniederlage: „Ich bin maximal enttäuscht. Die nackten Zahlen sagen, wir stehen nach 2:8 Punkten im Abstiegskampf. Das muss jeder begreifen. Ich dachte, wir wären ein Stück weiter."

Im Aufeinandertreffen von zwei Teams, die nach 4 Spieltagen 2:6 Punkte vorzuweisen hatten, kassierte der ThSV Eisenach eine unerwartete 28:31 (14:18) -Heimniederlage gegen den VfL Lübeck-Schwartau. „Für unsere guten Vorbereitungsspiele können wir uns nichts kaufen. Nach dem Auftaktsieg in Bietigheim haben wir gewisse Dinge vermissen lassen“, erklärte Eisenachs Trainer Markus Murfuni. Auch für die über weite Strecken gute Leistung im DHB-Pokal-Spiel drei Tage zuvor gegen Erstligist HSG Wetzlar gibt es keinen Bonuspunkt.

"Das war ein Muss-Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollten."

„Ich bin maximal enttäuscht. Die nackten Zahlen sagen, wir stehen nach 2:8 Punkten im Abstiegskampf. Das muss jeder begreifen. Ich dachte, wir wären ein Stück weiter“, fasste sich ein sichtlich angefressener Eisenacher Manager Rene Witte kurz.  Seine Mannschaft gab nach einer 8:6-Führung (14.) das Spiel völlig aus der Hand, sah sich kurz nach dem Seitenwechsel mit 15:22 in Rückstand (35.).  Die knapp 1.000 Zuschauer, die Treuesten der Treuen, feuerten ihr Team unaufhörlich an. „Mit dieser Unterstützung starteten wir eine Aufholjagd“, rekapitulierte Eisenachs Rückraumspieler Malte Donker. Doch nach dem 23:29 (53.) war die Zeit zu gering, um die drohende Niederlage abzuwenden.  Beim Stand von 27:29 (59.), Fynn Hangstein hatte vom Siebenmeterstrich verwandelt, machte Niels Versteijnen mit seinem Treffer zum 27:30 (60.) den Deckel endgültig drauf. „Das war ein Muss-Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollten. Das flüssige Spiel der Gäste im ersten Abschnitt konnten wir nicht unterbinden, waren oft einen Schritt zu spät. Nach dem Seitenwechsel haben wir einiges probiert, um auf Tuchfühlung zu kommen. Wir haben im Oktober nach 4 Spiele, in denen wir den Punktstand korrigieren können. Dass es die Mannschaft kann, das weiß ich“, so Markus Murfuni. 

Oldie Jan Schult dankt für Eisenacher Wohlfühloase

„Na klar, nach zwei Heimniederlagen haben wir auf diese Auswärtspunkte gehofft und uns entsprechend intensiv vorbereitet. Unsere kompakte Abwehr legte den Grundstein“, bilanzierte Piotr Przybecki, der Coach des VfL Lübeck-Schwartau, dessen Team aufgrund eines Staus auf der Autobahn über Umwege und dadurch erst 45 Minuten vor dem Anpfiff in der Werner-Aßmann-Halle eintraf. Die Ostseestädter schienen die richtigen Lehren aus ihrer 31:35-Pokalniederlage Ende August gegen die Thüringer gezogen zu haben. „Wir wussten, es wird eine ganz schwere Aufgabe. Wir wussten aber auch, woran wir rückblickend arbeiten mussten, um Punkte zu holen. Das ist uns bestens gelungen“, resümierte ein aufgekratzter Markus Hansen aus der starken Rückraumreihe des Siegers. Die präzisen und scharfen Würfe von Neuzugang Matej Klima (6 Treffer bei 6 Würfen) und Jasper Brun (4) aus der Distanz ließen immer wieder das Eisenacher Netz zappeln. Mann des Abends bei den Gästen war aber Oldie Jan Schult. Der 36-Jährige überzeugte im Angriff (an der Kreismitte!) und in der Abwehr. Eisenachs Defensive sorgte freilich für dessen „Wohlfühloase“. Bernd Fichtner, Eisenachs einstiger Klasse-Rechtsaußen und auch Kreisspieler, hatte einen „ganz schlechten Mittelblock“ ausgemacht. „Auch heute noch werden Spiele in der Deckung gewonnen und verloren. Wir haben das heutige ganz klar in der Deckung verloren“, konstatierte der ehrenamtlich im Vereinsvorstand des ThSV Eisenach arbeitende Bernd Fichtner.

Dem stimmte auch Peter Walz zu. „Wir bekamen einfach keinen Zugriff, 31 Gegentore in einem Heimspiel, davon 18 vor der Pause, sind deutlich zu viel“, erklärte der Kapitän der Wartburgstädter. Die ausgegebene Taktik sah vor, den starken Rückraum der Norddeutschen nicht ungehindert zum Wurf kommen zu lassen. Das gelang nicht. Und die Ballpassagen zum Kreis, zu Jan Schult, konnten auch nicht unterbunden werden. „Wir ließen durch unsere Abwehrarbeit unseren Torhüter im Stich“, ergänzte Eisenachs Malte Donker. Keeper Johannes Jepsen, der selbst ins gegnerische Gehäuse traf, vermochte nicht so zu glänzen wie zuletzt. Das Torhüter-Duell zwischen dem 21-jährigen Eisenacher und dem 39-jährigen Gäste-Schlussmann Dennis Klockmann endete nahezu Remis.

