News / 2. Handball Bundesliga

Uns fehlte noch die Stabilität über 60 Minuten

Wir hätten zur Halbzeit deutlicher als mit 2 Toren führen müssen

Eine starke Halbzeit reicht nicht zu Punkten an der Elbe – Wartburgstädter unterliegen nach 13:11-Pausenführung beim HC Dresden mit 26:28

Der ThSV Eisenach ist bei seiner Rückkehr in die 2. Handballbundesliga mit einer Niederlage gestartet. Einer vermeidbaren! Nach einer 13:11-Halbzeit-Führung unterlagen die Wartburgstädter beim HC Elbflorenz Dresden mit 26:28. „Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen“, formulierte Rene Witte, Geschäftsführer und Manager des ThSV Eisenach, trocken.

 

Dresden mit einem 2-Tore-Rückstand zur Pause gut bedient

„Der ThSV Eisenach präsentierte sich als ein starker Aufsteiger. Ein Sieg zum Saisonauftakt tut uns natürlich gut“, konstatierte Nico Göde, der Coach des HC Elbflorenz. „Mit unserer Dominanz hätten wir zur Pause höher führen müssen“, merkte ThSV-Coach Sead Hasanefendic kritisch an. „Wir hatten eigentlich Glück, nur mit 2 Toren im Rückstand zu liegen“, gab Karsten Wöhler, seit Dezember des Vorjahres Manager des HC Elbflorenz, freimütig zu. Sead Hasanefendic bilanzierte: „Wir haben viele junge Spieler im Team, für die die 2. Bundesliga völliges Neuland ist, die auch mit einer solchen Atmosphäre wie in der BallsportARENA erst einmal klarkommen müssen. Auf der Mitte haben wir mit einem 19-Jährigen begonnen, im zweiten Abschnitt kam mit Jonas Ulshöfer zwar ein 25-Jähriger, doch der spielte bisher nur in der 3. Liga, stieg in der Vorsaison mit der SG Bruchköbel ab. Wir brauchen mit unseren jungen Spielern, mit dem gesamten Team Geduld! Wir sind noch in einer Phase des Einspielens von Abläufen. Wir haben noch nicht die Stabilität über 60 Minuten, wir müssen es lernen, schwierige Phasen, wie der Start in die zweite Halbzeit, besser zu lösen. Wir wollen natürlich auch die verschiedenen Qualitäten unserer Spieler nutzen. Ich wiederhole es, diese 2. Liga ist von der Qualität völlig ausgeglichen. Wir müssen stets bis an unsere Leistungsgrenze und darüber hinaus gehen. Unseren Gesamtauftritt in Dresden will ich keineswegs als schlecht bewerten. Ich weiß natürlich auch, es fragt keiner ob junge oder alte Spieler, letztendlich zählt das Resultat.“ Timo Meinl, einige Jahre beim ThSV Eisenach im Tor, jetzt Torhüter-Trainer des HC Elbflorenz, nannte den längeren Atem seines Teams als ein Grund des Spielausgangs. „Im zweiten Abschnitt hatten wir auf der Torhüterposition mit Mario Huhnstock und auf der Regieposition mit Sebastian Greß die entscheidenden Leute. Unser Keeper parierte ganz wichtige Bälle. Nils Gugisch markierte im Angriff wichtige Tore“, resümierte Timo Meinl. HC-Manager Karsten Wöhler freute sich, dass der vom EHV Aue gekommene Mindaugas Dumcius gleich voll eingeschlagen habe und 7 Treffer markierte. „Für die Verbesserung unserer im Vorjahr so schlechten Heimbilanz war dieser Sieg ein guter Grundstein“, vermerkte Karsten Wöhler-

