3. Liga

Jungspunde als Retter in Not

09.09.2018 - Bundesliga

Lars Kremmer und Martin Potisk sind in heikler Phase zur Stelle

Jubel nach dem Abpfiff. Unser Team dankt den mitgereisten Fans - sportfotoseisenach

Dritter Sieg im dritten Saisonspiel. Der ThSV Eisenach kehrte mit einem 23:19 (15:8)-Erfolg vom Auswärtsspiel bei der MSG Groß-Bieberau/Modau zurück. Das sind die für die Tabelle der 3.Liga Ost zählenden Fakten. Die Wartburgstädter, im Odenwald ohne die verletzten Justin Mürköster, Willy Weyhrauch und Mladan Jovanovic, mussten allerdings die Tabellenführung an die SG Nußloch abgeben, die nach dem 31:21-Sieg über die HSG Hanau das um 4 Treffer bessere Torverhältnis aufweist. Ebenfalls 6:0 Punkte werden für die SG Baunatal notiert. Am kommenden Samstag, 15.09.2018 empfängt der ThSV Eisenach um 19.30 Uhr den SV Germania Großsachsen.

 

Nach starker erster Halbzeit völlig die Linie verloren
Hannes Iffert hart attackiert - sportfotoseisenach

Zur Halbzeit schien es in der Sporthalle Am Wesner ein entspannter Abend für das Team und die erneut über 100 mitgereisten Fans von der Wartburg zu werden. Das an der Anzeigetafel leuchtende 8:15 war Beleg für die Dominanz der Gäste. Flüssiges Angriffsspiel und eine kompakte Abwehrarbeit im Zusammenspiel mit Keeper Stanislaw Gorobtschuk prägten die ersten 30 Minuten. Dass beide Hauptgewinne der Tombola für einen guten Zweck (ein Trikot der Rhein-Neckar-Löwen und ein handsigniertes Trikot von Kulttorhüter Chrischa Hannawald) in das blau-weiße Fanlager gingen, sorgte für zusätzlich gute Stimmung. Doch dann schienen die Eisenacher auf dem Parkett von allen guten Geistern verlassen. Das Konzept zum erfolgreichen Bespielen der Abwehr der Gastgeber schienen sie nahezu vollends vergessen. Anspiele zum Kreis, zu Hannes Iffert, wie im ersten Abschnitt, aus denen auch drei von Daniel Luther sicher verwandelte Strafwürfe resultierten, fanden nicht mehr statt. „Die Gastgeber konnten dadurch in der Abwehr offensiver werden, konzentrierten sich auf unsere Fernwerfer, was uns überhaupt nicht behagte“, konstatierte Hannes Iffert, der mit einem Muskelfaserriss im rechten Arm seit Wochen auf die Zähne beißt. (Das Comeback von Kreisspieler Justin Mürköster wird sehnlichst erwartet.) Alexander Saul, mit einer 100-Prozent-Quote im ersten Abschnitt (4 Würfe – 4Tore), fabrizierte nur noch Fahrkarten. „Dass wir mit einem 0:3-Tore-Lauf in die zweite Halbzeit starten, das darf uns nicht passieren“, bekannte Hannes Iffert, der sich mit Jonas Bogatzki die Aufgaben am Kreis teilte. „Wir haben die Hausherren stark gemacht“, schüttelten ThSV-Präsident Shpetim Alaj und ThSV-Manager Rene Witte den Kopf. Mit drei Toren in Folge nach Wiederbeginn witterten die Gastgeber Morgenluft, verkürzten Treffer um Treffer, allen voran Rückraumspieler Till Buschmann (7 Tore). Den Eisenachern gelangen zwischen der 31. und 51. Minute ganze 4 Treffer. Unter dem Druck der Hausherren-Abwehr fabrizierten sie nun 8 Technik- und Regelfehler (im ersten Abschnitt waren es nur 2!). „Mit Engagement, Wille und Einsatzbereitschaft hatten wir den Topfavoriten plötzlich am Rand einer Niederlage“, lobte Thorsten Schmidt, der Coach der MSG Groß-Bieberau/Modau, seine Schützlinge. Beim 19:20 (50.) hing der Eisenacher Sieg am berühmten seidenen Faden. „Uns unterliefen dann im Übereifer Fehler, das lag freilich auch an der Qualität des Kaders der Gäste“, fügte Thorsten Schmidt hinzu.

