Bravo! Unsere Zweite bejubelt ersten Sieg in der MHV- Regionalliga!

Famoser Schlussspurt! ThSV Eisenach II bezwingt den HC Aschersleben mit 36:32 (17:18)!

Ausgelassener Jubel nach dem Abpfiff - Foto: Ch. Heilwagen

Groß war der Jubel im Lager des ThSV Eisenach II! Im ersten Heimspiel der Regionalliga Männer des Mitteldeutschen Handballverbandes wurde der HC Aschersleben in einem furiosen Schlussspurt mit 36:32 (17:18) bezwungen. Beide Teams mussten auf ihre bundesligaerfahrenen Oldies verzichten. Ex-Nationalspieler Andreas Rojewski (HC Aschersleben) fehlte aus privaten Gründen, Duje Mijak (ThSV Eisenach II) berufsbedingt.

Über weite Strecken hing der Sieg der Eisenacher am berühmten seidenen Faden, lag der Thüringer Landesmeister im Spielverlauf oft hinten, ging auch mit einem 28:29-Rückstand (51.) in die Schlussphase. „Doch dann klappte das Zusammenspiel zwischen dem Abwehrblock und dem Torhüter besser, wir wechselten die Block-Ecke. Zudem wurden nun nahezu alle Zweikämpfe gewonnen, explodierten wir im Angriff“, strahlte Eisenachs Linksaußenspieler Leif Katzwinkel. „Wir sind cool geblieben. Mit zunehmender Spielzeit haben wir die Abwehr der Gäste gehörig in Bewegung gebracht, ließen selbst das Leder bis zur besten Wurfposition durch unsere Reihen laufen“, strahlte Rückraumspieler Julius Brenner. Über alle drei Kreispositionen wurde zum Torwurf angesetzt. Die Gäste wussten sich nur auf Kosten von Siebenmeter-Entscheidungen zu helfen. Spielertrainer Qendrim Alaj, als Angriffsregisseur eines seiner besten Spiele im ThSV-Trikot abliefernd, verwandelte 7 der 8 seinem Team zuerkannte Siebenmeter. Er stellte die Mannschaftsleistung heraus. „Wir haben nie aufgegeben, profitierten auch von der Mega-Stimmung auf den Rängen“, betonte Qendrim Alaj, dessen Team mit mehreren Kempa-Treffern für Beifallsstürme sorgte. Er hatte für die entscheidende Schlussphase die bestens harmonierende Formation gefunden, mit ihm selbst, Julian Rothhämel und Armend Alaj im Rückraum, Conrad Ruppert am Kreis, Leif Katzwinkel auf Links- und Marec Stupka auf Rechtsaußen sowie Aron Büchner im Tor. Die Gastgeber hatten noch Benzin im Tank, der Tank der Gäste war leer. „Bei unserem kleinen Kader war die Luft raus“, konstatierte Jakob Völksch, der Ex-Eisenacher in den Reihen des HC Aschersleben. Selbstkritisch sprach er die Szene in der 44. Minute an, als er das Leder vom Kreis nicht unterbrachte, seinen Ärger mit einer Geste kundtat, die von den Schiedsrichtern Anlass für eine Zwei-Minuten-Strafe waren. „Für uns alle war es eine Freude auf dem echten Handballparkett in der Werner-Aßmann-Halle vor einer stimmungsvollen Kulisse zu spielen. Ich habe das alles sehr genossen“, so der 19-jährige Kreisspieler. „Gegenüber der 10-Tore-Heimniederlage in der Vorwoche zeigten wir uns deutlich verbessert“, fügte der Schwarzschopf hinzu. Der mitgereiste Anhang dürfte das trotz der Niederlage wohlwollend registriert haben.

„Die Anspannung, die Aufregung war schon vor dem Spiel in der Kabine und bei der Erwärmung offensichtlich. Alle liefen erstmals zu einem Regionalliga-Punktspiel in heimischer Halle auf, wollten dies unbedingt erfolgreich abschließen, das öffentliche Lob vom Auswärtsspiel in Plauen bestätigen. Das ist uns dann auch gelungen. Bei unserer 33:30-Führung knapp fünf Minuten vor dem Ende habe ich während einer Auszeit aufgefordert, zu zeigen, dass wir Macher und keine Jugendlichen-Truppe mehr sind,  sondern gereifte Männer“, berichtete Qendrim Alaj. „Wir haben es uns, den Gästen, unseren Zuschauern und der Liga gezeigt, wir kämpfen, wir haben eine Chance den Klassenerhalt in der 4. Liga zu packen“, betonte ein aufgekratzter Leif Katzwinkel. Physiotherapeutin Jasmin Görtz war morgens um 6.00 Uhr in Nürnberg in den Zug gestiegen, um dem Team um Kapitän Julian Rothhämel zur Seite zu stehen. Ihr ganz besonderer Einsatz wurde belohnt.

