News / 2. Handball Bundesliga

Wie ist die Lage beim Wilhelmshavener HV?

Nachgefragt bei Christian Köhrmann, dem Coach des Wilhelmshavener HV

Zur Lage beim Wilhelmshavener HV: Wirtschaftliche Turbulenzen – Spielerabgänge

Der wirtschaftliche Träger des Handball-Zweitligisten Wilhelmshavener HV hat Anfang Oktober einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht gestellt. Den Zwangsabstieg bedeutet das aber nicht. Die Gründung einer neuen Gesellschaft,  in die die verbliebenen Spieler aus der bisherigen und vom Insolvenzantrag betroffenen "WHV-Sportmarketing GmbH" überführt werden sollen, ist auf den Weg gebracht.  Eine "Corona-Klausel" in der Lizenzierungsordnung der Handball-Bundesliga ermöglicht einen solchen Wechsel des wirtschaftlichen Trägers - allerdings gibt es am Ende der Saison einen Abzug von vier Punkten.

Zwei Spielerabgänge vermeldete der Wilhelmshavener bereits Vormonat: Der Spanier Juan de la Peña wechselte zum Ligakonkurrenten SG BBM Bietigheim, Tim Rozman zum Bundesliga-Aufsteiger TuSEM Essen.

Trainer Christian Köhrmann nahm sich in turbulenten Tagen dennoch die Zeit zu einem kurzen Gespräch vor dem Gastspiel seines Teams am Samstag, 28.11.2020 um 19.30 Uhr beim ThSV Eisenach:

In einer spannenden Partie wurden am vergangenen Wochenende die DJK Rimpar Wölfe mit 24:23 bezwungen, Was gab den Ausschlag?

Letztlich entscheidend war unsere Einstellung! Im Angriff haben wir diszipliniert gespielt, in der Abwehr als Mannschaft verteidigt. Wir haben Rimpar immer wieder ins Zeitspiel gezwungen. Im ersten Abschnitt landeten dann noch einige Bälle im Tor, nach dem Seitenwechsel haben wir mit unserer 6:0-Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torwart den Gästen entscheidend Einhalt geboten.

 

Sehen Sie sich mit aktuell 8:6 Punkten auf Kurs?

Diese Bilanz ist in Ordnung. Freilich bin ich nicht vollends zufrieden, war der eine oder andere Punkt mehr möglich. Eingedenk unserer Gesamtsituation, mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten inklusive des Abgangs wichtiger Spieler, sind die 8 Punkte positiv zu bewerten. Nach einer sehr guten Vorbereitung ließen uns die Umstände zu keinem Rhythmus finden. Wir wussten manchmal bis drei Tage vor dem Spieltermin nicht, ob die Partie zur Austragung kommt. Hinzu kamen natürlich auch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Wir versuchten, zu Normalität im Trainingsbetrieb zu kommen, uns auf den Handball zu fokussieren. Stück für Stück ist uns das gelungen. Die Spielverlegungen aufgrund positiver Corona-Tests erschweren allen den Ligabetrieb. Wir blieben dadurch 3 ½ Wochen ohne Punktspiel. Die letzten beiden Partien bestritten wir nur mit 10 Spielern. In Dessau mussten wir den Deckungs-Innenblock komplett umstellen, der Abwehr fehlte es an Stabilität. Gegen Rimpar klappte die Verteidigung wesentlich besser.  

 

Am Samstag gastiert der Wilhelmshavener HV in Eisenach. Können Sie vorab Aussagen zum Personal machen?

Zu Personellem kann ich vorab nichts sagen. Doch was ich sagen kann, egal, mit welcher Mannschaft wir auflaufen, wir wollen den maximalen Erfolg. Egal wie die Ausgangssituation ist, ob Probleme im Umfeld bestehen, jeder Sportler, jeder Handballspieler will gewinnen. Eine Handballmannschaft betritt das Parkett, um bestmöglichen Handball zu bieten und um gemeinsamen Erfolg zu haben. Mit dieser Maxime betreten wir die Spielfläche in der Werner-Aßmann-Halle. Wir wissen natürlich um die Stärken, um die hohe Qualität des ThSV Eisenach. Am vergangenen Wochenende beim souveränen Auftritt im Auswärtsspiel beim TV Großwallstadt hat unser samstäglicher Gastgeber seine Qualitäten gezeigt.

Th. Levknecht