News / 2. Handball Bundesliga

Unsere Jungs bestechen mit einer 80-prozentigen Wurfquote

Fynn Hangstein (11 Treffer bei 11 Versuchen!) führt unser Team als torgefährlicher Rückraumspieler zum 35:28 (16:13) -Derbysieg über den HSC 2000 Coburg/ Alex Saul verlängert bis 2025/Sonntag Auswärtsspiel bei den Rimpar Wölfen

Der ThSV Eisenach bejubelte einen in souveräner Manier erzielten 35:28 (16:13) -Erfolg im thüringisch-fränkischen Derby über den HSC 2000 Coburg und kletterte auf den 11. Tabellenplatz. Klemmte bei der jüngsten 22:26-Niederlage beim HC Elbflorenz die Säge im Angriff, brillierten die Wartburgstädter mit Kreativität und Entschlossenheit beim Torwurf. Überragend als Spielgestalter und zugleich bester Werfer: Rückraumspieler Fynn Hangstein. Die 21-Jährige wartete mit einer 100-Prozent-Wurfquote auf: 11 Treffer aus der gleichen Anzahl an Versuchen. Er wartete zumeist mit den richtigen Entscheidungen auf, abspielen oder selbst werfen. Auch Linksaußen Ivan Snajder benötigte für seine 7 Treffer nur 7 Würfe. Die Torwurfeffektivität des ThSV Eisenach lag bei einer beeindruckenden Quote von 80 Prozent (35 Treffer aus 44 Würfen). Alle drei Schlussleute der Gäste bekamen gerade zusammen 4 Bälle vor der Linie zu fassen. Die Fangquote von Eisenachs Keeper Johannes Jepsen lag zwar nur bei 28 Prozent, aber mit 11 parierten Bällen entschied er das Torhüterduell dennoch klar für sich. Routinier Florian Billek wurde mit 7 Treffern (aus 9 Versuchen) als bester Werfer der Franken notiert.

HSC-Geschäftsführer Gorr: Eisenach brillierte mit hoher Effizienz

„Wir gestalteten die Zweikämpfe im Angriff erfolgreich. Auch unser 7 gegen 6 hat wieder bestens geklappt. Aber in der Abwehr müssen wir noch einiges bis zum 2. Weihnachtsfeiertag verbessern“, analysierte ThSV-Co-Kapitän Ante Tokic. Zum Jahresausklang reisen die Eisenacher am Sonntag, 26.12.2021 zu den DJK Rimpar Wölfen (Anwurf um 17.00 Uhr in Würzburg).  „In der Deckung haben wir nicht so richtig den Schlüssel gefunden“, befand auch Misha Kaufmann, der Coach des ThSV Eisenach, der sich über den Punktezuwachs sehr freute. „Ein schönes Zeichen an unsere Fans, die leider nicht in die Halle kommen konnten“, betonte ThSV-Manager Rene Witte. Unter „normalen Umständen“ hätten wohl nahezu 3.000 Handballenthusiasten aus beiden Lagern die Werner-Aßmann-Halle bevölkert. Doch die 15. Auflage dieses Derbys war ein Geisterspiel. „Wir haben jetzt 15:15 Punkte, beim Amtsantritt von Misha Kaufmann hatten wir 2:10 Punkte“, verwies Rene Witte auf den Anteil des neuen Trainers. „Wir befinden uns auf einem guten Weg, der freilich noch längst nicht abgeschlossen ist“, ergänzte der Eisenacher Manager. Die hoffnungsvoll in den Thüringer Handballtempel gereisten Franken reisten ziemlich bedeppert ab. „Wir konnten einfach nicht Fuß fassen, Eisenach konnte sich hingegen mega entfalten“, konstatierte Brian Ankersen, auch erst seit Oktober auf dem Trainerstuhl des HSC Coburg. „Bis auf wenige Momente hatten wir kaum Zugriff. Eisenach brillierte mit einer hohen Effizienz. Wer so verteidigt wie wir, der kommt nicht ins Tempospiel. Wir haben gesehen, wo der Hebel anzusetzen ist“, bilanzierte Jan Gorr, der Geschäftsführer des HSC Coburg. Er verteidigte seinen Torwartroutinier Jan Kulhanek. „Jan hat über viele Jahre Beindruckendes geleistet. Krankheitsbedingt ist er momentan etwas aus dem Rhythmus, wird aber bestimmt bald wieder unser großer Rückhalt. Er hat eine wahnsinnige tolle Zeit in Coburg gehabt“, so der Geschäftsführer des HSC Coburg.

