News / 2. Handball Bundesliga

Wir lassen uns noch die Butter vom Brot nehmen

Der ThSV Eisenach ist zurück in der 2. Handballbundesliga der Männer. Der erste Spieltag führte die Wartburgstädter am gestrigen Sonntag an die Elbe.

Der HC Elbflorenz war in der schmucken BallsportARENA Gastgeber. In den bisherigen zwei Punktspielen gegeneinander verließen beide Male die Dresdner als Sieger das Parkett. Beide Teams hatten sich im Sommer auf der Personalebene „runderneuert“. Beide waren „heiß“ auf den Punktspielstart. Beide lieferten sich einen packenden Fight, mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. Der HC Elbflorenz siegte letztendlich mit 28:26 (11:13). „Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen. Wir müssen daraus lernen“, resümierte ThSV-Manager Rene Witte.

Eisenachs Trainer Sead Hasanefendic entschied sich für das Torhüter-Duo Blaz Voncina und Stanislaw Gorobtschuk. Die Eisenacher, mit Adrian Wöhler auf Links- und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen, Alexander Saul, Luka Kikanovic und Yoav Lumbroso im Rückraum, Marko Racic am Kreis und Stanislaw Gorobtschuk im Tor, in der Anfangsformation, starteten überaus selbstbewusst. Die Protagonisten der Auftaktviertelstunde hießen Rückraumspieler Luka Kikanovic und der 2,08-Meter-Mann Marko Racic. Die Wartburgstädter kombinierten, als hätten sie schon länger in dieser Formation gespielt. Yoav Lumbroso, der 1,70-Meter große Regisseur, dirigierte mit viel Übersicht, Marko Racic war am Kreis nicht zu stellen. Gegen die Würfe von Luka Kikanovic schien kein Kraut gewachsen, mit seinem fünften Treffer wuchtete er zum 5:8 ein (19.). Die Hausherren waren verdutzt, brachten gleich zwei Siebenmeter am eingewechselten ThSV-Keeper Blaz Voncina nicht vorbei. Aber auch die Eisenacher brachten im ersten Abschnitt zwei Strafwürfe nicht unter. Das hemmte keinesfalls ihr Engagement. Eine kompakte Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter stoppte vielfach das Angriffsspiel der Hausherren. Eine Überzahlphase überstanden die Eisenacher schadlos. Willy Weyhrauch stibitzte sich das Leder und vollendete zum 7:11 (24.). Zwei ThSV-Fehler im Vorwärtsgang nutzten die Gastgeber zum 9:11 (27.). Adrian Wöhler traf Sekunden später zum 9:12 (28.). Jonas Thümmler verkürzte noch auf 11:13 zur Halbzeitpause. „Aufgrund der Überlegenheit hätten, die wir höher führen müssen“, unterstrich Sead Hasanefendic.

Die 1608 Zuschauer sahen eine völlig andere zweite Halbzeit. Die Gastgeber kamen nicht unerwartet mit neuem Elan aus den Kabinen. Dort hatten die Eisenacher ihre Souveränität gelassen. Mit neuem Personal holperte es. Sie bekamen in der Abwehr keinen Zugriff mehr. Die Dresdner trafen aus dem Fernwurf-Bereich schier nach Belieben. Plötzlich wurde auch Dresdens Schlussmann Mario Huhnstock ein Faktor. Er war immer wieder zur Stelle, meisterte in Serie Bälle auch aus naher Distanz. Die Hausherren trafen beim 15:14 (35.) zur erstmaligen Führung. Die Wartburgstädter wehrten sich vielfach nicht regelkonform, kassierten Zeitstrafen und Siebenmeter. Die Elbestädter nutzten das gnadenlos aus. Beim 18:18 (41.) leuchtete letztmalig ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Die Dresdener hatten längst das Zepter übernommen, waren das dominierende Team. Beim 24:19 (50.) deutete sich Eisenachs Niederlage an, zumal beste Torchancen ausgelassen wurden, technische Fehler unterliefen. Spannend hätte es werden können, wenn ein Saul-Wurf beim Stand von 25:22 (56.) im Netz gezappelt hätte. Das Aufbegehren der Eisenacher blieb erfolglos. „Für viele unserer jungen Spieler ist diese Liga völliges Neuland. Sie müssen sich an dieses erst noch gewöhnen“, unterstrich Sead Hasanefendic.

Nächste Gelegenheit für das junge Eisenacher Team am Freitag, 30.08.2019 um 20 Uhr im Heimspiel gegen den TV Hüttenberg

Statistik

HC Elbflorenz: Huhnstock, Göres, Mohs; Pulay(1), Dierberg(3/1), Gugisch(5/1), Buschmann, Dumcius(7), Kretschmer (4/2), Jungemann, Hoffmann, Greß (4), Vanco (1), Kasal (1), Thümmler (1), Pechstein (1)

ThSV Eisenach:  Gorobtschuk, Voncina; Kikanovic (5), Wöhler (1), Potisk, Ulshöfer (1), Miljak, Tokic (5), Richardt, Mürköster (2), Obranovic, Lumbroso (2), Snajder (2), Racic (1), Weyhrauch (3), Saul (4/2)

Siebenmeter: HC Elbflorenz: 4/7, ThSV Eisenach: 2/4

Strafminuten: HC Elbflorenz: 8 Min., ThSV Eisenach: 12 Min.

Schiedsrichter: Heine/Standke

Zuschauer: 1608

Th. Levknecht