Auszeit mit Runar Sigtryggsson

„Ich habe meinen Spielern die Eisenacher Heimspiele gezeigt, sie wissen, was auf sie zukommt.“ – Nachgefragt beim Coach des SC DHfK Leipzig 

Runar Sigtryggsson im Jahr 2020 als Coach des EHV Aue

 

Der ehemalige Eisenacher Spieler und Trainer Runar Sigtryggson kommt am Freitag, 08.12.2023 als Coach des SC DHfK Leipzig zum Derby nach Eisenach (Anwurf 20.00 Uhr). 

Zu Wochenmitte sprachen wir mit Runar Sigtryggsson:  

Deutschland lässt den Isländer Runar Sigtryggsson nicht los. Nach Stationen als Spieler bei Fisch Auf! Göppingen, Wallau-Massenheim und ThSV Eisenach, als Trainer beim ThSV Eisenach, EHV Aue und HBW Balingen-Weilstetten sind Sie seit dem November des Vorjahres Coach beim SC DHfK Leipzig. Ihre Mannschaft belegt aktuell mit ausgeglichenem Punkteverhältnis (15:15) den 7. Tabellenplatz. Sind Sie damit zufrieden?

Halbwegs. Nach schwierigem Start, bei dem wir enge Spiele verloren haben, gewinnen wir inzwischen enge Spiele und sammeln Punkte. 

Wo soll es nach Platz 11 in der Vorsaison in dieser Spielzeit hingehen?

Am liebsten natürlich nach oben. In dieser Liga liegen alle Teams eng beieinander. Nach zwei Siegen klettert man drei Plätze nach oben, nach zwei Niederlagen drei Plätze nach unten. 

Auf welche Spielphilosophie setzt Runar Sigtryggsson?

Auf ein schnelles und flexibles Spiel mit vielen Facetten, je der Spielsituation entsprechend.  Meine Jungs wissen das. 

Welche Rolle spielt der aus Flensburg zurückgekehrte Franz Semper?

Er spielt eine große Rolle, beweist bei uns seine Qualitäten. In Flensburg bekam er nicht viele Spielanteile, bei uns schon. Das bekommt ihm gut. Gemeinsam mit Viggo Kristianssonbesetzt er die Position im rechten Rückraum. Wenn einer heiß läuft, bringe ich den anderen. 

Ihr Sohn Andri Runarsson ist inzwischen ein wichtiger Teil der Mannschaft geworden…?

Als Spielmacher übernimmt er viel Verantwortung. Er musste hierfür seinen Spielstil verändern, ließ anfangs die eigene Torgefahr vermissen. Seine Entwicklung verläuft gut. 

Blicken wir auf den vergangenen Spieltag. Nach einer 19:14-Führung wurde es in der Partie gegen den HC Erlangen nochmals eng, bis ein 20:19-Sieg in die Wertung einging. 

Wie immer gegen Erlangen, es war eine sehr körperbetonte Partie mit zwei roten Karten. Nach der erwähnten 19:14-Führung unterliefen uns gleich vier technische Fehler hintereinander, die die Franken eiskalt bestraften. Plötzlich stand es nur noch 19:18. Wir ließen uns die beiden Punkte aber nicht mehr entreißen. 

Freitag geht es nach Eisenach. Hier waren Sie Spieler und Trainer. Welche Erinnerungen haften noch bei Ihnen? Haben Sie Kontakte zu damaligen Teamkollegen?

Meine Zeit in Eisenach in Eisenach ist nahezu 20 Jahre her. Ohne ins Detail zu gehen, es war eine turbulente Zeit! Es war keine einfache Konstellation in allen Bereichen. Ich habe viel für mich selbst gelernt. Lose Kontakte gibt es noch zu Karsten Lehmann und Krisztian Szep-Kis. 

Verfolgen Sie noch Ihre ehemaligen Vereine ThSV Eisenach und EHV Aue? 

Meine Zeit ist begrenzt, aber ich informiere mich schon. In Vorbereitung der Partie am Freitag habe ich mir viele Spiele des ThSV Eisenach angeschaut. Mit dem EHV Aue pflegen wir ja eine Partnerschaft, kommen junge Spieler von uns per Zweitspielrecht im Erzgebirge zum Einsatz. Das hilft uns und den jungen Spielern, hoffentlich auch dem EHV Aue. 

Ist die Partie am Freitag für Sie eine Besondere?

Die Werner-Aßmann-Halle ist, ähnlich wie die Erzgebirgshalle, eine der noch wenig existierenden engen Hallen, in denen die Stimmung richtig kocht. Der Trend geht zu den großen Arenen. Wenn ich die Werner-Aßmann-Halle betrete, erwachen die Erinnerungen an meine Zeit hier. Das erging mir schon so, als ich mit dem EHV Aue hier war. Ich kenne viele Gesichter, freue mich, den einen oder anderen Bekannten wieder zu treffen. 

Wie sieht es personell aus?

Wir werden wahrscheinlich mit der Formation vom Heimsieg über Erlangen auflaufen. Eventuell ist der zuletzt fehlende Simon Ernst wieder dabei. 

Auf was für ein Spiel bereitest Du deine Mannschaft vor?

Ich habe meinen Spielern die Eisenacher Heimspiele gezeigt, sie wissen, was auf sie zukommt. Ein Kampfspiel! Sie müssen nicht nur gegen die Eisenacher Mannschaft, sondern auch gegen die Halle spielen. Es wird so laut, dass sie ihr eigenes Wort auf dem Parkett nicht verstehen. Die Kommunikation untereinander wird dadurch nicht so wie gewohnt sein.  

Th. Levknecht 

 

Runar Sigtryggsson im Jahr 2004 für den ThSV Eisenach am Ball