Letztmaliger Gleichstand nach 20 Minuten

„Wir kassierten schon im ersten Abschnitt zu viele Gegentore über den Rückraum und vom Kreis, waren einfach nicht aggressiv genug“, merkte Malte Donker selbstkritisch an. Die Eisenacher setzten auf einen Deckungs- und Angriffswechsel. Ruben Sousa und Malte Donker lösten zunächst Peter Walz und Alexander Saul für Abwehraufgaben ab. Der Gäste-Rückraum mit Markus Hansen, Jaspar Bruhn und Matej Klima war sofort auf Betriebstemperatur. Das 2:4 durch Matej Klima (5.) beantworteten die Eisenacher mit ihrem Tempospiel über beide Außenpositionen. Ante Tokic traf per Trickwurf von Rechtsaußen zum 6:5 (20.), Ruben Sousa zirkelte das Leder aus der eigenen Hälfte zum 8:6 in den verwaisten Gästekasten (14.). Doch das Blatt wendete sich schnell. Zwei knallharte Würfe von Matej Klima ließen die Norddeutschen zum 8:9 jubeln (17.).  Der Treffer von Alexander Saul zum 10:10 (20.) bedeutete den letztmaligen Gleichstand. Mex Raguse zog zum 10:12 (21.) ab. Personelle Veränderungen, Martin Potisk und Daniel Dicker kamen, fruchteten nicht. Der aufgerückte Abwehrchef Martin Waschul netzte vom Kreis zum 12:14 ein (24.). Mit einer 5:1-Deckung, Martin Potisk vorgezogen, und einem Torwartwechsel (Routinier Blaz Voncina kam) wollten die Hausherren das Angriffsspiel der Gäste bremsen. Es blieb bei der Theorie. Finn Kretschmar humpelte verletzt vom Parkett, Jannick Schrader verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 13:16 (27.) und blieb von gleicher Stelle als letzte Aktion der ersten Halbzeit auch zum 14:18 erfolgreich.

Ostseestädter ziehen souverän ihre Kreise

Die Norddeutschen setzten die zweite Halbzeit so fort, wie sie die erste beendet hatten, verschafften sich mit einem 5:2-Tore-Lauf zum 16:23 ein sattes 7-Tore-Polster (37.). Matej Klima hatte in Unterzahl den mit Beginn der zweiten Halbzeit wieder ins Eisenacher Tor gerückten Johannes Jepsen keine Abwehrchance gelassen. Dass Janik Schrader einen Siebenmeter ans Eisenacher Holz setzte (39.), blieb nur eine Randnotiz. Selbstbewusst setzten die Ostseestädter ihr Konzept erfolgreich um, bewahrten auch in hektischen Phasen kühlen Kopf. Ihr Keeper Dennis Klockmann parierte gegen den freien Willy Weyhrauch (41.). Matej Klima netzte auf der anderen Seite zum 18:25 ein (43.). Doch die Eisenacher steckten nicht auf. Ihr Kapitän Peter Walz blies zur Aufholjagd. Nach Regelwidrigkeit an ihm verwandelte Fynn Hangstein den fälligen Siebenmeter zum 21:25 (47.). Wenig später scheiterte Willy Weyhrauch von Rechtsaußen an Schlussmann Dennis Klockmann (49.). Die Gäste schlossen kaltschnäuzig zum 22:28 (Raguse, 53.) und 23:29 (Gonschor, 54.) ab. Das Eisenacher Aufbäumen kam zu spät. Die Punktvergabe in diesem für beide Mannschaften wichtigen Spiel war geklärt.

Unser Kapitän Peter Walz mit klaren Worten: "Zweifellos, wir haben das Spiel in der Deckung verloren. Wir bekamen einfach keinen Zugriff. Wir wollten die starken Rückraum-Werfer aggressiv angehen; wenn das mal klappte, war der Kreisläufer frei. Wir haben jetzt 2:8-Punkte, das haben wir uns anders vorgestellt. Wir müssen uns auf das nun anstehende Punktspiel in Großwallstadt intensiv vorbereiten, den A.... zusammenkneifen." 

 

Statistik

ThSV Eisenach: Voncina (18.-30./ 3 Paraden) Jepsen (1 Tor / 8 Paraden); Iffert, Wöhler (1), Potisk (3), Hangstein (5/4), Walz (3), Hideg (1), Tokic (4), Sousa (1), Dicker (1), Donker (1), Schneibel, Snajder (3), Weyhrauch, Saul (4)

 

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (9 Paraden), Conrad; Potratz, Ritterbach, Gonschor (3), Raguse (4), Mizumachi, Hansen (2), Skorupa, Waschul (1),  Schult (5),  Versteijnen (2),  Schrader (3/3),  Kretschmer (1), Klima (6),  Bruhn (4)

 

Siebenmeter:

ThSV Eisenach: 4/4 (Hangstein verwandelt 4 x gegen Klockmann)

VfL Lübeck-Schwartau: 3/5 (Schrader verwandelt 3 x gegen Jepsen und wirft 1 x gegen Jepsen ans Holz, Verstejnen scheitert 1 x an Jepsen)

 

Zeitstrafen:

ThSV Eisenach: 8 Min. (Potisk, Tokic, Dicker, Donker je 2 Min.)

VfL Lübeck-Schwartau: 10 Min. (Waschul u. Bruhn je 4 Min., Skorupa 2 Min,)

 

Schiedsrichter: Hellbusch, Jansen

 

Beste Spieler :

VfL Lübeck-Schwartau: Klima, Schult, Hansen 

ThSV Eisenach: Tokic

 

Zuschauer : 959

 

Th. Levknecht