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Wieder jubelten die Gäste

Thüringenliga Männer: ThSV II - SV Hermsdorf 25:30 (12:13)

Auch am Sonntagnachmittag das zuletzt gewohnte Bild bei Heimsielen des ThSV Eisenach II: Die Gäste, das Team auf dem Parkett und die mitgereisten Fans, jubeln nach dem Abpfiff. Der ThSV Eisenach II kassierte mit einem 25:30 (12:13) gegen den SV Hermsdorf die 4. Heimniederlage in Folge, rutschte in der Tabelle nach nunmehr 9:13 Punkten auf Platz 8 ab. Das Team vom Thüringer Autobahnkreuz setzte seine Erfolgsserie fort, darf sich mit lediglich 4 Minuszählern als erster Verfolger des noch unbezwungenen Tabellenführers Sonneberger HV sehen.

„Es war über weite Strecken ein hartes Stück Arbeit für uns. Der ThSV II hat mit seinem schnellen Angriffsspiel unsere Abwehr gehörig durcheinandergewirbelt. Im zweiten Abschnitt fanden wir mit unseren einfachen Toren aus dem Rückraum in die Erfolgsspur. Wir hatten zudem die besseren Torhüter“, bilanzierte ein aufgekratzter Hermsdorfer Coach Mario Kühne und traf damit den Nagel auf den Kopf. Auch dieses Heimspiel des ThSV Eisenach II lief nach dem Strickmuster der vergangenen ab, ausgenommen das gegen „Liga-Überflieger“ Sonneberger HV. Mit kreativem Angriffswirbel bestimmen die Eisenacher das Geschehen bis etwa zur 40. Minute. Auch gegen Hermsdorf lagen sie zu diesem Zeitpunkt 18:17 vorn. Dann hatten die Gäste die Eisenacher vollends durchschaut. Ohne Rückraum-Shooter ist der ThSV Eisenach II zu leicht ausrechenbar. Die körperlich präsenten Hermsdorfer hatten in Felix Reis einen solchen Mann, den sie insbesondere ab der 40. Minute immer wieder in Wurfposition brachten, dessen platzierte Bälle (insgesamt 11) im Eisenacher Kasten zappelten. Die Gäste trafen vom 18:17 (40.) zum vorentscheidenden 20:24 (50.). Vieles (zu vieles?) lief in den Eisenacher Reihen über die Alaj-Brüder. Armend (9) und Qendrim (5) erzielten mehr als die Hälfte der Treffer ihres Teams. Es schien, mancher Team fühlte sich nicht richtig eingebunden. Noah Streckhardt vermochte an diesem Tag kaum Impulse zu setzen, hatte zudem das Zielwasser vergessen. „Wir mussten uns wieder jeden Torerfolg hart erkämpfen, den Gästen reichten einfache Distanzwürfe. Dabei wurde unsere Großbaustelle Abwehr wieder offenkundig. Wir haben zwar einen zahlenmäßig großen Kader, doch das Leistungsgefälle ist beträchtlich“, konstatierte ThSV-Kapitän Qendrim Alaj. Seiner Crew fehlen eben auch einige Zentimeter an Körpergröße. „Wir haben mit unseren Möglichkeiten als Team gefightet, uns letztendlich aber wieder selbst geschlagen“, fügte der mit 27 Jahren älteste Spieler in den Reihen des ThSV Eisenach II hinzu. Mit gerade einmal 6 Technik- und Regelfehlern hatten sich die Eisenacher in diesem Punkt deutlich verbessert, doch mit einer Angriffseffektivität von nicht einmal 50 Prozent war dem SV Hermsdorf über die Distanz nicht beizukommen. Dabei lag es nicht an der Physis. Im Gegenteil! Der ThSV Eisenach II schien im Schlussgang konditionell fitter. Die Gäste hatten jedoch das kraftsparende Erfolgsrezept mit ihrem Fernwerfer. „Hüftwürfe wären eine Möglichkeit gewesen, doch davon machten wir zu wenig Gebrauch“, befand Michael Stegner-Guillaume, der enttäuschte Coach des ThSV II.

