Bis zur 50. Minute schien für den ThSV Eisenach ein Punkt greifbar

Nach dem 19:20 folgte ein 0:8-Tore-Lauf zur 19:28-Niederlage/ Comeback von Jannis Schneibel nach 660 Tagen/ Donnerstag Heimspiel gegen den TVB Stuttgart  

Jannis Schneibel am Montagabend in der Arena Nürnberg beim Comeback nach 660 Tagen - sportfotoseisenach

„Das Ergebnis täuscht, wir befanden uns lange auf Tuchfühlung, besaßen die Chance auf Zählbares, doch wir ließen zu viele gute Torchancen ungenutzt, uns unterliefen zu viele Fehler“, analysierte Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach. Die Wurfquote der Wartburgstädter lag bei gerade einmal 50 Prozent. Das lag auch am zur Hochform auflaufenden Erlanger Keeper Pierre Rubens, der auf eine Fangquote von 44 Prozent kam. Der Neuzugang der Franken brillierte mit seiner Qualität bei Würfen aus Nahdistanz. Die Eisenacher verzweifelten mit zunehmender Spieldauer am Franzosen.  „Das Endergebnis spiegelt nicht die Leistung wieder. Wir sind aufgrund unserer guten Abwehr lange dran, laufen aber einem 1- bis 2-Tore-Rückstand hinterher.  Doch dann fehlte uns die Coolness beim Torwurf. Mit der Summe von Fehlwürfen und technischen Fehlern ist kein Bundesligaspiel zu gewinnen“, fand ThSV-Außen David More, der bei seinen 4 Treffern eine 100-Wurfquote in die Statistik einfließen ließ, klare Worte. „Unsere Abwehr stand gut, doch durch die vielen Fehler im Angriff mussten wir viele einfache Gegentore hinnehmen“, erklärte ThSV-Keeper Matija Spikic, der mit 10 abgewehrten Bällen seine Vorderleute unterstützt hatte.

Erlangens Torwart-Trainer Jerkovic: Eisenach hat bis zur 50. Minute richtig gut gespielt 

"Der ThSV Eisenach hat bis zur 50. Minute richtig gut gespielt. Auch Torhüter Matija Spikic bot im Verbund mit der Abwehr vor ihm eine gute Leistung. Dann bekommen die Spieler meines Ex-Vereins das Leder nicht an unserem Keeper vorbei, kassieren Gegenstoßtore. Dann kommt eine unnötige Zeitstrafe. Das Spiel geht plötzlich in eine ganz andere Richtung. Das Resultat zeigt nicht die Leistung des ThSV Eisenach. Wir konnten uns auf eine starke Abwehr im Zusammenspiel mit Torhüter Rubens Pjerre verlassen. Im Tempospiel müssen wir noch zulegen", bilanzierte Dragan Jerkovic, Torwarttrainer des HC Erlangen, einst im Tor des ThSV Eisenach.  

Trainer-Ikone Osmann: Bis zur 50. Minute war es eine ausgeglichene Partie

Zu den 4.271 Zuschauern in der 8.300 Zuschauer fassenden PSD Bank Nürnberg ARENA zählte auch Eisenachs Handball-Trainer-Ikone Rainer Osmann, der seit einigen Jahren im Fränkischen wohnt. „Beide Teams wussten, um was es geht, nämlich um Punkte, um aus unteren Tabellenregionen wegzukommen. Bis zur 50. Minute war es eine ausgeglichene Partie, nicht von hoher Qualität. Viele technische Fehler auf beiden Seiten, vielleicht auch der Bedeutung der Partie geschuldet. Ich war schon überrascht über Eisenachs 0:8-Tore-Lauf in den letzten Minuten zur 9-Tore-Niederlage“, bilanzierte Rainer Osmann am Morgen danach, als er die 84-jährige Fußball-Trainer-Ikone Hans Meyer zu einem Ausflug chauffierte.