 

Mut belohnt: Wichtiger Kempa-Treffer
Wieder mit guter Wurfquote: Adrian Wöhler - sportfotoseisenach

Es waren die dienstältesten Eisenacher, Daniel Luther und Adrian Wöhler, die sich in dieser heiklen Phase zu einem Kempa-Treffer fanden, der zum 19:21 im Netz zappelte (52.). Zwei Jungspunde, Torhüter Lars Kremmer (20 Jahre) und Rückraumspieler Martin Potisk (19), setzten schließlich die big points. Lars Kremmer, war zur Stelle, verhinderte Einschläge im ThSV-Kasten. Der junge Mann aus Wernshausen parierte nach seiner Einwechslung 7 von 12 Bällen! „Mit seinen Qualitäten im 1:1 setzte Martin Potisk wichtige Akzente“, lobte auch Trainer Hasanefendic den Slowaken. Dieser hatte die richtigen Antworten auf die offensive Abwehr der Hausherren, ging leichtfüssig und zielstrebig gleichermaßen in die Tiefe, markierte auch das 19:22 (54.). Kurz darauf verloren die Eisenacher ihren Abwehr-Recken Duje Miljak nach dessen dritter Zeitstrafe. In Unterzahl konnte Martin Potisk nur regelwidrig gestoppt werden. Der Sünder (Kris Jost) kassierte eine Zeitstrafe. Doch Jonas Richardt fabrizierte einen technischen Fehler. Ohne Folgen. Die Eisenacher eroberten sich das Leder zurück. Kaltschnäuzig verwandelte der 23-jährige Armend Alaj, bereits nach 17 Minuten für Jonas Richardt auf Rechtsaußen gekommen, einen Abpraller zum 19:23-Endstand (59.).

Es schien ein entspannter Abend zu werden
Lars Kremmer machte zum richtigen Zeitpunkt seinen Laden dicht - sportfotoseisenach

Die Eisenacher begannen in der Startformation der letzten Spiele. Das Training der Woche schien gefruchtet zu haben. Der Angriff setzte Vorgaben bestens um, was 15 Treffer im ersten Abschnitt belegen. Alexander Saul traf per Schlagwurf zum 3:5 (12.), Adrian Wöhler nach einer Rückhandablage von Daniel Luther zum 3:7 (17.). Die frühzeitig den (erfolgreichen) Zweikampf suchende Abwehr setzte frühzeitig Stopp-Zeichen. Alexander Saul ließ das Netz zum 5:11 zappeln (22.). Stanislaw Gorobtschuk blieb im Siebenmeterduell gegen Michael Malik Sieger (24.). Beim Tempogegenstoß bediente Adrian Wöhler von Linksaußen den auf Rechtsaußen lauernden Armend Alaj zum 7:14 (27.). Es schien ein entspannter Abend zu werden…

Manager Witte: „Wir haben noch viel zu arbeiten!“
Marcel Schliedermann musste viel einstecken. Rechts Jonas Bogatzki - sportfotoseisenach

„Der ThSV Eisenach hat sich den Sieg in der ersten Halbzeit verdient. Die Hypothek des 7-Tore-Rücckstandes war zu hoch. Am Ende fehlten uns die Körner“, bekannte Thorsten Schmidt. Ähnlich sah es sein Eisenacher Kollege. „Der 4-Tore-Sieg geht in Ordnung.“, so Sead Hasanefendic. „Wir mussten im zweiten Abschnitt viel Kraft investieren. Es muss uns gelingen, die Qualität, die Überlegenheit unseres Kaders, in der 3.Liga auf dem Parkett zu zeigen“, erklärte ThSV-Präsident Shpetim Alaj, der - ebenso wie Manager Rene Witte - den mitgereisten Fans für deren lautstarke Unterstützung dankte. „Die zweite Halbzeit hat gezeigt, wir haben noch viel zu arbeiten, wir sind noch im Entwicklungsprozess“, betonte Rene Witte. Allen im Eisenacher Lager wurde erneut vor Augen geführt: Die 3. Liga wird weder ein Spaziergang noch ein Selbstläufer! Alle Teams brennen darauf, den haushohen Favoriten aus Thüringen ein Bein zu stellen.

 

Statistik
Der Gewinner des Hauptpreises einer Tombola für einen Sozialen Zweck, ein Trikot der Rhen-Neckar Löwen, ging in unser Fanlager - sportfotoseisenach

MSG Groß-Bieberau/Modau : Khan, Juzbasic; Arnold (2), Jusys, Malik (1/1), Bauer (2), Buschmann (7), Rivic, Lebherz (1), Weber, Jost (1), Ahrensmeier (1), Batinovic (4)

 

ThSV Eisenach : Gorobtschuk, Brand, Kremmer; Iffert (1), Bogatzki, Wöhler (4), Potisk (3), Luther (6/5), Miljak, Schliedermann (2), Richardt, A. Alaj (3), Streckhardt, Saul (4)

Siebenmeter : MSG Groß-Bieberau/Modau 2/1

ThSV Eisenach 4/4

 

Zeitstrafen : MSG Groß-Bieberau/Modau 5 x 2 Min.

ThSV Eisenach 6 x 2 Min., Rot für Miljak n. 3. ZS, 57.

 

Schiedsrichter : Sven Beck/ Sven Braun

 

Zuschauer : 500

 

Th. Levknecht