Auszeit mit Jannis Schneibel
„Ich bin überzeugt, meine Schulter hält den Belastungen stand.“
Hallo Herr Schneibel, wie geht es Ihrer rechten Schulter?
Sehr gut. Die Schulter ist sehr stabil. Von Tag zu Tag habe ich weniger Probleme, weniger Einschränkungen. Kurzum, ich habe ein sehr gutes Gefühl.
Im letzten Zweitliga-Heimspiel vor dem Aufstieg ist Ihre folgenschwere Verletzung passiert. Wissen Sie noch, was Ihnen damals durch den Kopf ging?
Mir war nicht gleich bewusst, dass ich aufgrund der schlimmen Verletzung nicht am letzten Saisonspiel in Coburg teilnehmen kann. Der Focus lag an diesem Tag auf das Heimspiel gegen den 1. VfL Potsdam, das es zu gewinnen galt. Ich habe von außen mit den Jungs auf der Platte mitgefiebert. Die genaue Diagnosestellung erfolgte erst in den Tagen darauf.
Ein paar Tage später gelang durch den Sieg in Coburg der Sprung in die Bundesliga. Wie haben Sie den Abend erlebt?
Das war eine Achterbahn der Gefühle. Ich erinnere an die Ausfälle vor und während der Partie. Unser Kapitän und Kreisspieler Peter Walz war gesperrt. Rückraumkollege Daniel Hideg kugelte sich den Finger aus. Und dann war der zwischenzeitliche 7-Tore-Rückstand. Was sich in den letzten 20 Minuten abspielte, ist schwer in Worte zu fassen, man muss dabei gewesen sein. Über 1.000 Eisenacher Fans peitschten uns unaufhörlich nach vorn, stürmten nach dem Abpfiff und dem feststehenden Aufstieg das Parkett der Coburger Arena, haben mit uns gefeiert.
Die Genesung hat fast ein halbes Jahr gedauert. Was war alles an Operationen und Rehamaßnahmen nötig? Und wer hat Ihnen in dieser langen Phase emotional den Rücken gestärkt?
Ein Tag nach dem denkwürdigen Spiel in Coburg erfolgte die erste Operation. Mit wurde eine Platte in die Schulter eingesetzt. Diese wurde nach 10 Wochen entfernt. Über den gesamten Zeitraum standen tägliche Reha-Maßnahmen an. Genauer gesagt, 5 Monate, 150 Tage. Ich habe die Tage gezählt. Unsere Mannschaft mit Trainer Misha Kaufmann hatmir extremen Rückhalt gegeben. Meine Familie und meine Freunde haben mich intensiv unterstützt.
Haben Sie volles Vertrauen, dass die Schulter den Belastungen standhält?
Ja. Im Verlauf der Reha habe ich meine Schulter, ja meinen ganzen Körper noch besser kennengelernt. Ich bin überzeugt, die Schulter hält den Belastungen stand.
Vor zwei Wochen haben Sie Ihr Comeback im Spiel gegen Wetzlar gegeben. Woran haben Sie gedacht, als Ihnen Trainer Misha Kaufmann das Signal gab: Jannis, ab geht´s auf die Platte?
Ich habe mich riesig gefreut, erstmals wieder bei der Erwärmung dabei zu sein und dann in der Werner-Aßmann-Halle mit einzulaufen. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl, als mich Misha Kaufmann dann einwechselte, der Hallensprecher mich begrüßte, der Applaus von den Rängen mich erreichte. Schnell habe ich mich auf das Spiel fokussiert, was ich einbringen kann.
Der ThSV ist bemerkenswert gut in die Saison gestartet, was viel mit der Heimstärke zu tun hat. Wie haben Sie die ersten Wochen des Spieljahres erlebt?
Wir sind super gestartet; besser, als von vielen erwartet. Leider gelang es uns nicht, greifbare Punkte aus den Auswärtsspielen in Hannover und Erlangen mitzunehmen. Für mich persönlich galt es, meine Mannschaft von außen zu unterstützen. Na klar, gern hätte ich von Beginn auf dem Parkett gestanden, um direkt zu helfen.
