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Wir gratulieren Günter Oßwald zum 70. Geburtstag!

Was wäre der Thüringer Sport, was wäre der ThSV Eisenach ohne seinen Gönner Günter Oßwald? Am heutigen Mittwoch feiert Günter Oßwald seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren unserem Vereinsmitglied ganz herzlich, danken für die fortwährende Unterstützung, wünschen ihm vor allem viel Gesundheit!

Ohne Günter Oßwald wäre die Thüringer Sportlandschaft wesentlich blasser. Der Treffurter Unternehmer unterstützt beispielsweise die Top-Wintersportevents, die Handball-Aushängeschilder ThSV Eisenach und Thüringer HC und ebenso mehrere Trainingsgruppen der Skiläufer, Rodler und Bobfahrer. Am Mittwoch (31. März) begeht Günter Oßwald seinen 70. Geburtstag. Jedoch ganz anders als den letzten Runden, als er vor zehn Jahren 300 Gäste begrüßte. " Diesmal wird nur im engsten Familienkreis etwas gefeiert", sagt Oßwald.

Während viele seiner Altersgefährten ihren Ruhestand verwalten, passt die 70 irgendwie nicht zum rastlosen Günter Oßwald. Er leitet seine Firma, ist kulturell, politisch und so oft es geht sportlich aktiv.

" Ich stehe voll im Training. Mein Fitnesszustand ist besser als vor einigen Jahren", erzählt der passionierte Radfahrer. Aktuell bereite er sich auf den Radmarathon in Norwegen vor, bei dem jährlich zur Sommersonnenwende die 540 Kilometer lange Distanz von Lillehammer nach Oslo zurückgelegt wird. Auf der Strecke müssen 3400 Höhenmeter bewältigt werden. Oßwald hat die Tortur im Jahr 2017 schon einmal gemeistert. " Ich habe damals meinen Freund Jörg Werner für verrückt gehalten, als er die Losung rausgegeben hatte, dass er mit mir gemeinsam unter 20 Stunden fahren will. Das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, da war ich mit 66 Jahren schon ein alter Sack", erinnert sich Oßwald. Nach 18:41 Stunden kam er damals in Ziel. Als Sechster seiner Altersklasse, was für ihn Ansporn war: " Diesmal peile ich 17:30 Stunden an und möchte die M 65/70 gewinnen." Dafür schwitzt er, sitzt pro Monat knapp 1100 Kilometer im Sattel. Im April wird er sogar mit einem Profi radeln, denn der von Oßwald gesponserte Maximilian Schachmann (2018 Deutscher Radsportler des Jahres) hat seinem Förderer als Geburtstagsgeschenk einen gemeinsamen Trainingstag versprochen.

Schon als Jugendlicher brannte Günter Oßwald für den Radsport, aber aufgrund seiner christlichen Erziehung im Elternhaus wurde ihm der Zutritt zur Sportschule verwehrt. Fortan standen Beruf und das Familienunternehmen im Mittelpunkt. 1979 übernahm er die Federnschmiede seines Vaters in der Mühlhäuser Kilianistraße 10. Als selbstständige Firma mit einer Steuerlast von 90 Prozent war es für Oßwald bis zum Fall der Mauer ein harter Kampf. Nach der Wende entwickelte er " Federn Oßwald" zu einem breit aufgestellten Unternehmen, das inzwischen mehrere Außenstellen in Thüringen, Hessen und Bayern hat. Schon 2016 wurde Oßwald vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Trotz der beruflichen Karriere, Allüren kennt er keine, seine Freunde von früher hat er nicht vergessen.

Indes blieb der Sport stets die große Leidenschaft, wobei er auch gern auf Skiern steht. " 2018 habe ich mit Tim Tscharnke den Wasalauf in Schweden mitgemacht, 90 Kilometer von Saelen nach Mora", erzählt Oßwald. Es seien sehr schwere Bedingungen gewesen, mit Neuschnee ohne Ende. Nach 7:05:01 Stunden kam der Senior im Ziel an.

Die Bewegung an der frischen Luft ist für ihn ein Lebenselixier. " Der Sport gibt mir Kraft, um gerade in diese schwierigen Zeiten die Aufgaben zu bewältigen", sagt Oßwald, der mit den politischen Entscheidungen in der Corona-Krise hadert. Was derzeit passiere, sei für die Wirtschaft fatal. Ebenso kritisch sieht er das Trainingsverbot, speziell für Kinder. " Dabei", so Oßwald, " ist Sport, frische Luft und gute Ernährung doch die beste Medizin."

Anfang der 1990er Jahren begann Oßwald, sich als Sponsor zu engagieren. Zunächst im Thüringer Skisport und bei Vereinen der Region.

" Besondere Momente habe ich mit den Langläufern erlebt, als Axel Teichmann und Marko Baacke mit mir als Kopfsponsor Weltmeister wurden. Oder 2006, als ich mit Axel zur Winterolympiade gefahren bin, als die erwarteten guten Leistungen der Langläufer ausblieben. Axel konnte seinerzeit nicht an den Start gehen, da er eine Haarwurzelentzündung hatte. Du kannst dir nicht vorstellen, für wie viel Unruhe seine Anreise bei den anderen Nationen gesorgt hatte, als er auf einmal mit mir im Olympiadorf auftauchte. Dann kamen die Medaillen und der Erfolg", erinnert sich Oßwald.

Zum ThSV Eisenach kam er durch seinen Sohn Mathias. " Nachdem er mal bei einem Spiel war, hat er mich gefragt. Papa, kannst du den ThSV auch unterstützen?" Das waren die Anfänge. Schon bald trug er selbst viele Jahre Verantwortung bei den Wartburgstädtern, als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Bis heute ist seine Firma einer der Co-Hauptsponsoren des Zweitbundesligisten. Von seinem Herz für den Sport profitierten in der Vergangenheit auch die Handballerinnen des Thüringer HC oder das internationale Glasbachrennen in Steinbach (Bad Liebenstein). Und nicht zu vergessen, Oßwald zählt zu den Vätern des seit 2005 ausgerichteten Stadtlaufes in seinem Heimatstädtchen. Dort sitzt er im Stadtrat und ist Mitglied des Männerchores " Liedertafel Treffurt". Viel besser kann man bürgerschaftliches Engagement nicht vorleben.

Mike ElAntaki