Frühzeitig übernahmen die Wartburgstädter das Sagen

Die Eisenacher begannen in der erwarteten Formation, mit Ivan Snajder auf Links- und Ante Tokic auf Rechtsaußen, Fynn Hangstein, Jannis Schneibel und Alexander Saul im Rückraum, Peter Walz und Ruben Sousa im Wechsel am Kreis sowie Johannes Jepsen im Tor, operierten ebenso von Beginn im 5:1-Abwehrsystem mit Fynn Hangstein vorgezogen. Daniel Dicker und Malte Donker lösten Jannis Schneibel und Alexander Saul für Abwehraufgaben ab. Die zuletzt von Verletzungen gebeutelten Gäste hatten Spielmacher Lukas Juskenas und Kapitän Andreas Schröder wieder an Bord, begannen mit Justin Kurch an der Kreismitte.  Nach einer ausgeglichen Anfangsphase (5:5, 10.) übernahmen die Hausherren nach und nach das Sagen. Ein von Kreativität, Tempowechsel und Konsequenz beim Torwurf geprägter Positionsangriff stellte die Gäste vor erhebliche Probleme. Jannis Schneibel und Peter Walz brachten ihre Farben beim 7:5 (13.) erstmals mit zwei Toren in Führung. Nach dem 8:6 durch Fynn Hangstein (15.) patzten die Gastgeber ausgerechnet in Überzahl, kassierten durch Milos Grozdanic und Justin Kurch den 8:8-Ausgleich (17.). Der Eisenacher Rückraum war von den Gästen nicht unter Kontrolle zu bringen. Angriff auf Angriff rollte in Richtung Coburger Kasten. Fynn Hangstein und Ivan Snajder netzten zum 10:8 ein (19.). Die Wartburgstädter gaben die Führung nicht mehr ab. Jannis Schneibel narrte leichtfüßig die Gäste zum 12:9 (21.). Der eingewechselte Daniel Hideg zog zum 13:9 ab (22.). Ivan Snajder übernahm die Rolle als Spitze vor der Abwehr, Jonas Ulshöfer kam für Jannis Schneibel im Angriff. Florian Billek und Karl Toom brachten den HSC Coburg auf zwei Treffer heran (13:11, 27.), doch der elegante Alexander Saul und Ivan Snajder nach Steilpass von Peter Walz antworteten zum 15:11 (28.).

