Beide stufen das Remis als Punktgewinn ein
ThSV Eisenach und HC Erlangen trennen sich 25:25 (13:10) / Starker Auftritt von Eisenachs Spielmacher Felix Aellen, dem 11 Treffer aus 12 Versuchen gelingen/ ThSV Eisenach bleibt vor dem HC Erlangen, klettert mit nunmehr 16 Punkten auf den 12. Tabllenplatz
Auch wenn die Spieler des ThSV Eisenach nicht so ganz zufrieden waren, die Trainer beider Mannschaften, Sebastian Hinze (ThSV Eisenach) und Johannes Sellin (HC Erlangen), sprachen nach dem 25:25 (13:10) von einem gerechten und verdienten Unentschieden, einem Punktgewinn für beide. Der ThSV Eisenach und der HC Erlangen lieferten sich einen intensiven, aber überaus fairen Schlagabtausch. Die Referees Markus Kauth und Andre Kolb verhängten nur zwei Zeitstrafen, beide für die Gastgeber. Die Wartburgstädter stockten ihre Bilanz auf 16 Pulszähler auf, bleiben in der Tabelle vor den Franken, kletterten sogar auf den 12. Tabellenplatz.
Statistische Werte sprachen für den ThSV Eisenach
Statistische Werte sprachen eigentlich für den ThSV Eisenach. Seine Wurfquote lag bei 64 Prozent, gegenüber 58 Prozent beim HC Erlangen. Bei den erfolgreichen Angriffen hatte der ThSV Eisenach eine Quote von 74 Prozent gegenüber 66 Prozent. Das Torhüterduell ging mit einer Fangquote von 34 Prozent für Matija Spikic, 26 Prozent für Khalifa Ghedbane, an den Eisenacher Keeper. Nur in der Zahl der technischen Fehler wies die Statistik mit 7 zu 9 einen kleinen Vorteil für die Franken auf.
Emotionen auch an einem Wochentag im Thüringer Handballtempel
Die im Vorfeld von Erlangens Tim Gömmel prognostizierte „ekelhafte Kulisse“ und ein „ekelhaftes Spielsystem“ fanden nicht statt. Das besondere Flair des Thüringer Handballtempels, mit 2.850 Fans in ausverkaufter Halle, die ihre Mannschaft nach vorne peitschen, waren freilich auch an diesem Abend ein Pfund des ThSV Eisenach. Am Fuße der Wartburg wird Hand gelebt. Die Zuschauer beflügeln, ja tragen ihre Mannschaft regelrecht. Sie reagieren emotionsvoll, wenn sie meinen, einem ihrer Spieler geschieht Unrecht. Erlangens Antonio Metzner wurde nach seinem überharten Einsteigen bei jedem Ballkontakt mit Pfiffen bedacht. Das steckte der 30-jährige Rückraumspieler allerdings gut weg, schien ihn sogar zu motivieren.
Hochspannung in der Crunchtime
„Das gesamte Spiel betrachtend, hatten wir gute Chancen auf einen Sieg. Wir haben es nach der Pause versäumt, entscheidend wegzuziehen. Die Möglichkeiten waren da. Uns fehlte der Killerinstinkt. In der Schlussphase gingen die Gäste gar in Führung, sodass wir letztendlich froh waren, den einen Punkt einzufahren“, konstatierte Felix Aellen. Der 22-jährige Schweizer auf der Regieposition des ThSV Eisenach wartete mit einer ganz starken Leistung auf, markierte 11 Treffer aus 12 Versuchen. „In der Crunchtime hätte die Partie nach jeder Seite kippen können. Beide Mannschaften haben alles rausgehauen. Uns unterliefen ein oder zwei Fehler zu viel“, bilanzierte Rene Witte, der Geschäftsführer des ThSV Eisenach. Johannes Sellin, der Coach des HC Erlangen, lobte zwei Youngster: „Nachdem Maciej Gebala frühzeitig verletzungsbedingt ausfiel, haben mit Tobias Bruch und Florian Scheerer 21- und 22-Jährige den Deckungs-Innenblock übernommen und ihre Sache ausgezeichnet gemacht.“
„Wir haben phasenweise nicht gut verteidigt, phasenweise unsere Torchancen nicht genutzt“, merkte ThSV-Kapitän Peter Walz selbstkritisch an. Die Wartburgstädter vermochten nicht, ihre 15:11- und 16:12-Führungen zu Beginn der zweiten Halbzeit auszubauen. „Dadurch durften die Franken hoffen“, gestand Peter Walz. „Durch unsere technischen Fehler und Fehlwürfe blieben die Gäste dran“, so Eisenachs Rückraumspieler Max Benecke. Nach Eisenachs Treffer zum 20:17 durch den Ex-Erlanger Stephan Seitz (46.) wurde das Angriffsspiel der Gäste immer besser. Sander Överjordet dirigierte die Aufholjagd. Beim 22:22 (52.) trafen die Franken zum Gleichstand. Gian Attenhofer scheiterte beim Stand von 22:22 von Rechtsaußen (53.), Beim 22:23 betätige Sebastian Hinze den Buzzer zur Auszeit. Felix Aellen netzte kurz darauf per Dreher zum 23:23 ein (54.). Der nach dem Seitenwechsel zu großer Form auflaufende Matija Spikic im ThSV-Kasten parierte, doch im Gegenzug brachte Vincent Büchner von Linksaußen das Leder nicht an Gäste-Keeper Khalifa Ghedbane vorbei (55.). Dem HC Erlangen unterlief ein technischer Fehler, Eisenach Dominik Solak setzte das Leder über den Erlanger Kasten. Aus zentraler Position hämmerte Marec Nissen das Leder zum 23:24 ein (57.), brachten nach dem Ausgleichstreffer von Felix Aellen seine Farben wieder mit 24:25 in Führung (58.). Mit seinem 11.Treffer besorgte Felix Aellen den 25:25-Ausgleich (60.). Da waren noch 55 Sekunden zu absolvieren. Viel Zeit im modernen Handball. Mit seiner 13. Parade verhinderte ThSV-Schlussmann Matija Spikic die erneute Gästeführung. Während einer Auszeit 9 Sekunden vor dem Ende der Spielzeit besprachen die Eisenacher ihren letzten Spielzug, brachten für ihren Keeper einen zusätzlichen Feldspieler. „Wir wollten zu einem klaren Abschluss kommen“, begründete Sebastiasn Hinze diese riskante Maßnahme. „Es war abgesprochen, dass ich werfe. Ich habe meinen Wurf zu weit nach links gezogen, dieser wurde zudem noch ein wenig abgefälscht und verfehlte den Kasten“, schildert Peter Walz die Szene. Doch die Uhr war noch nicht ganz abgelaufen. Die Erlanger setzten zum Wurf in den leeren Eisenacher Kasten an. Als das Leder die Mittellinie überquerte, ertönte die Schluss-Sirene. „Ich hätte wahrscheinlich auch die Risiko-Variante gewählt“, ließ Johannes Sellin, der Coach des HC Erlangen, wissen.
