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Unsere Zweite jubelt im Ronneburger Hexenkessel

„Abwehr kann auch Spaß machen!“ ThSV Eisenach II bejubelt klaren 31:24 (15:14) -Erfolg beim HSV Ronneburg

ThSV-Freudengesänge drangen bei Schneetreiben in den Ronneburger Nachthimmel! Die zweite Männermannschaft des ThSV Eisenach feierte den ersehnten Auswärtssieg. Im „Hexenkessel“ des HSV Ronneburg gelang beim Einstieg von Qendrim Alaj als Spielertrainer ein klarer 31:24 (15:14) -Erfolg im Punktspiel der Thüringenliga Männer. Ein durch die Hilfe Vieler finanzierter großer Reisebus ermöglichte gar eine Polonaise des sangesfreudigen Teams und dessen mitgefahrenen Anhangs auf der Rückfahrt in die Wartburgstadt. Auf einer Autobahn-Raststätte wurde ein weiterer Reisebus mit fröhlichen Handballern getroffen. Team und Fans des SV Town & Country Behringen/Sonneborn waren auf der Rückfahrt vom 36:24-Auswärtssieg beim LSV Ziegelheim. Jonas Hennig (7 Treffer) und Hannes Meyer (5) waren daran beteiligt. Diese beiden und der verletzte Torjäger Tim Rodrian wechselten, weil in Eisenach wohnend, in den ThSV-Bus.

Bastian Freitag parierte einen Tag nach seinem 18. Geburtstag 17 Bälle

Grundlage für den Erfolg bildete die Abwehr. Kassierte der ThSV Eisenach II bisher im Schnitt mehr als 34 Gegentore, waren es in Ronneburg nur 24. (Bis zur 58. Minute gar nur 20, nach dem 20:30-Zwischenstand gelang dem HSV Ronneburg noch etwas Ergebniskosmetik.). Die Deckung im Zusammenspiel mit dem tags zuvor seinen 18. Geburtstag feiernden Torhüter Bastian Freitag (parierte 17 Bälle) kochte im zweiten Abschnitt den Ronneburger Angriff ab. Der verletzungsbedingt nur zu Strafwürfen und Kurzeinsätzen auf das Parkett gekommene Torjäger Mirko Alexy vermochte die 7. Ronneburger Niederlage in Folge nicht zu verhindern. „Abwehr kann auch Spaß machen“, sprudelte es aus Eisenachs Spielertrainer Qendrim Alaj heraus. „Wir haben unser System etwas umgestellt, wussten nicht, ob es schon funktioniert. Wir haben kaum einen Zweikampf verloren. Jeder hat sich zu 100 Prozent zu einem auch in der Höhe verdienten Sieg eingebracht“, ergänzte der Kapitän, Regisseur und Spielertrainer. Freudige „Zugabe“: Nach dem Abpfiff konnte der ThSV Eisenach II , im Gegensatz zur heimischen Werner-Aßmann-Halle, warm duschen.

Frühe rote Karte für den HSV Ronneburg

Die frühe rote Karte war für uns ein nicht zu kompensierendes Handicap“, konstatierte Stefan Koska, der Ronneburger Coach. Nach grobem Foulspiel an Philipp Urbach war für den Ronneburger Rückraumspieler schon nach knapp 10 Minuten die Partie beendet. Die Ronneburger Physiotherapeutinnen eilten dem verletzten Eisenacher sofort mit zur Hilfe. „Wir ließen im zweiten Abschnitt zu viele Torchancen aus, kriechen personell auf dem Zahnfleisch, sodass es auch eine Kraftfrage wurde“, fügte Trainer-Altmeister Stefan Koska hinzu. Doch auch der ThSV Eisenach II konnte verletzungs- und krankheitsbedingt nur 9 Feldspieler und 2 Torhüter aufbieten .

