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Unsere Zweite verliert nach 18:14-Führung mit 25:33 gegen Mülhausen

Ab der 36. Minute ein völlig anderes Spiel

Was es im Handball so alles gibt?! Der ThSV Eisenach II bestimmte den Nachbarschaftsvergleich gegen den VfB Mühlhausen, führte 18:14 (34.) und 19:16 (36.), um dann völlig das Zepter aus der Hand zu geben und mit einer überaus deutlichen 25:33 (15:13)- Niederlage das Parkett der heimischen Werner-Aßmann-Halle zu verlassen. Das Team und der mitgereiste Anhang des VfB Mühlhausen jubelten ausgelassen. Schier sprachlos verließen die Anhänger des Gastgebers die Sportstätte.

Qendrim Alaj und Bastian Kemmler fanden sich zum Kempa-Treffer

Was war geschehen? „Eine ganz starke erste Halbzeit, in der bei uns fast alles stimmte“, konstatierte ThSV-Keeper Andreas Fehr. Er kaufte den Mühlhäusern etliche Bälle ab, blieb auch gegen den freien Björn Harder Sieger (26.). ThSV-Kapitän Qendrim Alaj traf nach Belieben: 8 Versuche – 8 Treffer.  Die VfB-Schlussleute Adrian Winkler und Jan Randhage blickten verdutzt hinterdrein. „Das waren aber auch Super-Würfe von nahezu allen Eisenachern“, gestand Karsten Knöfler, der Coach des VfB Mühlhausen, vor einigen Jahren Jugendbundesliga-Trainer beim ThSV Eisenach. „Wir haben unsere Spielzüge bis zum Ende durchgespielt und konsequent abgeschlossen“, bilanzierte ThSV-Coach Dejan Leskovcek. Sehenswert der Kempa-Treffer von Bastian Kemmler auf Vorlage von Qendrim Alaj zum 6:3 (9.). Eine Fackel vom 17-jährigen Ole Gastrock-Mey zischte zum 7:4 (10.) ins Netz. Qendrim Alaj bediente den 17-jährigen Philipp Bourtal am Kreis zum 12:9 (11.). Dank der individuellen Qualitäten ihres Daniel Strache blieben die Gäste aber dran, trafen sogar zum zwischenzeitlichen 12:12-Ausgleich (27.). In Unterzahl zog Qendrim Alaj doppelt zum 14:12 (29.) ab.

Rechtshänder Jonas Hennig mit 100-Prozent-Wurfquote von Rechtsaußen

 

Eine Rarität! Rechtshänder Jonas Hennig beeindruckte mit einer 100-Prozent-Wurfquote von Rechtsaußen. Alle 7 Würfe des kleinen 18-Jährigen zappelten im Mühlhäuser Kasten, wie beim 11:8 (21.) und 19:16 (36.). Die Gäste um Regisseur Daniel Strache („Selten war er so torgefährlich wie heute“, so sein Trainer Karsten Knöfler) wurden aber nicht unruhig. Sie vertrauten zudem auf ihre quantitativ und qualitativ gut besetzte Wechselbank.

 

 

Qendrim Alaj geht und neuer Mühlhäuser Rückraum kommt

Im Gegensatz zum VfB TM Mühlhausen, der ThSV Eisenach II trägt den Charakter einer Ausbildungsmannschaft. Sieben Akteure im Kader waren 20 Jahre oder jünger. „Wir müssen ihnen Einsatzzeiten einräumen, damit sie sich weiterentwickeln“, erklärte Dejan Leskovcek. Er holte mit Qendrim Alaj seinen mit 28 Jahren ältesten Feldspieler, Kopf der Mannschaft und an diesem Tag auch Goalgetter, vom Parkett. Sein Kollege auf der Gegenseite schickte mit Neuzugang Johannes Hölzer, Marko Pervan und dem wuchtigen Ivica Lazarovski eine neue Rückraumreihe auf die Spielfläche. Die wohl entscheidenden personellen Veränderungen auf beiden Seiten. „Mit dieser Rückraumbesetzung hatten wir nicht gerechnet“, gaben Andreas Fehr und Qendrim Alaj zu. „Endlich bekam auch Torhüter Adrian Winkler Bälle vor der Linie zu greifen“, beschrieb Karsten Knöfler einen weiteren wichtigen Aspekt. „Wir haben dem ThSV II den Schneid abgekauft. Unser Deckungsinnenblock mit Felix Fick und Jonas Gräbedünkel kochte die junge Eisenacher Garde ab. Im Angriff klappte das Zusammenspiel mit unserem Kreisläufer bestens. Eisenachs Abwehr kam uns nun freilich entgegen“, bilanzierte Karsten Knöfler. Seine Schützlinge gewannen zunehmend an Sicherheit, das Gegenteil war beim ThSV Eisenach II der Fall. Der VfB Mühlhausen traf nun auch per Gegenstoß. Die ThSV-Keeper Andreas Fehr und John Martin hatten das Nachsehen. Aus dem 19:16 (36.) wurde binnen 9 Minuten ein 20:24 (45.). Markus Bergmann hatte gerade per Strafwurf eingenetzt. Eisenachs Jugendbrigade, mit Tizian Reum, Julius Brenner und Bastian Kemmler im Rückraum, mühte sich. Der Weg in die Tiefe war zugestellt. Dann kam auch noch Pech hinzu, Bälle landeten am Holz, wie der von Ardit Ukaj (48.). Der Linksaußen, mit 24 Lenzen schon einer der erfahrenen Akteure beim ThSV Eisenach II, blieb blass. Ivica Lazarowski brauste heran und markierte das 21:27 (50.) und 22:29 (54.). Der mitgereiste Anhang aus dem benachbarten Unstrut-Hainich-Kreis jubelte.

 

Als der Capitano zurückkam, war das ThSV-Schiff schon beim Untergang

Erst jetzt schickte ThSV-Coach Dejan Leskovcek seinen „Capitano“ zurück auf das Parkett. Das ThSV-Schiff blubberte bereits dem Untergang entgegen. Beim Stand von 25:33 endete die überaus faire Partie (insgesamt nur 3 Zeitstrafen!) vor über 200 Zuschauern.  „Wenn wir oben mitspielen wollen, und das wollen wir mit unserem breiten Kade, müssen wir solch eine Partie auch gewinnen“, betonte Karsten Knöfler. Beim ThSV Eisenach muss die künftige Strategie für die zweite Männermannschaft festgezurrt werden. Auch, damit Enttäuschungen für Spieler und Fans im Rahmen bleiben. Nach einer 19:16-Führung folgte eine 6:17-Tore-Phase. Und das kann nicht nur am Auswechseln von Qendrim Alaj gelegen haben…

Th. Levknecht

Statistik

ThSV Eisenach II: Fehr, Martin; Gastrock-Mey (4), Brenner (1), Bourtal (1), Cuturic, Meyer, Reum (1), Kemmler (3), Schlotzhauer, Ukaj, Hennig (7), Warlich, Q. Alaj (8/1)

 

VfB Mühlhausen: Winkler, Randhage; Bergmann (5/3), Ginov (1/1), Jäschke, Pervan (4), Adam (1), F. Fick (6), Hölzer (4), Strache (3), Gräbedünkerl. K. Fick, Harder (2), Lazarovski (7/2)

 

Siebenmeter: ThSV II 1/1 – VfB Mühlhausen 6/6

 

Zeitstrafen: ThSV II 2 Min. – VfB Mühlhausen 4 Min.

 

Zuschauer: 222

 

Th. Levknecht