Die erste Halbzeit ging klar an den ThSV Eisenach

Fürwahr! Das Team aus der Werner-Aßmann-Halle trumpfte in der BallsportArena in der ersrten Halbzeit stark auf. Die Hausherren schienen von der Geschlossenheit und der spielerischen Qualität der Gäste überrascht. „Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter klappte im ersten Abschnitt gut“, konstatierte Sead Hasanefendic. Nach vorn ging so richtig die Post ab. Der 1,72-Meter große Spielgestalter Yoav Lumbroso und der 2,08-Meter-Kreisläufer Marko Racic verstanden sich bestens. Die Bälle von Luka Kikanovic zappelten immer wieder im Netz. Mario Huhnstock, Dresdens Keeper, bekam keine Hand an den Ball. Luka Kikanovic wuchtete zum 1:4 (7.) und 2:6 (10.) ein, markierte mit seinem 5. Treffer das 5:8 (19.). „Es dann bekamen wir ihn besser in den Griff, weil wir früher attackierten“, si Timo Meinl. In Unterzahl ließ der ThSV Eisenach keinen Gegentreffer zu. Willy Weyhrauch versenkte zum 6:10 (21.) und 7:11 (24.). Der eigens zu diesem Zweck eingewechselte ThSV-Keeper Blaz Voncina meisterte zwei Siebenmeter von Dresdens Julius Dierberg, motivierte seine Vorderleute zusätzlich. Doch auch die Eisenacher ließen zwei Strafwürfe aus (Saul, Weyhrauch). ThSV-Coach Sead Hasanefendic wechselte bereits im ersten Abschnitt durch. Justin Mürköster kam am Kreis. Alexander Saul, Jonas Richardt und Duje Miljak teilten sich die Aufgabe im rechten Rückraum. Sebastian Gress und Gabor Pulay hielten mit ihren Treffern die Gastgeber auf Tuchfühlung (9:11, 27.). So ging es nur mit einer-2-Tore-Führung für den ThSV Eisenach in die Kabinen.

Wartburgstädtern fehlte noch die Stabilität

Nicht unerwartet kehrten die Hausherren mit ganz viel Biss zurück. Die Eisenacher schienen ihre Souveränität in der Kabine gelassen zu haben. Ihre Abwehr bekam keinen Zugriff mehr. Das im ersten Abschnitt so gute Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr fand nicht mehr statt. Willy Weyhrauch scheiterte, Nils Kretschmer brachte per Strafwurf die Hausherren mit 15:14 in Führung (35.). Die Dresdner Fernwürfe zappelten in Serie im Eisenacher Kasten. Stanislaw Gorobtschuk und Blaz Voncina hatten das Nachsehen. Sie parierten insgesamt 10 von 38 Bällen, was einer Fangquote von 26 Prozent entspricht. Im Angriff schlossen die Eisenacher vielfach über Rechtsaußen Ante Tokic ab, der 5 Treffer (bei 5 Versuchen) markierte. Die Torwurfeffektivität von insgesamt 70 Prozent war gar nicht einmal so schlecht, resultierte letztendlich aus den guten Werten in der ersten Halbzeit. Beim 18:18, einem von Alexander Saul verwandelten Siebenmeter (41.) leuchte letztmalig ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Vielfach kassierten die Eisenacher Zeitstrafen, standen in Unterzahl auf dem Parkett. Die Hausherren nutzten das gnadenlos aus. „Wir setzten die big points“, so Timo Meinl. Beim 25:20 (52.) schien eine Vorentscheidung gefallen. „So ganz sicher konnten wir uns aber nicht sein“, räumte Nico Göde ein. Hätte Alexander Saul beim Stand von 25:22 eingenetzt (56.), wäre es woghl noch einmal spannend geworden. Nach dem 25. Eisenacher Treffer (zum 27:25) griff Nico Göde lieber noch einmal zur grünen Karte (60.). Der Treffer zum 28:25 klärte die Punktvergabe.

Statistik

HC Elbflorenz : Huhnstock, Göres, Mohs; Pulay(1), Dierberg(3/1),

Gugisch(5/1), Buschmann, Dumcius(7), Kretschmer (4/2), Jungemann,

Hoffmann, Greß (4), Vanco (1), Kasal (1), Thümmler (1), Pechstein (1)

 

ThSV Eisenach : Gorobtschuk, Voncina; Kikanovic (5), Wöhler (1), Potisk, Ulshöfer (1), Miljak, Tokic (5), Richardt, Mürköster (2), Obranovic, Lumbroso (2), Snajder (2), Racic (1), Weyhrauch (3), Saul (4/2)

 

Siebenmeter

HC Elbflorenz: 4/7

ThSV Eisenach: 2/4

 

Strafminuten:

HC Elbflorenz: 8 Min.

ThSV Eisenach: 12 Min.

 

Schiedsrichter: Heine/Standke

 

Zuschauer : 1608

 

Th. Levknecht