Der Kempa durfte nicht fehlen

Mit dem 5. Treffer von Fynn Hangstein zum 17:13 begann der zweite Abschnitt. Selbstbewusst kombinierten die Hausherren. Die Torhüterwechsel bei den Gästen blieben ohne greifbaren Erfolg. Jannis Schneibel zirkelte eine Freiwurfablage zum 19:15 ins Netz (34.). ThSV-Kapitän Peter Walz traf von der Mittellinie in den verwaisten Gästekasten zum 22:17 (37.). Kurz darauf parierte ThSV-Schlussmann Johanes Jepsen den Ball von Florian Billek, im Gegenzug fanden sich Willy Weyhrauch und Fynn Hangstein zum Kempa (23:17, 38.). Aufregung dann in der 42. Minute. Alexander Saul hatte das Leder zum vermeintlichen 25:19 eingenetzt. Der ThSV Eisenach hatte allerdings einen Spieler zu viel auf dem Parkett. Die konsequent pfeifenden Unparteiischen Marvin Cesnik und Jonas Konrad klärten alles, bedachten die Hausherren aufgrund des Wechselfehlers mit einer Zeitstrafe. Max Preller und Karl Toom verkürzten für die Gäste (25:22, 46.), doch im 7 gegen 6 brachten die Eisenacher Willy Weyhrauch in Position, der von Rechtsaußen zum 27:22 (48.) einlochte. Alexander Saul bediente Peter Walz, der das Leder vom Kreis zum 29:23 über die Linie drückte (51.). Längst hatten die Eisenacher die Weichen auf Derbysieg gestellt. Ivan Snajder erhöhte auf 32:26 (55.), Fynn Hangstein mit seinem 11.Treffer auf 33:26 (56.). Ante Tokic beendete den Torreigen zum 35:28-Endstand.

Eisenachs Linkshänder Alexander Saul verlängerte um drei weitere Jahre

Frohe Kunde aus Sicht der Wartburgstädter bereits vor dem Anpfiff des thüringisch-fränkischen Derbys: Linkshänder Alexander Saul und der ThSV Eisenach einigten sich auf eine Vertragsverlängerung um drei weitere Jahre. Der 26-Jährige kam im Sommer 2017 vom SC Magdeburg zu den Wartburgstädtern und war rasch eine feste Größe im rechten Rückraum.  „Alex Saul ist bereits seit über 4 Jahren im Verein und derzeit im besten Handballalter. Er soll bei der weiteren Neuausrichtung der Spielphilosophie und der Erreichung der großen Ziele des ThSV Eisenach eine wichtige Rolle spielen. Wir erwarten diesbezüglich sichtbare Entwicklungsetappen von Alex – und darauf freuen wir uns“, erklärte Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach. Der Spieler selbst kommentierte seine Vertragsverlängerung folgendermaßen: „Ich fühle mich in Eisenach sehr wohl, es ist mein zweites Zuhause geworden. Meine Freundin hat hier eine super Stelle als Erzieherin, unsere Tochter besucht seit drei Jahren den Kindergarten. Alles in allem fühlen wir uns sehr wohl, haben viele tolle Menschen kennengelernt, die wir jetzt unsere Freunde nennen dürfen. Sportlich läuft es momentan auch super, für mich persönlich als auch für uns als Mannschaft. Ich möchte mich mit der Mannschaft jeden Tag weiterentwickeln und denke, dass mit Misha Kaufmann uns ein Trainer an die Seite gestellt wurde, mit dem wir noch viel erreichen können und auch viele Leute beeindrucken werden.“

Statistik

ThSV Eisenach: Eichberger, Jepsen (11 Paraden); Wöhler, Potisk, Hangstein (11/2), Ulshöfer (1), Walz (3), Hideg (1), Tokic (1), Sousa (1), Dicker, Donker, Schneibel (4), Snajder (7), Weyhrauch (1), Saul (5)

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (1 Parade), Jochens (3 Paraden), Apfel (0 Paraden); Preller (3), Fuß (2), Toom (3), Billek (7), Mubenzem (1), Juskenas, Knauer, Schäffer (1), Dettenthaler, Kurch (4), Grozdanic (4/2), Schröder (2), Bauer (1)

Siebenmeter

ThSV Eisenach: 2/2 (Hangstein verwandelt 2 x gegen Jochens)

HSC Coburg: 2/2 (Grozdanic verwandelt 2 x gegen Jepsen)

Zeitstrafen

ThSV Eisenach: 14 Min. (Dicker 4 Min., Wöhler, Hangstein, Walz, Snajder, Weyhrauch je 2 Min.

HSC Coburg: 8 Min. (Fuß, Toom, Schäffer, Kurch je 2 Min.)

Schiedsrichter: Cesnik/Konrad

Zuschauer: keine

 

Th. Levknecht