Handball-Festtagsstimmung mit 2.000 Zuschauern

ThSV Eisenach erobert die Tabellenspitze

07.10.2018 - Bundesliga

Nochmals großer Bahnhof für die Helden von 1958

Justin Mürköster, Geburtstagskind Alexander Saul und Adrian Wöhler jubeln - sportfotoseisenach

An diesem Abend passte alles! Der ThSV Eisenach, stolz auf seine Tradition, ehrte mit Wolfgang Eisenhardt, Frieder Singwald und Horst Ehrhardt die letzten noch lebenden Helden aus dem Oktober 1958, als Motor Eisenach den Titel des Deutschen Meisters im Feldhandball eroberte. Gänsehaut pur, als sie in die Hall of Fame des ThSV Eisenach aufgenommen wurden. Dem Vater des Erfolges vor 60 Jahren, Werner Aßmann, wurde diese Ehre unmittelbar zuvor zuteil. Die aktuelle Eisenacher Handballgeneration stürmte in den anschließenden 60 Minuten mit einem 28:22 (15:12)-Erfolg im Ligagipfel über die SG Nußloch an die Tabellenspitze der 3. Liga Ost, nährte damit die Hoffnung, dass es im nach dem Spielertrainer von 1958 benannten Handballtempel unter der Wartburg bald wieder Zweitbundesliga-Handball geben wird. Die stimmungsvolle Kulisse von über 2.000 Zuschauern (!!) genoss diesen Handballfeiertag in vollen Zügen.

Linkshänder-Duell an Geburtstagskind Alexander Saul

„Den Grundstein haben wir in der Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter gelegt. Aus dieser stabilen Abwehr haben wir mit viel Tempo zum Gegenstoß angesetzt“, bilanzierte Willy Weyhrauch. Der Eisenacher Rechtsaußen und sein Teamkollege auf Linksaußen, Adrian Wöhler, versenkten in diesem Stil zusammen 9 Bälle. „Unser kontrollierter Positionsangriff rundete unser Spiel ab“, ergänzte Willy Weyhrauch. Da erwischte Alexander Saul einen Sahnetag. An seinem 23. Geburtstag gewann er das Linkshänderduell mit seinem prominenten Gegenüber, Ex-Nationalspieler Christian Zeitz, überaus deutlich. Saul markierte 7 Treffer aus 9 Würfen. Die inzwischen 37-jährige THW-Kiel-Legende auf der Gegenseite brachte es auf lediglich 3 Treffer, sicherlich auch der Abwehrarbeit von Eisenachs Marcel Schliedermann geschuldet. Die letzten Würfe von Christian Zeitz landeten (schon resignierend?) weit über dem Eisenacher Gehäuse. Dass Kevin Bitz aus dem linken Rückraum für die SG Nußloch 12 Bälle versenkte, hatte letztendlich nur statistischen Wert. Ein anderer Punkt aus der Statistik hatte wesentlichen Einfluss. ThSV-Keeper Stanislaw Gorobtschuk war im Spitzenspiel zur Stelle, parierte bis zur 53. Minute 12 Bälle. Der junge Lars Kremmer hernach meisterte nochmals 3 Würfe. Das Torhüterduell ging, so Christian Müller, der Coach der SG Nußloch, klar an den ThSV Eisenach. Dieser ließ sich nach dem Treffer von Youngster Noah Streckhardt zum 15:12-Pausenstand und dem nach Wiederanpfiff von Daniel Luther verwandelten Siebenmeter zum 16:12 nicht von der Siegerstraße abbringen, blieb im Finish hoch konzentriert und erhöhte die Tordifferenz vom 25:22 (56.) noch auf 6 Treffer beim Abpfiff (28:22).

Statistik
Tempogegenstoßspezialist Willy Weyhrauch: 4 Würfe - 4 Treffer

ThSV Eisenach : Gorobtschuk, Kremmer, Brand; Iffert, Bogatzki, Wöhler (5), Potisk, Luther (4/3), Miljak, Schliedermann (2), Richardt (1), A. Alaj, Streckhardt (1), Mürköster (4), Weyhrauch (4), Saul (7)

 

SG Nußloch : M. Nitz, Lieb; Kuch, Müller (4), Zeitz (3), Geppert (1), Gäßler, M. Schmitt, Buse, K. Bitz (12), N. Schmitt, Herrmann (2/1), Ganshorn, Petroczi

 

Siebenmeter: ThSV Eisenach 3/3 – SG Nußloch 1/1

 

Strafminuten : ThSV Eisenach 2 x 2 Min. – SG Nußloch 0

 

Schiedsrichter : Bolus/ Foitzik

 

Zuschauer : 2.018

 

Th. Levknecht