Mittlerweile ist der Abstiegskampf das beherrschende Thema an der Wartburg. Ihre Mannschaft rangiert nach 15Spieltagen auf dem 17. Tabellenplatz, einem Abstiegsplatz? Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft angesichts der starken Konkurrenz bestehen kann?
Wir wussten von Beginn, dass es nicht nur keine einfache,sondern eine ganz schwere Saison wird. Wir wussten, es wirdmöglicherweise Phasen geben, in denen wir als Aufsteiger mehrere Spiele verlieren. Unsere Trainingsleistungen und die Entwicklung des Teams betrachtend, ich bin überzeugt, wir werden in der Liga bestehen.
Wie würden Sie die Stärken und Schwächen des Eisenacher Teams beschreiben?
Unsere Abwehr gehört weiterhin zu unseren Stärken. Wir zwingen zumeist den sportlichen Gegner ins 7 gegen 6. Die Gegner finden keine Lösungen. Wir wissen, wir sind individuell nicht die beste Mannschaft, aber als Kollektiv sind wir stärker als alle anderen. Das gehört zu unseren Stärken. Wir legen sehr großen Wert auf Struktur im Angriff und die Aufgabenverteilung in der Abwehr. Leider sind oftmals Phasen von fünf bis zehn Minuten zu registrieren, in denen wir teilweise im Angriff unkonzentriert agieren, in denen wir das Spiel hergeben. Daran arbeiten wir im Training, besprechen diesen Fakt auch.
Welche Rolle spielt beim ThSV das familiäre Umfeld inklusive des begeisterungsfähigen Publikums in der Werner-Aßmann-Halle? Wie groß sind die Unterschiede zu den Rhein-Neckar Löwen, von denen Sie vor drei Jahren nach Thüringen gewechselt sind?
Das familiäre Umfeld spielt eine wichtige Rolle, gehört zu unseren Stärken. Inbegriffen sind die vielen ehrenamtlichen Helfer. Nach drei Jahren in Eisenach freue ich mich über sehr enge Freundschaften, die Bekanntschaft mit vielen Menschen. Unsere Fans sind extrem begeistert. Sie haben einen großen Anteil an unserem erfolgreichen Weg. Bei den Rhein-Neckar Löwen habe ich überwiegend in der 2. Mannschaft gespielt, da ist die Fanschaft sehr gering. Oftmals sind nur die Familien und Freunde bei den Spielen zugegen. In Eisenach ist die Anbindung an den Verein, an den ThSV Eisenach, eine andere. Ich wohne und lebe hier, denke Tag für Tag an Handball.
Manuel Zehnder ist auf der Regieposition derzeit eine Bank. Wo sehen Sie in den kommenden Wochen Ihre Rolle – und wie ähnlich oder unterschiedlich sind sich die Spielertypen Zehnder und Schneibel?
Für mich sind die nächsten Wochen wichtig. Ich will mich noch mehr wieder in die Mannschaft einschließlich Spielbetrieb integrieren, zu meiner Stärke zurückfinden, die mich ausgezeichnet hat, unserem Angriff Struktur zu geben. Manuel Zehnder und ich sind uns ähnlich. Die Mitspieler in Szene zu setzen, mit einem starken 1 gegen 1 Räume für andere zu schaffen, mit individuellen Fähigkeiten die Qualität unseres mannschaftlichen Angriffsspiel zu erhöhen. Sprich, die individuellen Stärken einzusetzen und sie optimal für die Mannschaft zu nutzen.
War es immer Ihr Traum, irgendwann einmal in der Bundesliga zu spielen?
Tatsächlich, ich habe im Alter von 10 Jahren in ein Freundebuch geschrieben, ich möchte in der Bundesliga spielen. Das war schon als Kind mein Traum, den ich mir beim und mit dem ThSV Eisenacher erfüllt habe.
Ulrich Klemm, www.insuedthueringen.de
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