ThSV-Coach Hinze: Wir haben eine überragende Abwehr gestellt

„Wir haben eine überragende Abwehr gestellt, hatten zunächst Schwierigkeiten offensiv ins Spiel zu finden, fanden dann aber zu mehr Struktur. Im zweiten Abschnitt fanden wir gute Lösungen, schlossen unsere Angriffe aber schlecht ab. Aus Nahdistanz lag unsere Wurfquote bei nur 80 Prozent“, konstatierte Sebastian Hinze. Eisenachs Rückraum- Innenblockspieler sah nach der 3. Zeitrafe Rot (53.), was für sein Team eine deutliche Schwächung zur Folge hatte. Die Nerven des Eisenacher Trainers lagen in der Schlussphase nach mehreren umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen blank, kassierte nach einem Handtuch-Wurf eine Zwei-Minuten-Strafe. „Ich habe mich wegen dieser Zeitstrafe schon bei der Mannschaft entschuldigt“, ließ Sebastian Hinze zur Pressekonferenz wissen.  Er musste schon in der ersten Halbzeit auf Felix Aellen verzichten, der umgeknickt war. Für ihn kam Vukasin Antonijevic. In der zweiten Halbzeit feierte Jannis Schneibel sein Comeback. Die an einem Montagabend ins Fränkische mitgereisten über 50 blau-weißen ThSV-Fans feierten die Rückkehr des Rückraumspielers lautstark. Sie feuerten während der gesamten 60 Minuten ihr Team unüberhörbar an.

Jannis Schneibel – Comeback nach langer Leidenszeit

Nach 660 Tagen stand Jannis Schneibel wieder in einem Pflichtspiel auf dem Parkett. Das letzte bestritt er noch im Trikot von HBW Balingen-Weilstetten. „Für dieses Comeback habe ich lange gearbeitet. Die Arbeit hat sich ausgezahlt. Ich habe mich mega gefreut, wieder mitwirken zu können. Beim Heimspiel gegen den THW Kiel saß ich ja schon mal auf der Wechselbank“, erklärte der 26-jährige Rückraumspieler. Er musste sich im Januar und Mai 2025 zwei Knie-Operationen unterziehen. Ein vorderer Kreuzbandriss musste zwei Mal operiert werden. Dann folgten sehr, sehr viele Reha-Tage. „Die Vorbereitung auf diese Saison habe ich schon komplett mit der Mannschaft absolviert. Seit 5 Wochen stehe ich voll im Mannschaftraining“, berichtet der Eisenacher Aufstiegsregisseur der Saison 2022/2023. „Ich hoffe, gesund und fit zu bleiben, mehr Rhythmus zu bekommen und den Jungs helfen zu können“, blickt Jannis Schneibel in die nahe Zukunft.

Am Donnerstag kommt der TVB Stuttgart in die Wartburgstadt

Bereits am Donnerstag, 01.10.2026 ist der ThSV Eisenach erneut um Punkte in der Opel Handball-Bundesliga gefordert. Er empfängt um 19.00 Uhr den TVB Stuttgart mit etlichen Ex-Eisenachern. Eintrittskarten sind online unter www.thsv-eisenach.de erhältlich.

 

Statistik: HC Erlangen - ThSV Eisenach 28:19 (14:11)

HC Erlangen: Pierre (14 P.), Herceg; Bandlow 2, Nissen 5, Y. Bialowas 5/2, Överjordet, Scheerer 2, Firnhaber, Bissel 1, Morante Maldonado 4, Lochman 2, L. Bialowas 1, Steinert 1, V. Kristjansson 2/1, Gebala 2, Gömmel

ThSV Eisenach: Spikic (10 P.), Grupe (1 P.); Joelsson 1, Scholtes 1, Attenhofer 3, Walz 1, More 4, Ende, Aellen 2/2, Solak 2, Antonijevic 2, Seitz 2, Kurch, Schneibel, Montebovi, Leu 1

Zeitstrafen:

HC Erlangen 5 x 2 Min.

ThSV Eisenach: 6 x 2 Min. / Rot for Solak n. 3. ZS (53.)

Siebenmeter:

HC Erlangen 3/5

ThSV Eisenach 2/2

Schiedsrichter: Bona/Frank

Zuschauer: 4.271 (PSD Bank Nürnberg Arena, Nürnberg)

Th. Levknecht
 

Felix Aellen knickte frühzeitig um, kam aber zu den Siebenmetern auf das Parkett - sportfotoseisenach
Oskar Joelsson beim Torwurf - sportfotoseisenach
Unser Coach unter Strom - sportfotoseisenach
Vukasin Antonijevic mit Power Richtung Erlanger Gehäuse - sportfotoseisenach
Wiedersehen mit Trainer-Ikone Rainer Osmann (2.v.r), links dessen Enkel Anton. Rechts ThSV-Interims-Pressesprecher Thomas Levknecht, 2.v.l Dieter Musin. ehrenamtlicher Helfer des ThSV Eisenach - sportfotoseisenach
Ein Teil der ThSV-Fans im weiten Rund der Arena in Nürnberg - sportfotoseisenach
Unser Team dank den an einem Montag ins Fränkische gereisten ThSV-Fans - sportfotoseisenach
Dominik Solak beim Wurf am Montagabend - sportfotoseisenach