ThSV Eisenach mit starke Defensivleistung
Von einer starken ersten Halbzeit sprach Eisenachs Linkshänder Max Beneke. „Wir standen defensiv sehr gut. Offensiv haben wir nicht immer die richtigen Lösungen gegen die gute 6:0-Abwehr des HC Erlangen gefunden“, blickte Sebastian Hinze auf die ersten 30 Minuten. Mentalitätsmonster Tillman Leu ließ den Funken gleich vom Parkett auf die Ränge überspringen. Nach 7 Minuten verschwand er verletzungsbedingt in den Katakomben. Justin Kurch übernahm im Angriff die Kreisposition, rückte in der Abwehr in den Innenblock. Die Gastgeber zogen vom 4:4 (11.) auf 8:4 davon (16.). ThSV-Keeper Matija Soikic hatte dem erneut blassen Erlanger Torjäger Viggo Krostjansson aus Nahdistanz das Leder abgekauft, wofür es Sonderbeifall gab. Beide Teams wechselten durch. Die Erlanger trafen zum Anschlusstreffer (8:7/20.). Stephan Seitz und Dominik Solak antworteten für die Gastgeber zum 10:7 (22.). Felix Aellen, Dominik Solak und Stephan Seitz bildeten nun die Rückraumreihe, Peter Walz besetzte den Kreis. Drei Treffer von Felix Aellen, zwei davon vom Strich, brachten eine 13:9-Führung für den ThSV Eisenach (29.). Inzwischen war auch Tillman Leu zurück auf dem Parkett.
ThSV Eisenach verpasst davonzuziehen
„Wir haben zur Pause daran geglaubt, dass für uns noch was geht. Wir haben dann mehr in die Breite gespielt“, erläuterte Johannes Sellin. Doch zunächst dominierten die Thüringer. Matija Spikic parierte einen Kristjansson-Siebenmeter (34.), Felix Aellen versenkte hingegen vom Strich zum 16:12 (35.). Blitzschnell die Füße schließend, parierte Matija Spikic einen weiteren Ball von Viggo Kristjansson, für den an diesem Abend 3 Treffer aus 8 Würfen in die Statistik eingingen, Bei den Gästen kam Antonio Mertzner wieder auf das Parkett. Mit ihm, an der Seite von Sander Överjordet, erhöhten die Gäste ihren Angriffsdruck. Die Eisenacher, inzwischen mit Stephan Seitz für Max Beneke im rechten Rückraum, fanden zunächst passende Antworten, Nach dem Anschlusstreffer der Gäste (18:17/44.) wuchtete Dominik Solak eine Freiwurfablage zum 19:17 ins Netz (44.). Stephan Seitz behauptete sich zum 20:17 (46.). Über Offensivfouls kamen die Franken mehrfach in Ballbesitz. Auf das 21:20 hatte Stephan Seitz noch die passende Antwort, netzte hellwach ein (50.). Am Ende leuchtete ein 25:25 auf der Anzeigetafel.
Statistik: ThSV Eisenach - HC Erlangen 25:25 (13:10)
ThSV Eisenach: Spikic (13 Paraden), Heinevetter; Joelsson 1, Reichmuth, Beneke 2, Attenhofer 1, Walz 1, Aellen 11/3, Meyer, Solak 2, Antonijevic, Seitz 3, Kurch 1, Büchner 2, Saul, Leu 1
HC Erlangen: Ghedbane (9 Paraden), Herceg; Runarsson 2, Nissen 6, Bialowas, Överjordet 5, Scheerer 1, Firnhaber, Bissel 3/2, Metzner 3, Buck, Kristjansson 3/2, Gebala, Gömmel 2
Siebenmeter: ThSV Eisenach 3/3 – HC Erlangen 4/5
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 2 x 2 Min. – HC Erlangen 0
Schiedsrichter: Kauth/Kolb
Zuschauer: 2.850 (ausverkauft)
Th. Levknecht
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