Torhungrige rechte Eisenacher Angriffsseite

Mit einem Kempa-Treffer zwischen Qendrim Alaj und Joel Stegner zum 0:1 starteten die Eisenacher. Philipp Urbach schloss über Rechtsaußen zum 1:3 ab (4.). Eine frühe Ronneburger Auszeit verpuffte. Julius Brenner zog aus dem rechten Rückraum zum 2:5 (7.) ab. Weiteren Eisenacher Torerfolgen stand der gute Ronneburger Keeper Toni Hempel im Wege. Beim 7:6 (11.) lagen die Gastgeber vorn. Nun war es die rechte Eisenacher Angriffsseite mit Julius Brenner und Florian Müller (zusammen 15 Treffer), die einnetzte, so auch zum 9:12 (17.). Diese Führung hatte aber keinen Bestand. Angeführt von Andre Stölzner (insgesamt 9 Treffer) erhöhten die Hausherren die Schlagzahl zur eigenen 14:13-Führung (26.). Die letzte Führung für den HSV Ronneburg. Deren Torjäger Mirko Alexy scheiterte vom Strich an ThSV-Keeper Bastian Freitag (30.). Florian Müller netzte zum 14:15-Pausenstand ein.  In der Folge lag der ThSV Eisenach II stets vorn.

ThSV-Abwehr als Bollwerk

Die Eisenacher Abwehr, streckenweise im 5:1-System, im Innenblock mit Ole Gastrock-Mey und Julius Brenner, riegelte ab. Beherzt wurde jeder Zweikampf angenommen. Zwischen der 31.und 58. Minute wurden nur 6 Ronneburger Treffer zugelassen! Die eigene Siebenmeter-Schwäche an diesem Tag fiel kaum ins Gewicht. Einen Ball von Ole Gastrock-Mey erwischte der Ronneburger Schlussmann erst hinter der Linie (15: 18, 35.). Zwischenzeitlich schaukelte sich die Partie ein wenig hoch. Die Unparteiischen Mario Beyer und Stefan Scholz hatten mit klaren Entscheidungen alles im Griff. Qendrim Alaj gönnte sich eine Pause auf dem Parkett. Nawid Karimi-Zand, Julius Brenner und Ole-Gastrock Mey besetzten den Rückraum, Joel Stegner und Florian Müller die Außenpositionen, Max Schlotzhauer rackerte am Kreis. Eine „Fackel“ von Julius Brenner zappelte zum 16:22 im Netz (43.). Andre Stölzner und Mirko Alexy kurbelten das Angriffsspiel der Gastgeber an. Beim 20:24 (47.) und der wenig später erfolgten roten Karte gegen Julius Brenner (51.) keimte kurzzeitig Hoffnung. Doch die Ronneburger Würfe wurden geblockt, verfehlten den ThSV-Kasten oder wurden eine Beute von Torhüter Bastian Freitag. Basierend auf ihrer Abwehr ließen sich die Gäste nicht von der Siegerstraße abbringen. Nawid Karimi-Zand, Qendrim Alaj und der eingewechselte Leonard Tölke versenkten zum 20:30 (58.).

Doppelaufgabe

Am kommenden Wochenende ist der ThSV Eisenach II gleich doppelt gefordert: am Freitag, 27.01.2023 um 19.30 Uhr im Thüringenpokal beim SV Petkus Wutha-Farnroda und am Sonntag, 29.01.2023 um Punkte beim HBV Jena II (Anwurf 14.00 Uhr).

Statistik

HSV Ronneburg: Vlasak, Hempel; Eisenstein (4), Ruderisch, Dietsch, Friedrich (1), Lange (1), A. Stölzner (9/1), S. Stölzner, Alexy (7/3), Böhm (2), Seime

ThSV Eisenach II: Freitag, Büchner; Müller (7), Brenner (8), Urbach (1), Stegner (4), Schlotzhauer (1), Toelke (2), Gastrock-Mey (2), Karimi-Zand (3), Q. Alaj (3/1)

Siebenmeter: HSV Ronneburg 4/6 – ThSV Eisenach II 1/4

Zeitstrafen:

HSV Ronneburg 3 x 2 Min., Rot gegen S. Stölzner nach grobem Foulspiel (10.)

ThSV Eisenach II 4 x 2 Min., Rot gegen Brenner nach grobem Foulspiel (51.)

Schiedsrichter: Beyer/Scholz

Zuschauer: 200

Th. Levknecht