Armend Alaj tauchte auf allen Positionen auf

Ein 3:0-Auftakt (5.) ließ den ThSV II hoffen. Einen wohl temperierten Steilpass von Armend Alaj hatte Ardit Ukaj versenkt. Die Hermsdorfer starteten ausgesprochen holprig. Ihr großer Abwehr-Hünen blockten Eisenachs Würfe aus der Distanz ab. Spielten die Gastgeber schnell, zog Armend Alaj aus der Bewegung ab, hatten die Gäste erhebliche Probleme. Armend Alaj, mit einer Verletzung aus dem Trainingsspielspiel gegen die Juniorennationalmannschaft Israels in die Partie gegangen, traf von Rechts- und Linksaußen, aus dem Rückraum und im Gegenstoß, wie beim 7:6 (7.). Das effektivere Angriffsspiel initiierte der Hermsdorfer Rückraum mit Paul Götze, Felix Reis und Martin Ehm, die zusammen 18 Treffer markierten. Die Würfe von Eisenachs Noah Streckhardt wurden geblockt, Julius Brenner agierte ohne Selbstvertrauen. Ballstafetten zum treffsicheren Rechtsaußen Renato Pauli wurden zu wenig ausgelöst. Beim SV Hermsdorf schloss Hannes Rudolph präzise wie ein Uhrwerk von außen ab. Mit einer knappen Gästeführung (12:13) ging es in die Halbzeitpause.

Erfolgsrezept der Gäste: Distanzwürfe

Nach Wiederanpfiff der sicher amtierenden Referees Hausdörfer/Löwe entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Ein-Tore-Führungen der Hausherren egalisierten die Gäste. „Oft hatten wir die Hermsdorfer am Zeitspiel, doch dann zogen sie erfolgreich aus dem Fernwurfbereich ab. Unsere Torhüter waren an mehreren Bällen dran, doch letztendlich überquerten sie doch die Linie. Bei eigenen Holztreffern hatten wir ebenso Pech“, analysierte Michael Stegner-Guillaume. Das 18:17, ein von Qendrim Alaj verwandelter Siebenmeter, bedeutete die letztmalige Eisenacher Führung. Noah Streckhardt scheiterte zweifach. Ein Armend-Alaj-Ball landete am Holz. Gäste-Goalgetter Felix Reis wuchtete zum 19:22 ein (48.). Julius Brenner und Qendrim Alaj scheiterten nach dem 20:22 (48.) am Hermsdorfer Keeper Robert Zehmisch. Dessen Vorderleute trafen ins ThSV-Gehäuse: 20:24 (50., Stefan Riedel vom Kreis), 20:26 (52., Felix Reis nach einem Ballverlust der Eisenacher). Der inzwischen beim ThSV Eisenach II eingewechselte Maximilian Manys netzte per Konter zum 22:26 (54.) ein, konnte das Unheil nicht stoppen, zumal er von einstiger Form weit entfernt ist. Armend Alaj verkürzte mit seinem 9. Treffer auf 23:27 (5 5.). Mehr ließen die Gäste nicht zu. Hannes Rudolph traf mit seinem 7. Treffer von Linksaußen zum 24:29 (58.). Der SV Hermsdorf brachte seinen Doppelpunktgewinn sicher über die Ziellinie.

Am kommenden Sonntag kommt der Tabellen-Letzte

Große Chance für den ThSV Eisenach II die Heimmisere zu beenden: Kommenden Sonntag, 08.12.2019 kommt das punktlose Schlusslicht SG Motor Arnstadt/Plaue in die Werner-Aßmann-Halle (Anwurf bereits um 14.00 Uhr).

Statistik

ThSV Eisenach : Noack, Martin; Brenner, Pauli (5), Meyer, Manys (1), Ukaj (4), Schunke, Hennig, A. Alaj (9), Warlich, Streckhardt (1), Q. Alaj (5/3), Förster, Bewie

SV Hermsdorf : Nedved, Zehmisch; Rudolph (7/2), Schreck, Reis (11), Götze (4), Riedel (3), Heilwagen, Ehm (3), Petrov (1), Vulic, Remde

Siebenmeter: ThSV II 3/3 – SV Hermsdorf 2/3

Zeitstrafen: ThSV II 2 Min. – SV Hermsdorf 6 Min.

Schiedsrichter: Hausdörfer/Löwe

Zuschauer: 208

Th. Levknecht