Hohes Tempo, aber fehlende Präzision

Der HC Aschersleben zeigte sich bestens vorbereitet, hatte die Schwachstellen in der Eisenacher Abwehr erkannt. Immer wieder zappelten die Bälle aus dem Rückraum im ThSV-Kasten. Der routinierte Frank Seifert zog aus dem Rückraum erfolgreich ab. Keeper Christian Trabert hatte das Nachsehen. Aber auch die Eisenacher schlossen erfolgreich ab. Nach 10 Spielminuten waren beim 6:8 bereits 14 Tore gefallen. „In der ersten Halbzeit sind uns viele dumme Fehler unterlaufen. Bei unserem hohen Tempo litt die Präzision“, räumte Julius Brenner ein. Unnötige Zeitstrafen gehörten zu den dummen Fehlern. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt trafen zum 6:9 (12.) und 8:10 (16.). Der eingewechselte Qendrim Alaj löste zum fliegenden Leif Katzwinkel den ersten Kempa aus (10:10, 18.). Jakob Völksch traf vom Kreis zum 10:11 (18.). Der HC Aschersleben schloss durch Noah Balint (insgesamt 7 Treffer) immer wieder über seine linke Angriffsseite ab. Sehenswert der Kempa der Gebrüder Alaj zum 15:15 (28.). Nach einer Parade des ins ThSV-Gehäuse eingewechselten Aron Büchner behauptete sich Julius Brenner zum 16:15 (28.). Doch die Gäste gingen mit einer knappen 18:17-Führung in die Halbzeitpause, obwohl 50 Sekunden vor der Sirene der ThSV Eisenach II nach einem Katzwinkel-Treffer mit 17:16 vorn lag. Nach dem Ausgleichstreffer der Gäste verloren die Eisenacher beim letzten Vorpausenangriff das Leder, gab es Gelb für die Bank. Warum? In der 4. Liga sind keine Haftmitteldepots an den Schuhen erlaubt. Max Schlotzhauer betrat mit einem solchen die Spielfläche. Die Schiedsrichter ahndeten diesen Regelverstoß, das Leder wanderte in die Reihen der Gäste, die die verbleibenden 11 Sekunden mit dem Treffer von Pit Seifert nutzten.

ThSV Eisenach II mit rassiger Schlussphase

Der Start der zweiten Halbzeit ging an die Gäste (17:20/34.). Marek Stupka kam auf Rechtsaußen, der tatendurstige Armen Alaj rückte in den rechten Rückraum. Der nun die Kreisposition besetzende Max Schlotzhauer nutzte Zuspiele von Ole Gastrock-Mey zum 21:21 und wenige Augenblicke später zum 22:21 (jeweils 39.). Der HC Aschersleben blieb dran, glich aus (Pit Seifer) und ging gar wieder selbst in Führung (25:26/47.). Conrad Ruppert (vom Kreis), Marec Stupka (per vollendeten Kempa) und Armend Alaj (aus der Distanz) brachten die Hausherren wieder mit 28:27 in Führung (49.). Der torgefährliche Noah Balint lochte aus dem Rückraum im Doppelpack zum 28:29 ein (51.). Der Startschuss zu einer rassigen Schlussphase das ThSV Eisenach II. Nach dem 30:30 (53.) wurden die Gäste regelrecht überrannt. Qendrim Alaj (vom Strich nach Foul an Armend Alaj), Conrad Ruppert (vom Kreis auf Zuspiel Qendrim Alaj) und Marec Stupka (per Konter über rechts) netzten zum 33:30 ein (56.). Eine Auszeit der Gäste und ein Treffer von Jakob Völksch (33:31/56.) vermochten den siegeshungrigen ThSV Eisenach II nicht zu stoppen. Der heranstürmende Julian Rothhämel vollendete zum 34:31 (57.), ein Zuspiel der Gäste zum Kreis fand nicht den gewünschten Empfänger, Conrad Ruppert vollendete mit einer Energieleistung zum 35:31(58.), Qendrim Alaj bediente mit einem Steilpass den sprintenden Leif Katzwinkel zum 36:31 (59.). Der erste Doppelpunktgewinn in der neuen Liga war perfekt.

Nun kommt Vorjahresmeister Concordia Delitzsch

Am Sonntag, 21.09.2025 genießt der ThSV Eisenach II erneut Heimrecht. Vorjahresmeister Concordia Delitzsch gastiert um 17.00 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle. Souverän mit 48:4 Punkten beendete Concordia Delitzsch als Regionalliga-Meister die Saison 2024/2025, verzichtete aber auf den Aufstieg.

 

Statistik

ThSV Eisenach II: Büchner, Trabert; Brenner (2), Rehm, Stupka (4), Ruppert (6), Schlotzhauer (2), Gastrock-Mey (2), Cech, A. Alaj (4), Katzwinkel (4), Q. Alaj (10/7), Rothhämel (2)

HC Aschersleben: Thäder, Malig, Wiegert; Klug (2), P. Seifert (10/5), Balint (7), Schreier (1), Keil (2), Hoffmann (1), F. Seifert (5), Nupnau, Völksch (4)

Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 6 x 2 Min. - HC Aschersleben 5 x 2 Min.

Siebenmeter: ThSV Eisenach II 7/8 – HC Aschersleben 5/5

Schiedsrichter: Rose/Michel

Zuschauer: 233

 

Th. Levknecht

Qendrim Alaj passt das Leder zu Conrad Ruppert (Nr.10) - Foto: Ch. Heilwagen
Ole Gastrock-Mey behauptet sich gegen den Ex Eisenacher Jakob Völksch - Foto: Ch. Heilwagen
Armend Alaj jubelt, Frank Seifert (li.) schaut konsterniert drein - Foto: Ch. Heilwagen
Stimmung auf den Rängen, wenn unsere Zweite spielt - Foto: Ch. Heilwagen
Julian Rothhämel dreht jubelnd ab - Foto: Ch. Heilwagen
Leif Katzwinkel beim Torwurf von Linksaußen - Foto: Ch. Heilwagen